familyship.org – Deine Plattform für Co-Elternschaft

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Wenn du dich in das Thema Co-Elternschaft einliest, dann kommst du an der Website familyship.org eigentlich nicht vorbei. Ich empfehle die Seite von Christine Wagner und Miriam Förster schon immer gerne. Weil sie schön und übersichtlich gestaltet ist, weil sie mit Herzblut gemacht ist und weil ich wirklich selten von Frauen eine Beschwerde über diese Seite höre.

Schon so lange wollte ich mit Christine Wagner ausführlich über ihre Seite sprechen, jetzt ist es endlich soweit. Das rechts auf dem Bild ist sie übrigens, zusammen mit Miriam.

Die Entstehungsgeschichte von familyship.org

Liebe Christine, deine Website kennen sicher die meisten, magst du trotzdem nochmal kurz berichten, worum es bei euch geht und warum du diese Seite ins Leben gerufen hast? Deine eigene Geschichte ist ja eng mit der der Website verbunden, dann lernen wir dich gleich noch ein bisschen kennen.

Familyship ist eine Website, auf der es möglich ist, Menschen kennen zu lernen, die einen Kinderwunsch haben. Sei es nun weil Ihnen im richtigen Moment der/die richtige Partner*in fehlt, sei es wegen der sexuellen Orientierung, der biologischen Uhr, dem Wunsch, nicht das Modell der klassischen Kleinfamilie zu entsprechen oder oder oder. Was entsteht, ist letztendlich sehr individuell. Das können Co-Elternschaften sein, Regenbogenfamilien, Solo-Mutterschaften, doch die große Liebe und noch vieles mehr, wofür wir womöglich gar keine Namen und keine Kategorien haben. So war es eben auch bei uns, also Miriam und mir, als wir vor etwa zehn Jahren die Seite gründeten. Wir waren ein lesbisches Paar mit Kinderwunsch und suchten mehr als einen Samenspender. Da gab es leider keine passenden Angebote online, sodass wir Familyship ins Leben riefen und damit relativ schnell und plötzlich schon unser „erstes Baby“ hatten.

Christines Weg zum Wunschkind

Magst du ein bisschen von eurem Weg und Alltag erzählen?

Bei Familyship haben wir dann recht flott einen schwulen Mann kennen gelernt, der uns interessierte. Leider hielt die Partnerschaft zu Miriam nicht mehr lange. Die zukünftige Elternschaft aber entwickelte sich weiter. Ich habe erst zu dem Zeitpunkt verstanden, dass es möglich ist, Partnerschaft und Elternschaft voneinander zu trennen. So war ich also Single und lernte Gianni immer weiter kennen, bis wir uns nach etwa einem Jahr dazu entschlossen, es mit der gemeinsamen Elternschaft zu versuchen. Unsere Tochter kam dann 2013 zur Welt und dürfte damit eines der ältesten Familyship – Kinder sein. Momentan leben wir in zwei Haushalten, unsere Tochter verbringt zu gleichen Teilen ihre Zeit mit ihrem Vater und mit mir. Das größte Projekt, das uns gerade bevorsteht, ist die Anschaffung eines Haustieres. Wie geht das im Wechselmodell?

Ja, das ist bei uns auch Thema. Ich nutze das konsequent als Ausrede, ich mag nämlich kein Haustier haben. Zurück zum Thema. Wie ist denn eure Erfahrung? Melden sich immer mehr Personen bei familyship.org an?

In den vergangenen Jahren verzeichnen wir eine kontinuierliche Zunahme der Neuregistrierungen. Das sind bei Weitem keine Zahlen, wie bei Singlebörsen, aber dennoch eine zunehmend große Gruppe an Menschen, denen ihr Kinderwunsch am Herzen liegt.  

Erst LGBTQY, jetzt Single Frauen

Alternative Familienmodelle werden ja immer bekannter und auch beliebter, spiegelt sich auch das in euren Zahlen wieder? Ändern sich auch eure Klienten? Also wer war denn ganz zu Beginn die Hauptgruppe und wer ist nun auf eurer Seite zu finden?

