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Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, ein Kind ins einer Co-Elternschaft mit einer eurer Ex-Partner *innen zu bekommen? Manche sehen darin eine logische Lösung. Ihr kennt euch, ihr habt eine gemeinsame Geschichte und vielleicht besteht noch ein gewisses Vertrauen. Das Gefühl von Sicherheit ist stark. Doch in der Praxis zeigt sich oft, dass diese Vertrautheit bei einer Co Elternschaft mit Ex-Partner*innen nicht immer die beste Basis ist.
Die Balance zwischen Vertrautheit und emotionaler Freiheit
Eine gelungene Co Elternschaft entsteht aus dem Wunsch, gemeinsamen ein Kind liebevoll zu begleiten.
Dafür braucht ihr eine Beziehungsebene, die frei von alten emotionalen Mustern ist. Bei einer Co-Elternschaft mit Ex–Partner*innen kann es schwierig sein, diese neutrale Ebene zu finden und langfristig zu bewahren.
Sogar in ruhigen Zeiten können alte Erinnerungen, Enttäuschungen oder unverarbeitete Gefühle auftauchen. Dann könnt ihr wahrscheinlich noch relativ rational damit umgehen. Wenn es stressig wird, das Kleinkind an euch zieht und plötzlich unterschiedliche Meinung zur Erziehung oder welchem Thema auch immer herrschen, dann es passieren, dass ihr die Elternebene verlasst und auf der emotionalen Ebene landet. Das passiert meistens dann, wenn eigentlich sachliche Absprachen im Vordergrund stehen sollten. Die Vergangenheit holt euch ein, genau in dem Moment, in dem ihr eigentlich einen klaren Kopf braucht.
Warum alte Muster bei Co Elternschaft mit Ex-Partner*innen weiterwirken
Dinge, die in der früheren Beziehung nicht gut liefen, verschwinden nicht automatisch mit der Trennung. Es gibt zwar Paare, die nach der Trennung eine echte freundschaftliche Beziehung pflegen, doch das ist oft eher die Ausnahme.
In einer Co Elternschaft können sich diese alten Dynamiken in Gesprächen oder Entscheidungen zeigen. Themen werden vielleicht persönlicher diskutiert, Reaktionen intensiver erlebt. Die gemeinsame Vergangenheit bietet dann nicht unbedingt Stabilität, sondern kann in komplexen Situationen zusätzliche Spannung bringen. Bei einer Co Elternschaft mit Ex-Partner*innen ist es daher entscheidend, zu erkennen, ob ihr wirklich aus der alten Dynamik ausgebrochen seid.
Der Gedanke vom besseren Elternteam
Viele hoffen: Als Paar hat es nicht funktioniert, aber grundsätzlich waren wir schon ein gutes Team, als Eltern könnten wir es schaffen. Das klingt nach einem pragmatischen Ansatz, erfordert aber oft mehr als gedacht. Elternschaft bringt neue Verbindlichkeiten mit sich. Fragen der Verlässlichkeit, der Verantwortung und des Alltags werden wichtiger. Der Spielraum, sich aus Konflikten zurückzuziehen, wird kleiner. Bestehende Spannungen können dadurch sichtbarer werden.
Grundvorraussetzung ist: Keine Person möchte zurück in die Beziehung, es gibt auf beiden Seiten keine romantischen Gefühle mehr. Hat eine Seite die Idee, das gemeinsame Kind als Türöffner für eine neue Beziehung zu benutzten, werdet ihr scheitern.
Neue romantische Partner*innen können Probleme verursachen
Sobald neue Partner*innen in die Konstellation eintreten, kann sich die Situation ebenfalls verändern. Auch wenn alle Beteiligten versuchen, sachlich zu bleiben, können Gefühle wie Eifersucht, Loyalitätskonflikte oder unterschwellige Konkurrenz entstehen. Das kann die Kommunikation beeinflussen und für das Kind möglicherweise unklare Verhältnisse schaffen.
Unterschied zur Trennungselternschaft
Bei einer Trennung nach der Geburt eines Kindes müssen alle Beteiligten oft erst mit dem Verlust der Partnerschaft und den neuen Rahmenbedingungen umgehen. Das kann emotional sehr belastend sein.
Eine geplante Co Elternschaft hingegen wird bewusst vor der Familiengründung gestaltet, ohne romantische Ebene. Hier können Rollen, Erwartungen und Grenzen von Anfang an gemeinsam definiert werden.
Mit Ex-Partner*innen müssen diese Strukturen vor der Elternschaft gegen die bestehende Beziehungsgeschichte entwickelt werden, was eine zusätzliche Herausforderung darstellt. Bei einer Co-Elternschaft mit Ex-Partner*innen kämpft ihr also nicht nur mit der Gegenwart, sondern auch mit der Geschichte.
Wann eine Co Elternschaft mit Ex Partner funktionieren kann
Es gibt Situationen, in denen eine Co Elternschaft mit Ex-Partner*innen gut funktioniert. Dafür sind jedoch bestimmte Voraussetzungen hilfreich:
- Die frühere Beziehung ist emotional komplett abgeschlossen.
- Es gibt keine offenen Konflikte oder ungeklärten Erwartungen.
- Die Kommunikation bleibt auch in schwierigen Momenten respektvoll.
- Niemand hegt die Hoffnung auf eine Rückkehr in eine romantische Beziehung.
In der Beratungspraxis zeigt sich, dass diese Konstellation nicht immer leicht zu erreichen ist. Seid ehrlich zu euch selbst, bevor ihr den Schritt wagt.
Fazit: Bewusste Wahl statt Gewohnheit
Die gemeinsame Vergangenheit kann sich vertraut und geborgen anfühlen. Sie ist jedoch nicht immer die stabilste Grundlage für eine Co Elternschaft. Wichtig sind vor allem emotionale Unabhängigkeit und klare, gemeinsam vereinbarte Strukturen.
Wenn ihr diesen Weg erwägt, lohnt es sich, innezuhalten und zu reflektieren: Was hält euch an dieser Entscheidung fest? Oft spielen Nähe, Gewohnheit oder der Wunsch nach Orientierungssicherheit eine Rolle. Das ist verständlich. Für ein langfristiges und stabiles Elternmodell ist es jedoch wichtig, bewusst zu wählen, nicht aus Gewohnheit, sondern aus Klarheit.
Besonders wichtig ist es, dass ihr euch besonders intensiv und kleinteilig auf die Co-Elternschaft vorbereitet. Gerade weil ihr euch schon gut kennt. Partnerschaft und Elternschaft sind zwei sehr unterschiedliche Dinge, die Elternschaft sollte unbedingt aktiv und bewusst verhandelt werden, während eine Partnerschaft oft einfach entsteht und sich entwickelt.
Braucht ihr Unterstützung bei dieser Vorbereitung? Mein Workbook Co Elternschaft hilft euch, eure Situation objektiv vorzubereiten.

Workbook Co-Elternschaft
Bereite dich intensiv auf deine Co-Elternschaft vor. Das Workbook begleitet dich von Anfang an. Von der Reflexion deines Kinderwunsches bis zur Vereinbarung mit dem/den anderen Elternteil(en).
Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr alleine nicht weiter kommt, bucht euch ein Kennenlerngespräch. Eine Beratung hilft euch dabei, eure Möglichkeiten und Vorraussetzungen klarer zu sehen.

Buche ein kostenloses Kennenlerngespräch bei Jennifer Sutholt, Expertin für Co-Elternschaft, psychologische Beraterin für Personen mit Kinderwunsch mit und ohne romantische*n Partner*in und Mediatorin
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