Irgendein Plan

So langsam muss ich mir wirklich mal ernsthafte Gedanken machen. Ich werde im April 35 und ich habe mir das Ziel gesteckt, dass zumindest bis dahin der Plan steht, wie, auf welche Weise und mit wem ich ein Kind bekommen werde. Eigentlich hätte ich gerne ein 2016er Baby, da ich gerade Zahlen einfach sympathischer finde, aber das wird eher eng, denke ich. Soweit wie ich bis jetzt gekommen bin, kann ich ja froh sein, wenn 2018 realistisch ist.  Ich habe mich ja wirklich gut informiert, aber irgendwie habe ich doch eine Sperre im Kopf.

Warum? Weil ich eine Heidenangst habe!

Was für ein einschneidendes Erlebnis es ist, ein Kind zu bekommen, weiss jeder irgendwie. Was man da alles bedenken muss. Will ich wirklich nie wieder ausschlafen? Oder durchschlafen? Möchte man wirklich ein Honigmelonengroßes Köpfchen durch seine Vagina pressen? Dick werden? Wer nimmt das Kind denn, wenn ich zum Yoga gehe? Kitaplätze sind wirklich schwer zu bekommen in Berlin, geschweige denn ein Schulplatz. Was das alles kostet. Wie kann ich das jemals alleine schaffen? Wer hilft mir? Wäre ich eine gute Mutter? Kann man in diese abscheuliche Welt noch Kinder setzen? Was ist mit dem Klimawandel?

Da drehen sich tausend Fragen in meinem Kopf und 80% davon machen mir Angst. Natürlich stelle ich es mir wunderschön vor, schwanger zu sein, das Kleine zum ersten Mal zu sehen, glücklich zu sein, niedliche Kleider auszusuchen, aber es gehört eben auch eine Menge Verantwortung dazu. Verantwortung für ein neues Leben, das auch noch möglichst schön sein soll. Dafür müsste ich dann sorgen. Ein Rückgaberecht gibt es auch nicht. Was, wenn es mir gar keinen Spaß macht? Es mir zu viel wird? Ich durchdrehe, abhaue und es ins Heim gebe? Wenn es nicht aufhört zu schreien? Ganz alleine diese Entscheidung zu treffen ist ganz schön schwer. Unfassbar verbindlich. Ein Commitment auf Lebenszeit. Zum Glück wollte ich nie heiraten, schon der Gedanke verursacht ja Stresspickel.

Aber mein Entschluss steht ja eigentlich fest und ab jetzt gilt keine Ausrede mehr, ich suche mir jetzt einen Weg. Ich habe grade Urlaub, also schön viel Zeit, das Babyprojekt anzugehen. Vielleicht treffe ich doch mal einen Co-Vater? Das Konzept erschliesst sich mir immer noch nicht wirklich, die Motivation der Spender erscheint mir irgendwie zwielichtig. Perfekt wäre doch wirklich ein Kumpel, der auch Lust auf ein Kind hat oder jemand, den man schon vorher zumindest kannte. Ein bisschen Vertrauen gehört für mich irgendwie dazu. Oder eben doch ganz anonym. Mal sehen.

Verfasst von

35, alleinstehend, mit Kinderwunsch. Da diese Kombination so ziemlich jeden Mann verschreckt, habe ich mich entschlossen, alleine ein Kind zu bekommen. Über diese Reise werde ich schreiben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s