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Kriterien für meinen Co-Vater

Kriterien für meinen Co-Vater, Männerhand mit Babyhand

Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir – daher kennzeichne ich das als Werbung.

Bevor ihr diesen mittlerweile 10 Jahre alten Artikel lest, möchte ich ihn kurz einordnen. Der Artikel selber ist bis auf sprachliche Bearbeitung unverändert, weil ich es wichtig finde, dass ihr meine authentischen Gedanken nachlesen könnt. Im Laufe der Zeit und besonders seit Beginn meiner Beratungen ist mir bewusst geworden, wie naiv und unvorbereitet ich an die Sache herangegangen bin. Ich hatte wirklich Glück, dass es bei uns so gut funktioniert.

Wenn ihr gerade in der Vorbereitung seid, könnt ihr zum Beispiel meine Checkliste Co-Elternschaft nutzen, um euch einen ersten Überblick über alle wichtigen Themen zu verschaffen. Damit seid ihr deutlich besser aufgestellt als ich damals.

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Und jetzt viel Spaß mit dem Artikel:

In der Jugend entscheiden die Hormone

Die Idee steht, ich möchte ein Kind bekommen. Davor ist noch viel mentale Arbeit zu leisten. Über vieles bin ich mir ja schon im Klaren. Die Kriterien für den Co-Vater kenne ich auch. Auf dem Weg dahin habe ich mir mal überlegt: wie sucht man sich einen Partner aus? Sicher nicht vorrangig nach seinen Vaterqualitäten. Zumindest wenn man jung ist, verliebt man sich in ein Gesicht, eine Person, ein Gefühl und da man gedanklich unfassbar flexibel ist, nimmt man die Macken des anderen hin. Oder bemerkt sie nicht und da oft so jung sowieso gar nicht Partner*innen fürs Leben gesucht werden, funktioniert das System. Beziehungen in jungen Jahren bleiben oft wenige Monate kurz, zumindest bei mir war das so.

Wahrscheinlich bin ich auch einfach falsch an die Sache herangegangen, denn hätte man mehr auf die Einzelheiten geachtet, wären es vielleicht sogar Jahre geworden. Wer weiß. Doch wenn man Anfang 20 ist, achtet man selten auf das Potential der Langlebigkeit einer Beziehung. Und war es nicht wunderbar? Ich habe diese reine Verliebtheit ohne Hirn immer sehr genossen, von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, die Gefühle spielten verrückt, man litt und litt und dachte man überlebt es nicht und dann war am Ende doch alles gut.

grosse erwartungen an einen Partner

Bester Freund und Geliebter sein und die besten Vaterqualitäten mitbringen. Mit Anfang 30 benutzte ich mehr mein Gehirn als mein Herz oder zumindest ging das Gehirn schneller wieder an nachdem der Blitz eingeschlagen hat. Doch nun wird es schnell schwierig. Ich muss den anderen ja mögen, lieben, begehren, aber gleichzeitig muss er ertragbare Macken haben, die eigenen mittlerweile liebevoll kultivierten Fehler ertragen können (ein sehr wichtiger Punkt), alle für Frau wichtigen Vaterqualitäten mitbringen, ein bester Freund, ein Partner in Crime, ein Lover sein; die Liste lässt sich beliebig weiter führen. Schwierig.

Und dann sind da die eigenen Vorstellungen von einer Beziehung, die die meisten so mit 14 festlegen und die dann nur noch leicht modifiziert werden. Ob er nun mit Pony oder Porsche kommt, das ist eigentlich auch nur die Variation eines Musters. Lange tiefsinnige Gespräche am Lagerfeuer, intellektuelle Funken sprühen, die Luft flirrt vor Spannung zwischen den Partner*innen, so soll es doch sein. Hollywood lässt grüßen. Zusammen wird die Welt bereist, es ist alles wild und leidenschaftlich und hat wenig mit Alltag und schmutziger Wäsche (warum verdammt noch mal VOR dem Wäschekorb auf dem Boden?). Die Erwartungen sind hoch, die entstehende Beziehung von vornherein damit überfrachtet und alle Beteiligten selber schnell ernüchtert.

