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Warum dein Kind dich deine Rente kosten kann

Rente, Frau mit Kind im Homeoffice

aktualisiert im Oktober 2025

Viele Frauen unterschätzen, wie stark sich Teilzeitarbeit auf ihre spätere Rente auswirkt und wie schnell man dadurch in Altersarmut landen kann. Kinder kosten nicht nur im aktuellen Monat Geld, sondern kosten hauptsächlich Frauen oft ihre Rente, während Männer wenig bis gar nicht betroffen sind.

Besonders in einer Co-Elternschaft oder anderen alternativen Familienmodellen ist gute finanzielle Vorbereitung essentiell. Eine Co-Elternschaft bedeutet für beide Elternteile mehr Kosten für das Kind als in einer romantischen Beziehung, denn es müssen zwei Wohnungen bezahlt werden und einiges doppelt gekauft werden. In einer Solomutterschaft ist die Frau sogar ganz alleine und trägt alle Kosten alleine. Mir ist es besonders wichtig, dass Frauen wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie ihre Kinder planen. Auch Frauen in romantischen Beziehungen und Ehen übrigens.

Du möchtest direkt mehr über die finanzielle Vorbereitung auf ein Kind wissen: lies dazu den Artikel „Finanzielle Vorbereitung auf ein Kind“.

Kosten und Rentenverlust durch Teilzeit in meiner Co-Elternschaft

Ich habe mit 35 in einer Co-Elternschaft mein Kind bekommen. In einer Co-Elternschaft bekommen zwei oder mehr Personen ein gemeinsames Kind, ohne dass die zeugenden Eltern in einer romantischen Partnerschaft miteinander sind. Die Basis einer Co-Elternschaft ist Freundschaft. Wenn du dieses Familienmodell nicht kennst, lies dich hier ein: Informationen über Co-Elternschaft.

Auf dieses Familienmodell bzw. eine Solomutterschaft habe ich mich jahrelang vorbereitet. Beziehungen waren nie meine große Stärke, daher habe ich bereits mit Mitte 20 angefangen, mich auf eine Solomutterschaft vorzubereiten.

Elternschaft braucht finanzielle Vorbereitung

Ich habe viel gespart, so dass ich mir zum Beispiel 4 Monate extra Elternzeit entspannt selber finanzieren konnte und immer noch ein Polster hatte. Wahrscheinlich hat wenig Geld in der Teenagerzeit und der eine Mann, der mich mit Anfang 20 wirklich viel Geld gekostet hat, bei mir ein Dagobert-Duck-Syndrom ausgelöst, Geldspeicher und so. Ich fühle mich nur sicher und kann ruhig schlafen, wenn ich weiß, dass es keine Eventualität gibt, auf die ich nicht vorbereitet bin. Weder eine kaputte Waschmaschine noch eine Nachzahlung der Nebenkosten macht mir Sorgen. Dass das eine sehr privilegierte Situation ist, ist mir bewusst.

Alle genauen Zahlen findest du im Artikel „Finanzielle Vorbereitung

Ich habe also immer gut auf mein Geld aufgepasst. Ich führe zum Beispiel ein sehr akkurates Haushaltsbuch, heutzutage natürlich eine App, in der ich genau sehen kann, wohin mein Geld fließt und wie ich das optimieren kann. Und so schade ich es manchmal finde, dass ich nie in einer Beziehung war, in der es zur Debatte stand, Kinder zu bekommen oder zu heiraten oder irgendwie das Geld zusammenzulegen, so sehr kommt es mir finanziell zu Gute. Ich habe immer für mich alleine gesorgt, war immer unabhängig und bin immer davon ausgegangen, dass ich alles Finanzielle im Leben alleine stemmen muss.

Finanzen in einer Co-Elternschaft

Mit dem Co-Vater habe ich den Deal, dass er mir Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle zahlt, ein großer Teil davon aber für meine private Altersvorsorge weggeht. Ich arbeite seit dem Ende der Elternzeit Teilzeit und muss den Rentenverlust ausgleichen. Da kostet ein Kind so richtig viel Geld, allerdings so versteckt, dass sich wenige darüber bewusst sind. Und genau da liegt der Hund begraben. Der Co-Vater und ich haben uns vor Zeugung des Kindes hingesetzt, haben das durchgerechnet und haben die Rollenverteilung für uns festgelegt. Ich arbeite jetzt 50%, solange das Kind die Betreuung braucht.

Die Aufteilung ist bei jedem Co-Elternpaar anders, es muss eine Vereinbarung sein, die für alle passt. Oft arbeitet auch in Co-Elternschaften die Frau in der Teilzeit, allerdings hoffentlich gut vorbereitet. In meinem Workbook Co-Elternschaft hat das Kapitel Finanzen 20 Seiten, in denen sich alle Beteiligten intensiv mit allen relevanten Themenbereichen dazu auseinandersetzen. Auch mit der Rente.

Workbook Co-Elternschaft Cover

Workbook Co-Elternschaft

Bereite dich intensiv auf deine Co-Elternschaft vor. Das Workbook begleitet dich von Anfang an. Von der Reflexion deines Kinderwunsches bis zur Vereinbarung mit dem/den anderen Elternteil(en).

