12 Wochen warten…

Genau. Wie behält man denn die besten Neuigkeiten des Jahrhunderts für sich? Ich persönlich kann ja überhaupt nicht lügen, mag es auch nicht und eigentlich will ich es auch der ganzen Welt erzählen. Mache ich auch. Und zwar sofort! 12 Wochen warten, das halte ich ja niemals durch. Wenn jetzt noch was schief geht, würde ich es meinen engsten Vertrauten ja auch erzählen. Und euch auch, warum soll das immer totgeschwiegen werden? Am besten wäre es ja noch meine Schuld, wenn es nicht klappen sollte und ich muss mich im Geheimen schämen und grämen? Nein, danke. Lieber offen drüber reden, wird eh Zeit, dass das mal alles offener besprochen wird. Wir sollten uns gegenseitig unterstützen und helfen, statt übereinander herzufallen oder alles totzuschweigen und heimlich mit uns selber auszumachen. Fehlgeburt? Die hat sich doch bestimmt nicht genug geschont/Vitamine genommen/vorbereitet, die Liste ist lang. Alles Bullshit, die Natur regelt es schon, wenn was schief gegangen ist im Gen Mix, das ist zwar nicht schön, kann aber passieren und ist nun wirklich keine Schande und passiert auch häufiger als man denkt. Muss heutzutage alles kein Tabu sein, leider wird der ganze Bereich Schwangerschaft, Kinderlosigkeit, Fehlgeburt immer noch irgendwie verschämt hinter vorgehaltener Hand besprochen. Das ändern wir jetzt.

Dass der Blog eine kleine Zeitverzögerung hat, muss ich hier also zugeben. Nicht, weil ich Angst habe, das es etwas schief geht, sondern einfach um mir persönlich ein bisschen mehr Zeit zu verschaffen. Muss man ja auch erstmal verdauen, so eine Nachricht. Ich bin ja 2 Tage später noch im Kreis gehopst vor Freude, Aufregung und Anspannung. Wer allerdings Offenheit propagiert, muss sie auch selber vorleben. Also werde ich ab jetzt aktuell schreiben, ich berichte euch natürlich weiterhin chronologisch, allerdings ab heute im Rückblick auf die Ereignisse, ich bin nämlich schon im 5. Monat. So kann ich auch schon ganz bald den Babybauch posten 😉

Nach dem Flug konnte ich gar nicht schlafen, musste mich aber auch erst mal sammeln. Nach 30 wachen Stunden bin ich umgefallen, stand aber morgens um 08:00 halb hysterisch bei meiner Freundin vor der Tür. Nachdem ich mir eigentlich vorgenommen hatte, es zuerst dem Papa zu erzählen. Naja, aber der muss mich ja auch nicht total aufgelöst erleben. Wird ihm eh bald blühen, Hormone und so. Also erstmal die Freundin, so zum üben. Kurze Hintergrundinfo: sie hat schon ein Kind und letztes Jahr haben wir dann beschlossen 2016 werden wir zusammen schwanger, ist ja viel entspannter zu zweit und beide mit Baby, da hat man sich viel (noch mehr) zu erzählen. Und dann folgende Szene, ungelogen und im O-Ton. Ich stürme in die Wohnung, Schwangerschaftstest in der Hand und schreie: ‚Ich bin schwanger!‘ Ihre Antwort: ‚Oh Gott sei Dank, ich auch!‘ Dann sind wir beide erstmal baff. Sie ist auf den Tag 8 Wochen vor mir, meine Güte, ist das toll. Wir liegen uns in den Armen und ich bin total erleichtert, es endlich jemandem erzählen zu können. Ich habe es ja immerhin ganze 48h für mich behalten (eine ziemliche Leistung).

Später am Tag kommt der Papa mich besuchen, auf das Gesicht freue ich mich ja schon sehr. Damit er die Tragweite der Situation auch wirklich sofort versteht, habe ich mir noch einen ClearBlue gekauft, auch um mir selber das nochmal zu bestätigen. Nachdem ich zu Hause sofort noch den PreSense von DM gemacht habe, weil ich den billigen irgendwie doch nicht so glauben kann. Gibt ja nichts tolleres als einen positiven Schwangerschaftstest. Wenn man gerade schwanger werden möchte, versteht sich, sonst ist das wahrscheinlich eher Albtraum Nummer Eins. SCHWANGER 1-2 WOCHEN steht da ziemlich unmissverständlich im kleinen Fenster. Striche verwirren ja nur, als ich ihm letzten Monat den negativen Test gezeigt habe, hat er auch erst gedacht, es hätte geklappt. Die in jungen Jahren noch so gefürchteten 2 Striche kennen wohl echt nur Frauen. Also diesmal schön deutlich ausgeschrieben, das Ganze hübsch als Willkommensgeschenk verpackt. Und ich sage euch, dieses Gesicht war nun wirklich einmalig. Von Überraschung zu Unglaube zu riesiger Freude. Hat er so auch nicht mit gerechnet, also dass es direkt klappt mit dem Inselkind. Da musste ich auch erstmal ein paar Freudentränen verdrücken. Nachdem sich alle beruhigt haben, rufen wir per FaceTime meine Mama an, die kennt ihn zwar noch nicht, aber welch eine Gelegenheit, ihn kennenzulernen. Und dann ist sie auch erstmal sprachlos. Und freut sich. Und wir freuen uns. Alle superhappy. Mein Daddy ein paar Stunden später auch völlig aus dem Häuschen. Aus meinem Vorsatz, es nur dem allerengsten Kreis zu erzählen, wird wohl eher nichts, denke ich. Es ist aber auch ein wirklich tolles Gefühl, so eine Nachricht rauszuhauen und zu sehen, wie sich alle mit mir freuen. Und dann heimlich Richtung Bauch schielen. Da tut sich allerdings noch gar nicht mal so viel.

Aber bald, ist ja ab heute für alle der 5. Monat 😉

Übrigens erzählen die Finnen es auch sofort, wenn sie schwanger sind. Die haben bald auch ein bedingungsloses Grundeinkommen. Ausser des Wetters also alles besser in Finnland.

Verfasst von

35, alleinstehend, mit Kinderwunsch. Da diese Kombination so ziemlich jeden Mann verschreckt, habe ich mich entschlossen, alleine ein Kind zu bekommen. Über diese Reise werde ich schreiben.

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