10 Vorteile, wenn man mit Baby alleine wohnt

Alleinerziehend oder wie in meinem Fall alleinlebend mit Baby und irgendwann Kind kann ziemlich anstrengend sein. Ist es meistens. Mama ist alleine verantwortlich, keiner hilft, putzt, tröstet Kind (und Mama) oder steht mal nachts auf. Wer sich gerade überlegt, ob er auch  das Familiemodell Co-Elternschaft oder sogar Singlemom by Choice leben möchte, der hat sicher besonders davor am meisten Respekt. Zu Recht. Keiner verdient mehr Respekt als alleinerziehende Elternteile, egal ob nach einer Trennung oder von vornherein. Ein paar kleine Vorteile hat es aber schon, wenn man mit Baby alleine ist und die zähle ich hier auf. Ist ja meistens auch einfach eine Sache der Perspektive und Einstellungssache, aber nicht nur, manche Sachen sind wirklich einfacher. Wer also am Zweifeln ist, ob Elternschaft als Single etwas für ihn ist, der bekommt hier vielleicht nochmal Input.

Ps:Wir haben zwar einen sehr engagierten Papa, aber er wohnt eben nicht mit uns in einer Wohnung, daher ergeben sich auch bei uns die folgenden Situationen.

  1. Man schläft alleine in einem Bett und somit ist genug Platz für das Baby. Meins schläft an mir dran, selig angekuschelt und nimmt niemandem den Platz weg, besonders mir nicht, wir kommen auf unseren 1,8m zu zweit ganz gut hin.
  2. Man ist nachts alleine. Klingt wie ein Nachteil, ich weiß, macht aber vieles leichter, nur das Wachsein nicht. Aber wenn das Baby schreit oder Nachtschichten einlegt, dann muss man nicht krampfhaft versuchen, möglichst ruhig zu sein oder ins Wohnzimmer umziehen, weil der andere am nächsten Tag arbeiten muss. Ich kann die ganze Wohnung benutzen und muss auf niemanden Rücksicht nehmen. Wenn sie um 02:00 wach ist und spielen möchte, dann denke ich mir: ‚oh, wie schade, ich hätte gerne noch geschlafen, aber egal‘ (hier lief ein Höflichkeitsfilter drüber, ich denke, ihr wisst, was man da so denkt), stehe auf und beginne den Tag eben mit ihr um 02:00. Machen wir halt um 09:00 Mittagsschlaf. Und nein, Licht auslassen und betonen, dass nachts nicht gespielt wird, das funktioniert bei uns nicht, falls jemand diesen guten Tipp gerade geben wollte.
  3. Zwei machen mehr Dreck als einer. Selbst der ordentlichste Mensch verursacht Unordnung und Arbeit allein durch Anwesenheit, ist so. Doppelte Wäsche waschen und aufhängen, mehr Spülen, kochen etc., ihr wisst was ich meine. Ich wasche einmal die Woche ungefähr unsere Klamotten und gut. Ich koche immer für 2 Tage für uns beide. Und esse das gerne das kindgerechte Essen. Wenn man sich selber dann noch gut unter Kontrolle hat und einfach alles sofort wieder da hinstellt wo es hingehört , dann ist auch so ein Haushalt schnell(er) gemacht. Es sei denn, das Baby will nicht, dann nicht.
  4. Es interessiert keinen, ob ich mit einschlafe. Das ist zwar schade, aber so muss ich mich nie nochmal aus dem Bett quälen, um mit meinem Partner Quality time zu verbringen oder zu streiten, Nach 3 Stunden Einschlafbegleitung schlafe ich einfach mit ein. Manchmal sogar vor dem Baby.
  5. Wenn dann doch mal jemand da ist (Papa im Urlab oder Oma oder so), dann macht zumindest mich das so richtig wütend, wenn derjenige mir dann nicht hilft, sei es, weil keine Lust, keine Ahnung wie oder weil er/sie schläft. Meistens aber, weil das Baby das nicht will oder derjenige keine Milch gibt. Bin ich alleine, weiß ich, ich muss es machen, egal, was es ist und es ist ok. Sind andere da, nervt es mich total, dass ich muss.
  6. Ich habe nur wenige Rollen. Ich bin ich und ihre Mutter. Weder muss ich Partnerin noch Geliebte sein, ich muss mich nicht um meine sich aufgrund des Kindes verändernde Beziehung noch um meinen After Baby Body kümmern oder um sonst eine zwischenmenschliche Beziehung, die unter Schlafmangel, Hormonen und Stress leiden könnte. Nur um sie und mich.
  7. Keinen nervt das Stillen. Konnte ich gar nicht glauben, aber so einige Männer nervt das Stillen anscheinend kolossal. Warum? Neid auf die Bindung oder weil sie die Milchbar lieber für sich haben wollen? Wer weiß, aber um so einen Quatsch muss ich auch nicht kümmern.
  8. Es stört den Papa bei uns nicht, dass ich nur deshalb auf ihn warte, damit er schnell das Kind nimmt. Das nehmen Partner ja gerne mal übel, dem Co-Papa ist es egal, er besucht ja sie und nicht mich. Kenne ich von mir selber, wenn Rettung naht, dann wird man gerne ungeduldig und wenn die Kleine anstrengend war, drückt man sie dem anderen Eternteil einfach in dem Arm und rennt weg. Weil man eben doch mal gerne alleine aufs Klo gehen möchte oder irgendetwas vorhat, was ohne Kind besser geht.
  9. Seit ich wieder arbeite, übergeben wir oft einfach das Kind, einer kommt vom Flug, der andere geht, gemeinsame Zeit gibt es nicht. Stört aber keinen. Fliegerpaare haben oft genau dieses Problem, dass zwar die Betreuung des Nachwuchses perfekt geregelt ist, das Paar sich aber so gut wie gar nicht sieht.
  10. Er nimmt sie mit zu sich und dann habe ich DIE WOHNUNG GANZ FÜR MICH ALLEINE. Manchmal sogar 2 volle Tage am Stück. Wer noch keine Kinder hat, weiß nicht, wie wertvoll diese Zeit ist. Und wie selten Mamas das ohne schlechtes Gewissen genießen können. Ich aber kann es, sie ist super happy bei Papa, er froh und glücklich, auch mal ran zu dürfen und ich in der Badewanne. Perfekter setup.

