#wib Wochenende im Bild. Ja, Singular.

Es gibt von diesem Wochenende wirklich nur das eine Bild. Den Rest wollt ihr auch gar nicht sehen, glaubt mir.

Es fing alles ganz entspannt an, meine Beste kam mit ihren Damen zu Besuch, alle Babies happy, andere Freunde kamen rum, Papa schaute vorbei, Sozialleben 1 mit *. Die Kleine fiel zwar von einer kleinen Box auf den Kopf, meines Erachtens nach aber wirklich undramatisch, kein blauer Fleck und das Geschrei war auch nicht allzu groß. Ich sagte noch zu Papa, der immer etwas schreckhaft bei sowas ist: ‚alles nicht schlimm, nur wenn sie sich erbricht, dann sofort ins Krankenhaus wegen Verdacht auf Gehirnerschütterung.‘

Samstag Morgen um 8:00 stand ich also in der Kinderrettungsstelle, denn ab 5:00 fing das Kind an, sich zu erbrechen. Und wie. Dass aus einem so kleinen Magen so viele Kotze rausschießen kann, hätte ich auch nicht gedacht. Also haben wir gebadet, das Bett abgezogen, gewaschen, umgezogen und kaum war alles fertig, ging es schon wieder von vorne los. Da meine Freundin und ihre Kinder vor ein paar Tagen genau das gleiche hatte, war mir eigentlich klar, dass es das ist, Babies teilen sich schließlich auch mal eine Flasche oder Maisstange. Aber mit dem Sturz auf den Kopf im Hinterkopf bin ich dann doch ins Krankenhaus, sicher ist sicher. Heulendes Kind in die Trage gestopft- großartige Idee übrigens, wenn das Kind sich regelmäßig erbricht.

Dort war schon die Hölle los und alle entsprechend genervt, was mir wirklich zu Gute kam, denn Madame mochte die Situation nicht und hat uns mit ihren sehr schrillen Schreien vom Ende der langen Warteschlange direkt in ein Untersuchungszimmer katapultiert. Kurze Untersuchung und dann Aufnahme zur Beobachtung über Nacht wegen der eventuellen Gehirnerschütterung. Da hab ich innerlich ja auch im Strahl gekotzt. Ich hasse Krankenhäuser und die Kleine anscheinend auch. Sie hat so geschrieen, dass ich den Zugang verweigert habe, den sie ihr legen wollten. Mein Gefühl sagte immer noch Magen-Darm Virus und ich wollte erstmal abwarten. Der geht ja rum, zusammen mit Grippe, es gab also keine Betten und wir mussten in einem kleinen Zimmer in Quarantäne warten, zusammen mit einem wirklich sehr kranken armen kleinen Jungen, der bereits seit 16 Stunden auf ein Bett wartete. Meine Stimmung auf dem Nullpunkt, Madame eigentlich ganz fröhlich zwischen dem Brechen. Mittlerweile war ich komplett vollgekotzt, Jeans und Tshirt durchweicht, da sie immer wieder Milch trinken wollte, die sofort wiederkam. Yeah! Zum Glück bin ich da wirklich resistent, mir macht weder der Geruch noch die Tatsache etwas aus. Ich kann jedermanns Pfütze wegwischen, beim eigenen Baby ist es dann wirklich gar nicht schlimm. Eine Gabe, die ich zu schätzen weiß. Trotzdem war ich irgendwann genervt und fühlte mich hilflos und alleine. Es war kalt und mega ungemütlich in dem Zimmer und obwohl ich ja eigentlich wirklich gut vorgesorgt habe- Kind hat einen Co-Papa, der mich unterstützt, Großeltern extra in die Nähe gezogen, Freundeskreis mit und ohne Kinder, mein Bruder und seine Familie- saß ich jetzt doch alleine im Krankenhaus. Papa arbeitet natürlich genau an dem Tag, meine Eltern sind beide sowieso schon krank, Freunde mit Kindern willst du nicht wirklich anstecken und mein kleiner Neffe hat am nächsten Tag Geburtstag. Meine Beste hätte mir natürlich Sachen vorbeigebracht, aber als die Kleine dann nach 3 Stunden warten Durchfall bekam, war für mich klar, dass es keine Gehirnerschütterung ist und ich habe uns selbst entlassen. Das Brechen hatte da auch schon aufgehört und sie hat sogar etwas gegessen und fleißig getrunken.

Eine gute Entscheidung, denn schon auf dem Nachhauseweg fing es an, in meinem Magen zu grummeln. Während mein erschöpftes Kind Mittagsschlaf machte, habe ich mir schnell einen Burger mit Pommes reingeschoben. Mein persönlicher Trick, wenn Erbrechen ansteht: entsprechend viel essen, dann alles raus und meistens ist es dann gut. Eine Runde noch beim Kind und dann fing es bei mir an. Die Kleine saß völlig entsetzt daneben. Naja. Wäre halt schon super gewesen, wenn da jemand da gewesen wäre. Den Rest habe ich erledigt, während sie schlief. Leider war sie um 23:00 quietschfidel und gesund und wollte spielen, da hatte ich gerade meinen Tiefpunkt mit Schüttelfrost, Gliederschmerzen und Sterbenwollen. Aber tatsächlich geht es trotzdem. Ich lag neben ihr auf dem Teppich, habe ihr erklärt, dass es Mama schlecht geht und sie nur zuschaut und siehe da, mein sonst eher forderndes Kind hat das hingenommen und einfach neben mir gespielt. Irgendwann bin ich ins Kuschelbett der Kleinen gekrochen, zum ‚lesen‘ und hab da vor mich hingedämmert, während sie geräumt hat. Unser Zimmer ist komplett kindersicher und wenn meine Tochter etwas möchte oder unzufrieden ist, dann merkt man das, auch die Nachbarn. Zu mehr als daliegen wäre ich in dem Moment auch nicht in der Lage gewesen. Die Kleine kam aber recht bald in meinen Arm, hat sich an der Milchbar bedient und ist einfach so eingeschlafen. Die Mäuse merken es, wenn Mama wirklich nicht kann.

Sonntags war bis auf Kopfschmerzen bei mir alles wieder gut. Den Vormittag haben wir im Bett verkuschelt, Nachmittags waren wir sogar draußen, lange spazieren und haben lecker gegessen. Ist auch alles dringeblieben. Leider haben sich wirklich alle, die uns nahe kamen, auch angesteckt. Papa liegt noch im Bett, das andere Besuchskind hat es auch samt kompletter Familie dahingerafft. Ein mörderischer Virus. Ein Wochenende also, das so keiner braucht, alles in allem aber trotzdem nett wegen des Besuchs. Wie gesagt, Bilder gibt es aber keine.

Mehr und schönere Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von geborgen-wachsen.de

Verfasst von

35, alleinstehend, mit Kinderwunsch. Da diese Kombination so ziemlich jeden Mann verschreckt, habe ich mich entschlossen, alleine ein Kind zu bekommen. Über diese Reise werde ich schreiben.

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