Finanzen in einer romantischen beziehung

In romantischen Beziehungen passiert der Wechsel von Vollzeit auf Teilzeit oft unabgesprochen. Die Frau arbeitet Teilzeit oder gar nicht. Ob nun freiwillig, aus Gründen (weil der Mann mehr verdient) oder warum auch immer, bewerten möchte ich das nicht. Schlimm finde ich nur, wenn sich gar keine beteiligte Person Gedanken gemacht, was das finanziell für die Person bedeutet, die Teilzeit arbeitet. Ja, solche Gespräche sind bar jeder Romantik, nicht kuschelig und kommen so manchem irgendwie nicht angebracht vor. Man liebt sich ja schließlich und bleibt für immer zusammen, das regelt sich schon alles irgendwie.

Das freut mich für alle, bei denen das klappt, statistisch gesehen sind aber ziemlich viele irgendwann wieder getrennt. Und auch nicht immer im Guten. Sich dann auch noch über einen finanziellen Ausgleich der Rente zu einigen, wird vielleicht eher anstrengend. Deshalb ergibt es doch durchaus Sinn, sich frühzeitig hinzusetzen und die Finanzen durchzuschauen. Und am besten alles so zu regeln, dass auch nach einer Trennung alle finanziell unbeschadet aus der Nummer herauskommen. Kann man auch vertraglich festlegen. Im Ehevertrag zum Beispiel.

Fakt ist: Teilzeit kostet Rente

Ein Kind kostet ziemlich viel. Nicht nur das Pony und der Ballettunterricht, das sind offensichtliche Kosten, sondern auch die Rente sinkt signifikant, wenn man sich für eine Teilzeit entscheidet. Ich habe es mir bei der Deutschen Rentenversicherung durchrechnen lassen. Arbeite ich bis zum Ende meiner Arbeitszeit Vollzeit, so komme ich auf ungefähr 1600€ Rente. Brutto, versteht sich. Klingt wenig? Es kommt noch schlimmer. Arbeite ich noch 10 Jahre 50% und dann 15 Jahre lang 75% und gehe dann in Rente, bekomme ich 953€. Immer noch Brutto. DESHALB ist ein Kind teuer.

(Edit aus 2025: seit das Kind zur Schule geht, arbeitet ich nur noch knapp unter 40%, weil sich die Betreuung anders nicht darstellen lässt. Berechnete Rente liegt nun bei 695€ Brutto. Du siehst, Pläne können sich auch immer ändern.)

Ja, ich habe sehr konservativ mit dem Worst-Case rechnen lassen, aber auch mit weniger Teilzeit wird es nicht viel besser. Ich habe dann 42 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt, mit einem durchaus zumindest ok guten Gehalt, doch was am Ende rumkommt, das ist wirklich wenig. Schon in Vollzeit gibt es Handlungsbedarf. Wer keine Firmenrente bekommt, muss mit der staatlichen Rente auskommen. 1600€ Brutto sind ziemlich wenig, höchstens wenn man im Alter mietfrei wohnt, kann das reichen. Es lohnt sich also auch als Single, nochmal nachzurechnen, was am Ende des Lebens übrig bleibt.

Vorbereitung so jung wie möglich

Nun bin ich in der wirklich privilegierten Lage, dass mein Vater sich auskennt und mich schon mit 21 gezwungen hat, eine private Rentenversicherungen abzuschließen. Die wird mir einiges ausgleichen, allerdings nur deshalb, weil sie schon so lange läuft. Denn mit meinem aktuellen Teilzeitgehalt kann ich so viel gar nicht mehr einzahlen. Trotzdem lege ich monatlich mehr als 200€ für meine Rente zurück. Aber auch kleine Beträge helfen, denn die Zeit ist ein großer Faktor. Also die Rentenlücke nicht ignorieren, auch wenn es nervt und schmerzt, denn ignorieren ist einer der Hauptgründe, warum es bei vielen dann doch schief geht.

Gedanklich raus aus den 50ern

Auch heute noch agieren viele romantische immer noch so wie unsere Eltern. Mann arbeitet, Frau zu Hause, doch die Absicherung ist eine ganz andere heutzutage, besonders, wenn man nicht verheiratet ist. Da sehe ich wirklich Bedarf zum Umdenken. In jeder Kalkulation von Paaren sollte der Punkt „private Altersvorsorge der Teilzeit arbeitenden Person“ mit dabei sein.

Auf meiner Webseite geht es um alternative Familienmodelle. Planst du ein solches Modell, hast du die Chance, es durch gute Vorbereitung besser zu machen und informiert und vorbereitet in deine Elternschaft zu gehen.

Co-Elternschaft bedeutet mehr vorbereitung

Vielleicht macht es unser Konzept von Familie etwas einfacher. Man ist emotional nicht so eng verbunden wie in einer romantischen Beziehung und kann auch Themen, die wirklich unsexy sind, offen besprechen. Auch wenn uns allen das unangenehm ist. „Über Geld spricht man nicht“, dieser Grundsatz gilt in Co-Elternschaften nicht. Auch wenn es sich merkwürdig anfühlt, nutzt die Chance, euch gut aufzustellen.