Das ist vollkommen richtig. Zu Beginn sind wir in der LGBTQI-Community gestartet mit unserem Angebot. Nach und nach kamen immer mehr heterosexuelle Frauen hinzu, meist Single. Da haben wir uns zunächst gewundert. Inzwischen ist diese Gruppe die größte unter unseren Nutzer:innen, gefolgt von homosexuell orientierten Menschen und neuerdings kommen vermehrt heterosexuelle Single-Männer hinzu. Ich glaube, diese haben es am schwersten in unserer Gesellschaft, zu ihrem Kinderwunsch zu stehen und ihn unabhängig von Partnerschaft zu leben, schließlich tickt keine biologische Uhr. Ich halte das für eine gute Entwicklung, dass immer mehr Männer sich bei Familyship anmelden. Es zeigt doch, dass Kinderwunsch individuell ist und sich nicht an Geschlecht oder sexueller Orientierung festmacht – sondern leider noch zu sehr an gesellschaftlichen Konventionen. 

Sicherheit liegt familyship.org sehr am Herzen

Weil sich das ganz viele fragen, hauptsächlich Frauen, was tut ihr denn, um faule Profile auszusortieren? Manch eine hat ja doch schlechte Erfahrungen gemacht mit unangebrachten Anfragen oder Belästigungen.

Schwarze Schafe gibt es natürlich überall, auch bei Familyship. Wir haben eine recht strikte Policy, wer dagegen verstößt, wird ermahnt und wer erneut verstößt, wird der Seite verwiesen. Das ist die eine Hürde, die größte und andere Hürde aber ist es, dass Registrierungen kosten. Niemand kann kostenlos Nachrichten verschicken, das hält viele, die andere Absichten haben, schlichtweg ab. Unabhängig davon, versuchen wir, dass Familyship eine liebevoll gestaltete und persönliche Seite ist, werbefrei und mit hohen Ansprüchen an den Datenschutz und schnellen Support. Wir hoffen, dass auch diese Werte dazu beitragen, Familyship so seriös wie möglich sein zu lassen.

Das klingt doch gut. Ich finde die Bezahlhürde auch superwichtig, die gibt es bei den Facebook Foren nicht und entsprechend gruselig wird es da manchmal.

Das stimmt. Da habe ich auch schon zumindest mal sehr merkwürdige Geschichten gehört. Sobald sich eine Person bei uns beschwert, gehen wir dem sofort nach und nehmen das sehr ernst. Ganz einfach ist das natürlich nicht, aber wir möchten nicht, dass sich jemand unsicher oder belästigt fühlt.

10 Jahre Familyship

Familyship.org gibt es jetzt seit 10 Jahren, was sind eure Pläne für die nächsten Jahre?

Wir freuen uns sehr auf die kommenden zehn Jahre, denn wir arbeiten daran, nicht nur die Community weiter zu gestalten, sondern auch Inhalte zu schaffen. Beispielsweise soll dies über eine Art sprechendes Glossar geschehen, also ein Audioformat rundum die Themen der Co-Elternschaft, Regenbogenfamilie, Solo-Mutterschaft etc. Dabei freuen wir uns über kompetente Gäste und neue Einblicke in die Familie der Zukunft.

Gibt es etwas, was du dir besonders wünschst? Sei es von der Politik oder der Gesellschaft?

Ich wünsche mir, dass es immer selbstverständlicher wird, dass Familie dort ist, wo Kinder sind.

Also dass der Begriff Familie nicht direkt ein Bild wie aus einer Zahnpastawerbung hervorruft. Dass die Konstellation drumherum weniger entscheidend wird und es sich nicht nach Plan B anhört, wenn jemand nicht in der klassischen Kleinfamilie lebt. Dass dies auch rechtlich abgestützt wird, halte ich für eine Grundvoraussetzung. 

Liebe Christine, danke dir für das schöne Gespräch.

Kooperation von planningmathilda und familyship.org

Ich freue mich sehr, auch noch verkünden zu können, dass wir ab jetzt enger zusammenarbeiten werden. In Zukunft kommst du direkt von planningmathilda aus zu familyship.org, einfach auf das Logo klicken! Und es wird auch auf familyship.org einen Beitrag von mir geben. Auch im sprechenden Glossar werde ich dabei sein, den verlinke ich ich dir, sobald er online ist.

Hast du Fragen an Christine? Zur Website? Oder hast du eine Erfahrung, die du gerne teilen möchtest? Dann schreib mir gerne hier oder auf Instagram. Dort kannst du auch familyship.org folgen.

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Verfasst von

Ich bin Jennifer, 41 und habe einefünfjährige Tochter zusammen mit einem Co-Vater. Wie ich auf etwas anderem Wege zu meinem Wunschkind gekommen bin, erzähle ich auf diesem Blog.

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