Wenn nur die Vaterqualitäten zählen

Warum ich das schreibe? Weil ich in der wie ich finde sehr glücklichen Situation bin, den Vater meines Kindes nur nach Vaterqualitäten auszusuchen. Glaubt mir, das macht das Leben ziemlich viel einfacher. Zumindest in dieser Beziehung. Natürlich will ich mich mit dem Co-Vater gut verstehen und befreundet sein, aber sehr viele Aspekte fallen weg, wenn der romantische Teil der zwischenmenschlichen Beziehung wegfällt. Bei uns speziell sieht das Kennenlernen dann so aus:

‚Gehst du gerne aus?‘ – ‚Nein.‘

Als Partner langweilig, als Papa perfekt, denn so kann ich ausgehen, wenn ich das möchte und das Kind bleibt bei ihm.

‚Ich schnarche.‘ – ‚Ok, kein Problem‘

Das ist ein Satz den ich niemals zu meinem Partner sagen würde. Wenn jemand schnarcht, kann ich nicht schlafen, gar nicht, niemals, nicht mit Ohrenstöpseln, ein absolutes K.O. Kriterium. Und hier ist es kein Problem. Herrlich.

‚Was machst du Silvester?‘ – ‚Ich glaube, ich bleibe daheim und lese ein Buch.‘

Als Paar ist Streit vorprogrammiert, als Co-Eltern denke ich mir: super, Silvester ist das Kind also auch bei dir.

‚Meine Eltern sind orthodox.‘

Aaaah, Religion, ein Reizthema für mich, aber nicht in dieser Situation, denn sie feiern Weihnachten am 6. Januar, das Kind ist also Heiligabend bei mir, da gibt es schonmal keinen Zwist, im Januar dann bei ihm und seinen Eltern. So  habe ich mir nicht nur einen ‚Schwiegereltern‘ Besuch gespart, sondern alle Omas und Opas bekommen das, was sie wollen. Toll! Und das arme Kind hat auch noch zweimal Bescherung.

Vater und Partner haben unterschiedliche kriterien

Ihr seht also, Kriterien, die einen Partner vielleicht unattraktiv machen oder eine Beziehung von Anfang an verhindern, weil man sich nach der ersten Nacht morgens um 04:00 aufgrund seiner Sägearbeiten raus schleichen musste, gelten hier einfach nicht. Die Kriterien für einen Co-Vater sind einfach ganz anders. Man kann ein ganz anderes Maß anlegen und da keine Gefühle im Spiel sind, kann man das auch ganz entspannt tun. Natürlich muss man den anderen mögen, man wird ihn schließlich den Rest seines Lebens um sich haben, aber es ist doch wesentlich entspannter, wenn das Herz nicht mitspielen darf.

Nach welchen Kriterien würdest du einen Co-Vater für dein Kind aussuchen?

PS: Wenn du selber gerade einen Co-Elternteil suchst, komm doch gerne in eins meiner Vernetzungstreffen oder in die WhatsApp Gruppe Co-Eltern im Austausch. Dort kannst du dich austauschen und vielleicht sogar einen Co-Elternteil finden.


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2 Gedanken zu „Kriterien für meinen Co-Vater“

  1. Haha, meine Frau hat mir gerade laut lachend den Laptop rübergegeben.
    In etwa genauso lief unser Date als potentielle Co-Eltern
    und wir lachten noch drüber das das als Partnerschaft nie funktionieren würde.

    Da nach der Geburt aber speziell mein Wunsch „überall dabei zu sein“ so groß war,
    funktionierte es dann noch vor Chiara’s erstem Geburtstag dann doch. 🙂

    Mittlerweile sind wir drei Jahre verheiratet und Mini Nr. 2 hat sich für den Sommer angekündigt.
    Man sollte also niemals nie sagen … 😛

    1. Hallo Felix,

      Wie schön, dass es bei euch so Hollywood mäßig geklappt hat. Wahnsinn, wie im Märchen. Jetzt nach 3,5 Jahren bin ich mir immer noch zu 100% sicher, dass es bei uns nicht so sein wird 🙂 Der Papa sicher auch. Aber ich finde es ganz toll, dass es bei euch so war. Magst du mehr dazu erzählen? Ich setze deine Geschichte gerne auf den Blog.
      Liebe Grüße
      Jennifer

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