Wenn du dir erstmal einen Überblick über alle relevanten Themen verschaffen möchtest, trage dich in meinen Newsletter ein. So bekommst du nicht nur regelmäßig Informationen zu Co-Elternschaft und anderen alternativen Familienmodellen, sondern auch die Checkliste Co-Elternschaft kostenlos zugeschickt.

Checkliste Co-Elternschaft Cover, mit Schreibblock und Kalender und Inhaltsverzeichnis

Checkliste Co-Elternschaft

Bekomme einen ersten Überblick über die Vorbereitung auf eine Co-Elternschaft. Die Checkliste bekommst du im Tausch gegen die Anmeldung für meinen Newsletter.

Fazit: wissen und Vorbereitung ist der schlüssel

Egal welches Familienmodell du anstrebst, es ist immer gut, zu wissen, welche Kosten auf dich zukommen. Besonders Frauen sollten extrem gut vorbereitet sein, da sie historisch immer die Verliererin nach einer Trennung waren. Altersarmut ist weiblich. Sinn ergibt es aber für jede Person, sich Gedanken darüber zu machen, wie es auch alleine finanziell machbar ist, ein Kind zu bekommen.

Du möchtest dich optimal auf deine Co-Elternschaft vorbereiten? Dann vereinbare gerne einen Termin bei mir. Als Expertin für Co-Elternschaft und psychologische Beraterin unterstütze ich seit Jahren Menschen auf dem Weg in ihre Co-Elternschaft. Gemeinsam besprechen wir alle wichtigen Punkte, besonders auch die finanziellen Aspekte.



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12 Gedanken zu „Warum dein Kind dich deine Rente kosten kann“

  1. Liebe Jenny, das ist ein sehr unromantischer, aber wahnsinnig wichtiger und guter Beitrag! Dank dir habe ich auch ein bisschen mehr über meine voraussichtliche, finanzielle Zukunft gelernt und es ist wichtig, dass dieses Thema Aufmerksamkeit bekommt!

    1. Danke, liebe Andrea! Je mehr sich damit beschäftigen, desto besser. Es gibt eine ganze Reihe von Artikeln von verschiedenen Blogs, sehr spannend.
      Liebe Grüße

  2. Hallo! Ich finde das auch wirklich ein wichtiges Thema. Danke! Derzeit informiere ich mich noch, wie man die Ausgleichszahlung/den Unterhalt am besten anlegt, damit es bis zur Pensionierung noch etwas wert ist. Wie machst du das? Liebe Grüße!

    1. Hallo Kathrin,
      schön, dass du dich schon informierst, das ist der erste Schritt. Ich zahle mein Geld über eine Entgeltumwandlung in einen Pensionsfonds ein, das bietet meine Firma als Privatrente an, so weit ich weiß, geht sowas aber nur über einen Arbeitgeber. Ansonsten habe ich noch einen Bonussparplan über 30 Jahre laufen, da sammelt sich auch ganz gut was an. Wirkliche Finanzberatung kann ich aber nicht geben, für mich sind das trotzdem oft alles böhmische Dörfer 😉 Vielleicht kennst du jemanden, der die ein bisschen beraten kann? Bei mir ist mein Vater der Ansprechpartner.
      Liebe Grüße
      Jennifer

  3. Danke, dass es so schonungslos vor die Augen gehalten wird. Wenn man ehrlich ist, sind da Dinge, über die man sich beim Kinderwunsch noch nicht so speziell Gedanken macht und selten vorab mal wirklich so langfristig denkt. Wie heißt die App, die Du benutzt?

    1. Hallo Lena,
      Ja, es ist wirklich nicht gewöhnlich, dass man sich schon im Vorhinein so viele Gedanken macht, was eigentlich schade ist, denn so sollte es doch sein. Ich hoffe, es findet bald ein Umdenken statt. Besonders diese sehr deutsche Mentalität, nicht über Geld zu sprechen, macht es nicht einfacher. Ich benutze als Haushaltstagebuch eine App für das MacBook, sie heißt iFinance4, es gibt aber so einige.
      Liebe Grüße
      Jennifer

  4. Auf den Punkt gebracht. Das sind alles Dinge, um die man sich vorher überhaupt keine Gedanken macht, aber irgend wann holt dieses ganze Thema einen ein.

  5. Sehr guter Beitrag zum Thema!
    Ich finde es erschreckend, dass jeder, der ab seinem 18. LJ ununterbrochen einzahlt aber weniger als 2400€ verdient, gerade einmal Mindestrente bekommt. Das ist zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Jede Elternzeit, jedes Gap Year oder was auch immer reißt das ganze Konzept auseinander. Und ja, Elternsein ist ein hohes finanzielles Risiko. Schön also, dass Du das einmal so aufgeschrieben hast. Danke!

    1. Hey Nickel,

      Vielen Dank für deinen positiven Kommentar. Es ist wirklich ein so wichtiges Thema, da kann man gar nicht oft genug drüber reden

  6. Pingback: #MamasUndMoneten: Wie es weiter geht

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