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Co-Elternschaft

Co-Elternschaft mit guten Freund*innen

Die ideale Konstellation, die dennoch Vorbereitung braucht: Warum Vertrauen und Vertrautheit eine schriftliche Vereinbarung nicht ersetzen.

Jennifer Sutholt
Jennifer Sutholt
Psychologische Beraterin & Mediatorin · in einer Co-Elternschaft seit 2016

Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir, daher kennzeichne ich das als Werbung.

Habt ihr auch diese eine Person, meist aus der Jugend, mit der ihr abgemacht habt, dass ihr heiraten werdet, wenn ihr beide im Alter von 35/40/egal noch Single seid? Oder gute Freund*innenschaften seit Jahren, mit denen ihr euch alles vorstellen könnt? Das können die perfekten Kandidat*innen für eine gemeinsame Co-Elternschaft sein.

Ihr kennt euch, ihr vertraut euch, und die Hürde, sich zu finden, entfällt. Co-Elternschaft mit guten Freund*innen klingt nach der idealen Lösung. Dem stimme ich zu und trotzdem gilt auch hier:

Vorbereitung ist alles. Denn in der Beratungspraxis sehe ich immer wieder: Wird sich zu sehr auf diese enge Bindung verlassen, bleibt oft die Vorbereitung auf der Strecke.

Freund*innenschaft und Elternschaft sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Eine tiefe Zuneigung garantiert noch lange keine funktionierende Erziehungspartnerschaft. Wenn ihr diesen Weg geht, müsst ihr verstehen, warum eine Co-Elternschaft mit guten Freund*innen zwar die beste Basis bietet, aber ähnlich viel Vorbereitung erfordert wie mit einer fremden Person.

Der große Irrtum: Wir kennen uns doch schon

Der häufigste Fehler bei einer Co-Elternschaft mit guten Freund*innen ist die Annahme: „Wir wissen schon alles übereinander, wir brauchen keine Regeln.“ Das ist gefährlich. Im Freund*innenmodus läuft vieles intuitiv und flexibel. In der Elternschaft zählen jedoch genaue Absprachen, gleicher Wissensstand und gleiche Ansprüche.

Was passiert, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten? Was passiert, wenn über Finanzen nicht ausführlich gesprochen wurde und auf einmal Konflikte entstehen? Was passiert, wenn ihr unterschiedliche Meinungen zur Erziehung habt? Im Freundeskreis weicht man solchen Konflikten oft aus, um die Harmonie zu wahren. In der Elternschaft führt dieses Ausweichen jedoch zu Groll und Enttäuschung. Ihr riskiert nicht nur die Elternschaft, sondern auch die Freundschaft.

Um euch einen ersten Überblick über die Themen zu verschaffen, die ihr unbedingt besprechen solltet, könnt ihr meine kostenlose Checkliste Co-Elternschaft nutzen.

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Warum Freund*innenschaft keine schriftliche Vereinbarung ersetzt

Eine gute Elternschaft ist kein resultierendes Nebenprodukt einer Freund*innenschaft. Es ist ein aktiver Prozess, der klare Strukturen braucht. Bei einer Co-Elternschaft mit guten Freund*innen neigt ihr vielleicht dazu, wichtige Themen zu übergehen, weil es „unfreundlich“ wirkt, sie anzusprechen.

Denkt daran: Freundschaften entwickeln sich oft organisch. Eine Co-Elternschaft muss jedoch bewusst geplant werden. Ihr müsst Rollen, Finanzen, Wohnsituationen und Erziehungsstile so detailliert verhandeln, als würdet ihr ein Start-up gründen. Nur wenn ihr die Freund*innenschaft kurzzeitig „pausiert“, um diese harten Fakten zu klären, schützt ihr eure Beziehung langfristig.

Die komplette Vorbereitung könnt ihr mit meinem Workbook Co-Elternschaft machen. Das Buch begleitet euch von der ersten Auseinandersetzung mit inneren Werten über die komplette finanzielle Vorbereitung bis zur Ausarbeitung eurer Vereinbarung. Von euch beiden gemeinsam ausgefüllt, habt ihr ein Handbuch eurer Elternschaft erstellt und somit ein solides Fundament für eure Elternschaft geschaffen.

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Wann eine Co Elternschaft mit guten Freunden wirklich funktioniert

Es gibt Situationen, in denen diese Konstellation hervorragend funktioniert. Doch dafür müsst ihr folgende Voraussetzungen erfüllen:

Klare Trennung der Ebenen: Ihr seid bereit, die Ebenen der Elternschaft und die Freund*innenschaft im Konfliktfall klar zu trennen.

Konfliktfähigkeit: Ihr könnt schwierige Themen ansprechen, ohne Angst zu haben, die Freund*innenschaft zu verlieren.

Schriftliche Fixierung: Rollen, Finanzen und Werte sind nicht nur besprochen, sondern schriftlich in einer Co-Elternschaft-Vereinbarung festgehalten.

Keine emotionale Abhängigkeit: Niemand nutzt das Kind, um die Freundschaft aufrechtzuerhalten oder zu erzwingen.

In meiner Arbeit sehe ich oft, dass Freund*innen diesen Schritt wagen, aber die emotionale und rationale Vorbereitung unterschätzen. Ja, das Kennenlernen fällt aus, das habt ihr in den letzten Jahren sowieso schon gemacht. Aber nochmal: ein guter Freund ist nicht automatisch ein guter Vater und eine vertraute Freundin nicht automatisch der passende zweite Elternteil. Klopft gut ab, wie ihr beide euch Elternschaft vorstellt.

Fazit: Vorbereitung ist der Schutz eurer Freund*innenschaft

Eine bestehende Freund*innenschaft ist eine wunderbare Basis für eine Co Elternschaft mit guten Freund*innen. Sie bietet Vertrauen und Verständnis, das andere Co-Elternpaare erst aufbauen müssen. Doch sie ist kein Ersatz für eine intensive, strukturierte Vorbereitung. Elternschaft ist nicht einfach „Freund*innenschaft plus Kind“. Es ist eine neue Konstellation, die klare Regeln braucht.

Wie werdet ihr euch vorbereiten? Habt ihr Tipps? Schreibt mir dazu gerne einen Kommentar.

Unterschrift Jennifer Sutholt

Ihr möchtet euch bei der Vorbereitung helfen lassen? Dann bucht euch gerne ein Kennenlerngespräch, um herauszufinden, ob ich euch unterstützen kann.

Jennifer Sutholt

Jennifer Sutholt

Jennifer Sutholt ist psychologische Beraterin mit Schwerpunkt Co-Elternschaft, private Samenspende und alternative Familienmodelle. Sie lebt seit zehn Jahren selbst in einer Co-Elternschaft und begleitet Menschen seit acht Jahren auf dem Weg zu ihrem Wunschkind.

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