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Weihnachten ist für viele Menschen ein Fest mit höchster Priorität, daher braucht es die meiste Absprache. Erinnerungen an die eigene Kindheit, Traditionen und Erwartungen treffen aufeinander oder gegeneinander. Weihnachten in Co-Elternschaften macht dieses Paket gerne noch etwas voller, da hier nicht automatisch festgelegt ist, dass abwechselnd bei den Großeltern gefeiert wird, wie das in Kleinfamilien oft der Fall ist. Das kann es allerdings auch leichter machen, eigene Wege zu finden.
Weihnachten in Co-Elternschaften: Pläne bereits in der Verhandlung machen
Damit die Feiertage für das Kind schön werden und alle Erwachsenen auch halbwegs zufrieden sind, lohnt sich eine strukturierte Vorbereitung. Am besten direkt bei der Aushandlung eurer Co-Elternschaft. Dort wird die grundsätzliche Herangehensweise besprochen. Wenn dann das erste Weihnachten gelaufen ist, in dem ihr euch in der Rolle des Elternteils befunden habt, könnt ihr euch nochmal neu besprechen. Aus der Erwachsenenperspektive kann Weihnachten nämlich nochmal ganz anders und viel weniger magisch aussehen. Vielleicht hat eure Familie ganz andere Bedürfnisse als das, was ihr aus eurer Kindheit kennt.
Wie Weihnachten in meiner Co-Elternschaft abläuft und weitere Tipps zur Vorbereitung findet ihr hier:

