Alleine mit Baby: 10 Vorteile für Mama
Alleine mit Baby zu wohnen kann anstrengend sein, hat aber auch echte Vorteile. Eine ehrliche Liste aus meinem Alltag als Mama in einer Co-Elternschaft.
Falls du den vorherigen Artikel meiner Geschichte noch nicht kennst: Vereinbarkeit und Co-Elternschaft
Hinweis
Dieser Artikel stammt aus meinem Online-Tagebuch, das ich ab 2016 während meiner Schwangerschaft in einer Co-Elternschaft und den ersten Jahren mit Kleinkind geschrieben habe. Heute begleite ich als psychologische Beraterin Menschen, die dieselben oder ähnliche Wege gehen. Wenn du Fragen zu Co-Elternschaft, privater Samenspende oder Solomutterschaft hast, buch dir gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch.
Zur BeratungAlleinerziehend oder alleine mit Baby?
Alleinerziehend oder wie in meinem Fall alleine lebend mit Baby und irgendwann Kind kann ziemlich anstrengend sein. Ist es meistens. Mama ist alleine verantwortlich, keiner hilft, putzt, tröstet Kind (und Mama) oder steht mal nachts auf. Jede, die sich gerade überlegt, ob sie auch das Familiemodell Co-Elternschaft oder sogar Solomutterschaft leben möchte, der hat sicher besonders davor am meisten Respekt. Zu Recht. Keiner verdient mehr Respekt als alleinerziehende Elternteile, egal ob nach einer Trennung oder von vornherein.
Kinderwunsch als Singlefrau: Wege und Möglichkeiten
Zum ArtikelEin paar kleine Vorteile hat es aber schon, wenn man alleine mit Baby ist und die zähle ich hier auf. Ist ja meistens auch einfach eine Sache der Perspektive und Einstellungssache. Aber nicht nur, manche Sachen sind wirklich einfacher. Manche nicht. Wenn du also am Zweifeln bist, ob Elternschaft als Single etwas für dich ist, hier bekommst du vielleicht nochmal Input.
Ps: Wir haben zwar einen sehr engagierten Papa, aber er wohnt eben nicht mit uns in einer Wohnung, daher ergeben sich auch bei uns die folgenden Situationen.
Klare Vorteile, wenn man mit Baby alleine ist
Ich schlafe alleine in einem Bett und somit ist genug Platz für das Baby. Meins schläft an mir dran, selig angekuschelt, und nimmt niemandem den Platz weg, besonders mir nicht, wir kommen auf unseren 1,80m zu zweit ganz gut hin. Also sie kreuz und quer auf 1,60m und ich darf die restlichen 20 Zentimeter ganz alleine haben.
Ich bin nachts alleine. Klingt wie ein Nachteil, ich weiß, macht aber vieles leichter, nur das Wachsein nicht. Aber wenn das Baby schreit oder Nachtschichten einlegt, muss ich nicht krampfhaft versuchen, möglichst ruhig zu sein oder ins Wohnzimmer umziehen, weil der andere am nächsten Tag arbeiten muss. Ich kann die ganze Wohnung benutzen und muss auf niemanden Rücksicht nehmen.
Zu zweit entsteht mehr Dreck als allein. Selbst als ordentlichster Mensch verursache ich Unordnung und Arbeit schon allein durch Anwesenheit, ist so. Doppelte Wäsche waschen und aufhängen, mehr Spülen, kochen etc., ihr wisst, was ich meine. Wenn ich mich selbst gut unter Kontrolle habe und einfach alles sofort wieder da hinstelle, wo es hingehört, dann ist auch so ein Haushalt schnell(er) gemacht.
Es interessiert keinen, ob ich mit einschlafe. Das ist zwar schade, aber so muss ich mich nie nochmal aus dem Bett quälen, um mit meinem Partner Quality time zu verbringen oder zu streiten. Nach 3 Stunden Einschlafbegleitung schlafe ich einfach mit ein. Manchmal sogar vor dem Baby.
