Mama ist krank

Und dann hat es uns doch erwischt! Das Baby kränkelt vor sich hin, nachdem wir das Wochenende mit kranken Verwandten verbracht haben. Ärztliche Diagnose: alles. Husten, Ohren, Fieber, Bindehautentzündung. Dass sie sicher auch Halsschmerzen hat, merke ich an meinem Hals. Der tut schon ordentlich weh. Aber das ignoriere ich, denn erstmal ist der Zwerg krank und unleidig. Motzig und müde zieht sich der Tag und nachts kann sie auch nicht schlafen. ‚Arme Maus‘ denke ich da noch. Besonders, wenn ich ihr Salbe ins Auge schmieren soll, wegen der Bindehautentzündung. Salbe ins Auge: ziehen Sie das untere Lied nach unten, lassen Sie das Kind nach oben schauen und applizieren Sie ca 0,5cm der Salbe ins Auge. Hahahhahahah. Genau. Moment, hahahahha, hahahahahah, obwohl es eigentlich gar nicht lustig ist. Schonmal auf einer Einjährigen draufgesessen und versucht, ihr etwas ins Auge zu schmieren?

‚Hochgiftige, ansteckende Bakterienschleuder‘ denke ich zwei Tage später mit 39 Grad Fieber, Gliederschmerzen und Matschkopf. Das Baby steckt natürlich auch krank seine kleinen Finger überall rein, auch in meinen Mund und so bin ich jetzt auch krank. Mit Bindehautentzündung. So komme ich immerhin an Tropfen und der Salbenkampf hat ein Ende. Sonst bekommt man aber nichts als Stillmama. Noch nicht mal die üblichen homöopathischen Mittelchen darf man nehmen. Urrggghhhh!

Mit Kind kann man ja gar nicht richtig krank sein. Das führt einerseits dazu, dass man sich auch gar nicht so schlecht fühlt, da man für angemessenes Selbstmitleid einfach keine Zeit hat. Und stattdessen kochen muss und einfach generell das Kind am Leben erhalten sollte. Andererseits kann man sich eben auch nicht ausruhen, was die Krankheitsphase unnötig in die Länge zieht. Zu allem Überfluss ist das Baby zeitverwirrt, es geht früh ins Bett-juhu- steht dann aber gegen 22:00 auf und möchte 2-3 Stunden bespaßt werden-das absolute Gegenteil von juhu, buuuhhhh vielleicht? Oder einfach ver#^*+£#%* Sch#%><~*+=•!!!!

Hier kam dann Papa ins Spiel und mir wurde mal wieder klar, wie angenehm es ist, wenn noch jemand da ist, dem man dann einfach mal die Verantwortung zuwerfen kann, um sich die Decke über den Kopf zu ziehen. Einfach das Baby in Richtung Papa werfen und ab ins Bett, welch ein Luxus. Klar, wenn es sein muss, dann geht es auch alleine, aber um 21:00 um Hilfe rufen und dann ohne Kind ins Bett krabbeln und ausruhen ist einfach großartig. Wenn man dann irgendwann im Halbschlaf ein müde gespieltes Mitternachtsbaby an die Brust gelegt bekommt, dann ist das wie ein Tag im 5 Sterne Spa der Kranken. Danke dafür, Papa. Wäre es noch schlimmer geworden, dann wäre auch noch meine Mama in die Stadt gekommen, um mich zu pflegen.

Mittlerweile geht es allen wieder gut, wir freuen uns auf Weihnachten, singen schon fleißig Weihnachtslieder und essen Plätzchen.

Verfasst von

35, alleinstehend, mit Kinderwunsch. Da diese Kombination so ziemlich jeden Mann verschreckt, habe ich mich entschlossen, alleine ein Kind zu bekommen. Über diese Reise werde ich schreiben.

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