Wie ich meinen Co-Papa gefunden habe
Drittes Glas Weißwein, eine Kollegin, und ein Satz, der alles veränderte. So kam ich zum Konzept der Co-Elternschaft, und zu meinem Co-Vater.
Wenn du den vorherigen Artikel noch nicht kennst, liest du ihn hier: Vorbereitung auf meine Schwangerschaft
Hinweis
Dieser Artikel stammt aus meinem Online-Tagebuch, das ich ab 2016 während meiner Schwangerschaft in einer Co-Elternschaft und den ersten Jahren mit Kleinkind geschrieben habe. Heute begleite ich als psychologische Beraterin Menschen, die dieselben oder ähnliche Wege gehen. Wenn du Fragen zu Co-Elternschaft, privater Samenspende oder Solomutterschaft hast, buch dir gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch.
Zur BeratungIch erzähle euch jetzt mal wie ich mir das vorstelle. Mit Kind ohne Mann. Dafür aber mit einem Partner. Keinem romantischem Partner, sondern mit einem anderen Elternteil. Mit Papa. Alleine wird es als Flugbegleiterin schwierig. Außerdem: zu einem Papa kann man aufschauen, er ist lieb und das Kind freut sich, wenn er nach Hause kommt und einem einen Aschenbecher aus dem Flugzeug schenkt (ach ja, die 80er). Er soll wunderbare Reden auf der eigenen Hochzeit halten und einen zum Altar führen und das erste eigene Auto bezahlen. Und irgendwann soll er auch noch der beste Opa sein. So wie mein Vater.
Was ich also brauche, ist ein Papa. Einen, der Lust darauf hat, sich um sein Kind zu kümmern. Der Kinder gerne mag. Der mit mir zusammen einen wunderbaren kleinen Menschen großziehen möchte. Jemanden, der Kinder nicht als Last oder Einschränkung sieht sondern als Bereicherung. Der Spaß am Windelwechseln hat. Okay, keiner wechselt gerne Windeln. Wer einmal ein Kind hochgehoben hat, das sich bis ins Genick eingeschissen hat… Aber ich schweife ab.
Wo sind die Papas?
Es muss doch sowas geben, Männer, die auch gerne eine Familie hätten. Bei denen es mit der Beziehung auch noch nicht geklappt hat, die aber vielleicht ohne Sauerstoffzelt mit ihrem 10 jährigem Kind Fußball spielen möchten, sprich nicht erst mit Mitte 60 draufkommen. Das muss doch zu finden sein.
Und dann kam das Schicksal.
Es wird ein Co-Vater
Ich hatte mich gerade getrennt und war wirklich unglücklich. Nach einem Flug saßen eine Kollegin und ich im Café und ich erzählte ihr von meiner Trennung aufgrund des Kinderwunsches. Oder sagen wir besser, ich schluchzte die Geschichte in mein drittes Glas Weißwein, während die erste Zigarette seit 3 Jahren zwischen meinen zitternden Fingern steckte. Definitiv nicht der beste Tag meines Lebens. Wahrscheinlich um mich abzulenken, hat sie mir von ihrer Familienkonstellation erzählt, die genau wie oben beschrieben ist, sie lieferte mir auch den Namen des Konzeptes: Co-Elternschaft.
Co-Elternschaft: alle Informationen zu diesem Familienmodell
Zum ÜberblickWie bitte? Kannte ich gar nicht. Das ist die Definition:
In einer Co-Elternschaft ziehen zwei oder mehr Personen gemeinsam ein Kind groß, auf Basis einer Freundschaft, nicht einer romantischen Beziehung.
WeiterlesenMit Papa befreundet
Ich brauche also jemanden, mit dem ich befreundet sein kann, ähnliche Werte teile, gemeinsam Verantwortung übernehme. Einen Freund, mit dem man eine platonische Beziehung führt, in der es sicherlich auch mal Streit gibt, in der aber der verbindende Faktor nicht die Liebe zueinander, sondern die zum Kind ist. Ähnlich wie getrennte Paare, nur ohne den Hass, der auf verloren gegangene Liebe so oft folgt.
Die Kollegin erzählte mir ausgiebig, wie das bei ihnen so läuft, beide Flieger, das Kind wechselt von einem zum anderen, alle happy, Friede, Freude, Eierkuchen. Klingt perfekt für mich.
Und den einen Satz, den sie sagte, den habe ich mir gut gemerkt:
Wenn du jemanden suchst, der gerne ein Kind ohne Beziehung hätte, dann weiß ich genau den Richtigen.
Meine KolleginIch glaube, hier bietet sich mir die perfekte Chance, mein Wunschkind so ähnlich zu bekommen, wie ich es mir vorgestellt habe.

Meine Geschichte
Du liest gerade mittendrin. Wenn du meinen ganzen Weg zur Co-Elternschaft von Anfang an begleiten willst, startest du am besten hier.
Zum Anfang der Geschichte
Jennifer Sutholt
Jennifer Sutholt ist psychologische Beraterin mit Schwerpunkt Co-Elternschaft, private Samenspende und alternative Familienmodelle. Sie lebt seit zehn Jahren selbst in einer Co-Elternschaft und begleitet Menschen seit acht Jahren auf dem Weg zu ihrem Wunschkind.
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