Wenn dann doch mal jemand da ist (Papa im Urlaub oder Oma oder so), macht mich das so richtig wütend, wenn derjenige mir dann nicht hilft. Bin ich alleine, weiß ich, ich muss es machen, egal, was es ist und es ist ok. Sind andere da, nervt es mich total, dass ich muss.
Ich habe nur wenige Rollen. Ich bin ich und ihre Mutter. Weder muss ich Partnerin noch Geliebte sein, ich muss mich nicht um meine sich aufgrund des Kindes verändernde Beziehung noch um meinen After Baby Body kümmern oder um sonst eine zwischenmenschliche Beziehung, die unter Schlafmangel, Hormonen und Stress leiden könnte. Nur um sie und mich.
Keinen nervt das Stillen. Konnte ich gar nicht glauben, aber so einige Männer nervt das Stillen anscheinend kolossal. Warum? Neid auf die Bindung oder weil sie die Milchbar lieber für sich haben wollen? Wer weiß, aber um so einen Quatsch muss ich mich auch nicht kümmern.
Es stört den Papa bei uns nicht, dass ich nur deshalb auf ihn warte, damit er schnell das Kind nimmt. Das nehmen Partner ja gerne mal übel, dem Co-Papa ist es egal, er besucht ja sie und nicht mich. Wenn Rettung naht, werde ich gerne ungeduldig und wenn die Kleine anstrengend war, drücke ich sie dem anderen Elternteil einfach in den Arm und renne weg.
Seit ich wieder arbeite, übergeben wir oft einfach das Kind, eine kommt vom Flug, der andere geht, gemeinsame Zeit gibt es nicht. Stört mich aber nicht. Fliegerpaare haben oft genau dieses Problem, dass zwar die Betreuung des Nachwuchses perfekt geregelt ist, das Paar sich aber so gut wie gar nicht sieht.
Er nimmt sie mit zu sich und dann habe ich DIE WOHNUNG GANZ FÜR MICH ALLEINE. Manchmal sogar 2 volle Tage am Stück. Wer noch keine Kinder hat, weiß nicht, wie wertvoll diese Zeit ist. Ich aber kann sie genießen, sie ist super happy bei Papa, er froh und glücklich, auch mal ran zu dürfen und ich in der Badewanne. Perfektes Setup.
Alles eine Sache der Perspektive
Ich hoffe, ich konnte euch damit ein bisschen Mut machen, es auch ohne Partner zu versuchen oder einen neuen Blickwinkel einzunehmen, wenn euch der Partner abgesprungen sein sollte. Welche Weg ihr nehmen könnt, um ohne romantische Partner*innen ein Kind zu bekommen, dann informiert euch hier:

Meine Geschichte
Du liest gerade mittendrin. Wenn du meinen ganzen Weg zur Co-Elternschaft von Anfang an begleiten willst, startest du am besten hier.
Zum Anfang der Geschichte
Jennifer Sutholt
Jennifer Sutholt ist psychologische Beraterin mit Schwerpunkt Co-Elternschaft, private Samenspende und alternative Familienmodelle. Sie lebt seit zehn Jahren selbst in einer Co-Elternschaft und begleitet Menschen seit acht Jahren auf dem Weg zu ihrem Wunschkind.
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Mir ist heute morgen noch aufgefallen, wie praktisch es ist, dass es niemanden stört, wenn man sich nachts mit dem Kind rufend von Zimmer zu Zimmer unterhält.
Meine Kleine hat sich sehr früh demonstrativ aus dem Familienbett inklusive Schlafzimmer verabschiedet und dann auch noch das Montessori floor bed abgelehnt, welches ich aus dem Gitterbettchen in ihrem Zimmer gemacht hatte. Sie wollte das Gitter wieder dran haben, welches sie von einigen darin allein geführten Mittagsschläfchen kannte. Und nach einigen Versuchen hab ich nachgegeben.
So kann sie nachts aber leider nicht zu mir tingeln, wenn etwas ist. Das führt seit Monaten zu diversen Unterhaltungen quer durch die Wohnung zu allen möglichen Zeiten * lach *