Wo kommen die Babys her?

Jeder weiss, was man braucht um ein Kind zu machen.

Mann-Frau-ewige Liebe-Großartigen Sex-das Wunder des Lebens…

Oder eben Sperma.

Nun gibt es mannigfaltige Möglichkeiten. Da sich hier Abgründe der weiblichen Seele auftun, Männer bitte weglesen. Oder eben akzeptieren, wie berechnend wir Frauen sein können.

Die Liste:

  1. Schnellstmöglich einen Partner finden, der nur darauf wartet, mit seiner absoluten Traumfrau, auf die er seit Jahren wartet um ihr die Welt zu Füßen zu legen, ein Baby zu machen
  2. Eine Affäre haben, ganz zufällig schwanger werden und ihn vor vollendete Tatsachen stellen
  3. Eine Affäre haben, ganz zufällig schwanger werden und es ihm nicht sagen
  4. Einen guten Freund fragen, ob er sich bereit erklärt, zu spenden
  5. Sperma kaufen
  6. Co Elternschaft

Punkt 1 lässt sich wohl auf meinen unverhältnismäßigen Konsum von Liebesfilmen in Verbindung mit Alkohol zurückführen und fällt daher schonmal weg. Sowas ähnliches wie ein Traummann ist ja so schon schwer genug zu finden. Wenn noch eine tickende Uhr hinzukommt, kann man ja zusehen, wie Männer schon in 50m Entfernung die Straßenseite wechseln, weil sie es riechen können.
Punkt 2 und 3 finde ich moralisch irgendwie verwerflich, ausserdem klingt es nach ganz besonders viel Stress und Streit. Einen unwilligen Vater hätte ich ja auch gehabt, wenn ich in meiner letzten Beziehung schwanger geworden wäre und genau das wollte ich vermeiden. Lieber keine Partner als einen, der mir mein Leben lang nicht verzeiht, dass ich ihm seins zerstört habe.

Für Punkt 4 fehlt mir nach mehreren peinlichen Telefongesprächen anscheinend der entsprechende Freund.

Bleiben also 5 und 6. Gibt man bei Google ‚Sperma kaufen‘ ein, erscheint als erstes eine dänische Website. Warum? Weil ledige Frauen in Deutschland kein Sperma kaufen dürfen! Entrüstung macht sich in meiner eigentlich gar nicht so feministischen Seele breit. Das kann doch nicht wahr sein! Ich bin eine Frau in den besten Jahren, mit einem festen Einkommen, genug Erspartem, der Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten um einem Kind ein schönes, stabiles Zuhause zu bieten und nur weil mir der Mann fehlt, darf ich das nicht? Deutschland ist da erstaunlich rückständig.

Dänemark oder Belgien zum Beispiel sind da viel fortschrittlicher und auf Inseminationstouristinnen bestens vorbereitet. Man kann sich sogar sein Sperma nach Hause schicken lassen, in praktischen Röhrchen zur Heiminsemination. Was erstmal schön einfach und billig klingt(Sperma schon für 219€), wird relativ schnell eine komplizierte und teure Angelegenheit. Man möchte ja für sein Kind nur das Beste und natürlich soll es mir ja auch so ähnlich wie möglich sehen. Ausserdem kommen ganz neue zu bedenkende Faktoren hinzu. Wie sieht es mit der Anonymität aus? Hat mein Kleines nicht das Recht, irgendwann doch seinen Erzeuger kennenzulernen? Welche psychischen Schäden provoziere ich hier? Identitätskrise vorprogrammiert? Das böse Internet macht mir gleich ein ganz schlechtes Gewissen, also schnell nochmal die Kriterien geändert. Jetzt bin ich bei mehreren Tausend Euro für mein Sperma.

Muss ich erstmal drüber schlafen. Danach beschäftige ich mich auch mit Co-Elternschaft.

Verfasst von

35, alleinstehend, mit Kinderwunsch. Da diese Kombination so ziemlich jeden Mann verschreckt, habe ich mich entschlossen, alleine ein Kind zu bekommen. Über diese Reise werde ich schreiben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s