weihnachten in einer co-familie mit zwei Weihnachtsfesten
Am besten plant ihr früh, konkret und transparent
Erwartungen klären
Schon vor Beginn eurer Elternschaft stellt ihr euch bitte die unten stehenden Fragen. Es werden in der Vorbereitung Pläne gemacht, die dann jedes Jahr, bevor Termine festgelegt werden, neu besprochen werden. Wünsche und Prioritäten können sich bei allen immer wieder ändern. Vorbild einer Einigung können Vorgehensweisen getrennter Eltern sein. Auch Erfahrungsberichte getrennter Eltern können Input geben.
- Was ist beiden Elternteilen wichtig?
- Welche Traditionen sollen erhalten bleiben? Welche wollen wir neu etablieren?
- Sind Ablehnungen eures Familienmodell zu erwarten?
- Wollen wir Heilig Abend separat zu dritt/viert/etc. feiern, ohne erweiterte Familie?
- Wie wechseln wir ab? Jährlich im Wechsel oder Heilig Abend hier und 1. Feiertag dort?
- Und später mit Kind: Wo fühlt sich das Kind wohl? Wie und mit wem möchte das Kind feiern?
Wenn das alles frühzeitig besprochen wird, entstehen weniger Missverständnisse. Eine ehrliche Reflexion nach den Feiertagen kann helfen, es nächstes Jahr besser zu machen.
Kurze Anregung: kleine Kinder können auch entspannt ein paar Tage früher oder später feiern, sie kennen die festgelegten Daten noch nicht. Und wenn sie größer sind, kann es schon Tradition sein, dass der Weihnachtsmann bei Oma Anna erst am 28. kommt, weil er jedes Jahr das Haus einfach nicht findet. Traditionen könnt ihr auch selber erschaffen und weil Oma Anna die coolste Oma ist, macht sie natürlich mit.
Feste Absprachen jedes jahr neu treffen
Gerade rund um Weihnachten ist Verlässlichkeit entscheidend. Uhrzeiten, Übergaben, Orte und mögliche Alternativen sollten klar vereinbart sein.
- Wer hat dieses Jahr Heiligabend?
- Wie werden die Feiertage danach verteilt?
- Weil es letztes Jahr so stressig war wegen A, B und C, machen wir dieses Jahr lieber D,E und F.
- Was machen wir, wenn alles zu viel wird?
- Und am wichtigsten: was möchte das Kind?
Alles, was unausgesprochen bleibt, wird früher oder später leichter zum Konfliktthema.
Geschenke koordinieren
Sprecht auch über die Geschenke, wer schenkt was oder schenkt ihr gemeinsam? Bekommt das Kind die Geschenke unter einem Baum oder vom jeweiligen Elternteil? Was übernehmen Großeltern? Bedenkt dabei auch: manchen Erwachsenen ist es wichtig, die Geschenke selber zu übergeben und die Kinderaugen strahlen zu sehen. Geschenk über mehrere Tage in kleinen Portionen zu bekommen, kann sich für mache Kinder allerdings nicht so schön anfühlen. Besonders, wenn andere verwandte Kinder alles auf einmal bekommen und euer Kind gefühlt mit weniger nach Hause geht.
Großeltern und erweiterte Familie einbeziehen
Großeltern sind für die meisten Kinder enge Bezugspersonen und schöne Erinnerungen können hier geschaffen werden. Gleichzeitig können verschiedene Vorstellungen, Erwartungen oder Traditionen zu Druck führen. Wie in JEDER Familie wird das Enkelkind aufgeteilt und besonders, wenn es nur eins gibt, kann das zu Unmut führen. Offenheit ist auch hier der Schlüssel.
Sinnvolle Vorgehensweisen:
- Kind als Mittelpunkt, nicht Traditionen oder Ansprüche.
- Klare Kommunikation, wer das Kind wann sieht.
- Realistische Grenzen, wenn bestimmte Wünsche schlicht nicht vereinbar sind.
- Transparenz, damit niemand das Gefühl bekommt, ausgeschlossen zu werden.
Wenn die Großeltern wissen, wann sie eingebunden werden, reduziert das den Druck auf alle Beteiligten.
Fazit
Mit guter Planung und gutem Willen kann Weihnachten in Co-Elternschaften entspannt und schön für alle Beteiligten sein. Da Weihnachten aber generell ein mit Erwartungen von vielen unterschiedlichen Parteien überfrachtetes Fest ist, lohnt sich eine jährliche Absprache. Ist kein Konsens zu finden, sollten Wohl und Wünsche des Kindes als erstes berücksichtigt werden und die Erwachsenen stecken zurück.
Wie findet Weihnachten in anderen Familienmodellen statt?
Solomutterschaft
Entscheidungen liegen bei einer Person, was Planung erleichtert, aber auch belastend sein kann. Abläufe sind flexibler, gleichzeitig trägt eine Person die gesamte Verantwortung für Stimmung, Organisation und Grenzen. Abstimmung mit erweiterter Familie ggf. einfacher. Wenn diese nicht vorhanden ist, kann auch Framily einspringen, was an Weihnachten allerdings auch schwierig sein kann.
Kleinfamilie
Auf dem Papier unkomplizierter, in der Realität ebenfalls voller Erwartungen. Hier steht genauso das Management verschiedener Familien im Vordergrund, was zu gleichen Konflikten führen kann wie in einer Co-Elternschaft, nur mit weiteren Dynamiken. Das romantische, entspannte, magische Weihnachten, bei dem alle glücklich sind, ist in den wenigsten Familien eine echte Realität.
Teilt eure Erfahrungen
Ich habe in meiner Beratung schon Co-Elternschaften an den Vorstellungen von Weihnachten scheitern sehen. Wie ist es bei euch gelaufen? Habt ihr Tipps für andere? Schreibt sie gerne in die Kommentare.
Ich wünsche euch entspannte Weihnachten!

Eine gute Vorbereitung verhindert Stress und Streit an Weihnachten. Bucht euch ein kostenloses Kennenlerngespräch und wir besprechen, wie ich euch bei euren Vorbereitungen auf eine Elternschaft unterstützen kann.

Buche ein kostenloses Kennenlerngespräch bei Jennifer Sutholt, Expertin für Co-Elternschaft, psychologische Beraterin für Personen mit Kinderwunsch mit und ohne romantische*n Partner*in und Mediatorin
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