Ich hoffe, ich konnte euch damit ein bisschen Mut machen, es auch ohne Partner zu versuchen oder einen neuen Blickwinkel einzunehmen, wenn euch der Partner abgesprungen sein sollte.

Was zusätzlich noch einen riesen Unterschied macht, ist, dass man von Anfang an anders an die Sache herangeht, wenn man weiß, man wird den Großteil der Säuglingspflege machen oder eben alles alleine. Meist handelt es sich bei den unkonventionellen Familienmodellen um Mamas und Papas, die für ihren Kinderwunsch alles tun würden und sich sehr gut überlegt haben, wie das laufen könnte. Das hilft natürlich und ist viel einfacher, als wenn man auf einmal alleine gelassen wird vom Partner. Das ist dann erstmal so richtig sch…..

Verfasst von

35, alleinstehend, mit Kinderwunsch. Da diese Kombination so ziemlich jeden Mann verschreckt, habe ich mich entschlossen, alleine ein Kind zu bekommen. Über diese Reise werde ich schreiben.

Ein Kommentar zu „10 Vorteile, wenn man mit Baby alleine wohnt

  1. Mir ist heute morgen noch aufgefallen, wie praktisch es ist, dass es niemanden stört, wenn man sich nachts mit dem Kind rufend von Zimmer zu Zimmer unterhält.
    Meine Kleine hat sich sehr früh demonstrativ aus dem Familienbett inklusive Schlafzimmer verabschiedet und dann auch noch das Montessori floor bed abgelehnt, welches ich aus dem Gitterbettchen in ihrem Zimmer gemacht hatte. Sie wollte das Gitter wieder dran haben, welches sie von einigen darin allein geführten Mittagsschläfchen kannte. Und nach einigen Versuchen hab ich nachgegeben.
    So kann sie nachts aber leider nicht zu mir tingeln, wenn etwas ist. Das führt seit Monaten zu diversen Unterhaltungen quer durch die Wohnung zu allen möglichen Zeiten * lach *

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