Warum ich so gerne 40 werde

Gerne 40 werden, planningmathilda

Wenn du mir schon länger folgst, dann weisst du: mein schlimmster Geburtstag war der 30.! Oder die Jahre drum herum. Alles, was Frau von unserer Gesellschaft vorgegeben bekommt, was sie gerne haben sollte, hatte ich nicht. Keinen Ehemann, kein Haus, kein(e) Kind(er). Nichts von dem, was ich gerne gehabt hätte. Oder dachte, haben zu wollen. Jetzt mit 40 weiß ich es besser.

Die böse 40

Warum eigentlich? Warum wird besonders von Frauen dieser Geburtstag so gefürchtet? Vielleicht weil uns eingeredet wird, dass wir dann alt sind? Und alt sein als Frau ist nicht schön. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Falten, graue Haare und schlaffe Haut, das will ja keine*r. Ich habe mittlerweile viele graue Haare und bekomme zwar auch viel Lob, aber auch entsetzte Blicke, wie ich es wagen kann, meine Schande, das Alter, auch noch zur Schau zu stellen. „Eine Frau wird alt, ein Mann wird interessant?“ Moment, ich gehe mal kurz k***zen. Diese Ideen müssen echt weg.

Dass ich, die lackierte, angemalte, blondierte Stewardess mal mit Barfußschuhen, grauen Haaren, ungeschminkt und mit Glitzerbemalung im Gesicht mit meiner Tochter durch Berlin ziehen würde und es mir wirklich egal ist, was alle anderen denken, das hätte ich niemals gedacht. Aber es stimmt wirklich: wenn du mit dir und deinem Leben so richtig zufrieden bist, dann ist es dir egal, was andere denken. Leider ist der Weg dahin weit, meiner war ziemlich steinig, aber jede Anstrengung wert. Und wenn es das Kind ist, das dir fehlt zu deinem Glück, dann lohnt es sich zu handeln.

Denn ganz ehrlich, mit der 40 kommt auch das Ende des fruchtbaren Fensters immer näher. Und das kann wirklich zum Problem werden. Meine Mama war 42, als die Wechseljahre kamen. Das hat mich schon mit 30 gestresst. Für mich war klar, bis Mitte 45 kann ich nicht warten mit dem Kind, es gibt einen Indikator, dass es früher losgehen kann. Ja, kann, aber sicher wusste ich es nicht und was, wenn das Fenster verpasst ist? Denn wenn sich diese Tür geschlossen hat, dann ist sie zu. Und zwar richtig zu. Denn auch wenn es medizinische Möglichkeiten gibt wie Eizellenspende etc, auf das geht nur bis zu einem gewissen Punkt.

Und genau diese Endlichkeit der Fruchtbarkeit, das darf dir Sorgen machen. Alles andere kannst du ignorieren. Hoffentlich. Konnte ich auch jahrelang nicht, mittlerweile aber schon. Meistens.

Warum werde ich also gerne 40?

Weil ich erst seit wenigen Jahren weiß, was ich genau möchte. Von meinem Leben, von mir selber. Und es mir dann einfach organisiert habe. Wo ich damals den Mut hergenommen habe? Keine Ahnung. Ich habe es einfach gemacht. Weil dieses eine Mal die Angst größer war, durch einfaches Abwarten das Fenster zu verpassen. Ich, die ich immer Angst vor großen, echten Entscheidungen hatte, habe diese Eine getroffen, für mich, für mein Kind, für mein Familienmodell. Bereut habe ich das nie. Die Co-Elternschaft ist für mich die beste Familienform, meine Tochter ist wundervoll, hat einen tollen Papa.

Und aus der Entscheidung ist so viel entstanden: der Blog, Zeitungsinterviews, Fernsehen, Podcasts, tolle Freundschaften, Vernetzungstreffen, meine Facebook Gruppe für Co-Mamas, meine Kooperation mit Katharina, mein 10 Jahresplan (zu dem bald mehr). Und es steht noch viel mehr an, sei es ein Buch, Kurse, Workshops, da wird ganz viel passieren.

Ich weiß, ich klinge wie ein Buch über Selbstfindung. Die habe ich immer verachtet und jajaja gedacht. Aber es stimmt einfach: wenn dir dein Ziel klar ist, du weißt, was du möchtest und das dann durchsetzt, auch auf ungewöhnlichem Weg, dann läuft es einfach.

Und genau deshalb werde ich gerne 40. Weil ich jetzt wirklich erwachsen bin, die Kontrolle habe, außer, wenn ich eine neue Serie auf Netflix finde. Weil ich erst jetzt das Gefühl habe, wirklich angekommen zu sein, wirklich Ich zu sein.

In diesem Sinne: Happy happy Jenny Day!

Newsletter, planningmathilda, Jennifer Sutholt

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2 Kommentare zu „Warum ich so gerne 40 werde

  1. Ich habe erst vor kurzem auch einen Beitrag zur 4.0 verfasst und würde Deine Gedanken so gern Teil. Leider bin ich (noch) an einem anderen Punkt und finde die 40 wesentlich schlimmer als die 30.

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