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Co-Elternschaft

Red Flags & Green Flags beim Kennenlernen eines Co-Elternteils

Ich begleite Menschen auf dem Weg zur Co-Elternschaft seit acht Jahren als psychologische Beraterin. Die Frage, was beim Kennenlernen von Co-Elternteilen die wichtigsten Kriterien sind, höre ich ständig. Im Artikel findest du die gängigsten guten und schlechten Zeichen.

Jennifer Sutholt
Jennifer Sutholt
Psychologische Beraterin & Mediatorin · in einer Co-Elternschaft seit 2016

Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir, daher kennzeichne ich das als Werbung.

Du hast jemanden gefunden, der sich eine Co-Elternschaft vorstellen kann. Das erste Gespräch lief gut. Aber wie erkennst du, ob diese Person wirklich geeignet ist? Und wie merkst du, wann du besser die Reißleine ziehst?

Das Kennenlernen eines Co-Elternteils ähnelt einer Partnersuche, mit einem entscheidenden Unterschied: Du verliebst dich nicht. Das ist ein Vorteil, denn Verliebtheit macht blind. Aber es bedeutet auch, dass du bewusster hinschauen musst. Am besten arbeitest du mit meiner Checkliste Co-Elternschaft, auf der du Fragen zu allen wichtigen Themengebieten findest. Die Checkliste ersetzt nicht deine Intuition, aber sie hilft, wenn das Bauchgefühl sich noch nicht festgelegt hat.

Checkliste Co-Elternschaft

Checkliste Co-Elternschaft

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Warum Red Flags so schwer zu erkennen sind

Wer in einer so wichtigen Situation etwas verbergen will, hat wahrscheinlich schlechte Absichten und wird gut darin sein, dich zu täuschen. Gerade am Anfang des Kennenlernens zeigen die meisten Menschen ihre beste Seite. Das gilt für potenzielle Partner*innen und es gilt genauso für potenzielle Co-Elternteile.

Hinzu kommt der Zeitdruck. Wenn die biologische Uhr laut tickt, neigt man dazu, Zweifel wegzureden. Das ist menschlich, aber gefährlich. Denn ein Co-Elternteil, der sich nach der Geburt anders verhält als vereinbart, ist kein kurzes Problem. Das ist eine Situation, die Jahre dauern kann.

Lies dazu auch: Wie lange sollten Co-Eltern sich kennenlernen?

Red Flags: Wann du aufmerksam werden solltest

Ausweichen statt Antworten

Du stellst konkrete Fragen zu Finanzen, Wohnsituation, Arbeit oder Familie und bekommst vage, ausweichende oder immer wieder wechselnde Antworten? Das ist kein Zufall. Wer nichts zu verbergen hat, antwortet klar.

Zu perfekt, zu schnell

Er oder sie passt in allem zu dir. Gleiche Werte, gleiche Vorstellungen, gleiche Erziehungsphilosophie. Alles klingt ideal. Gerade das sollte dich misstrauisch machen. Niemand ist perfekt, und wer bei jeder Frage nickt, hat entweder keine eigene Meinung oder erzählt dir, was du hören möchtest.

Druck in Richtung natürliche Zeugung

Das ist eine harte Grenze. Wer dich dazu drängt, auf eine Insemination zu verzichten und stattdessen Sex zur Zeugung zu nutzen, hat andere Motive als Co-Elternschaft. Egal, wie gut der Rest klingt: sofort beenden.

Kein Zugang zur realen Welt

Du kennst nach mehreren Monaten weder Wohnung, noch Freund*innen, noch Familie. Kein Arbeitsplatz, keine konkreten Alltagsgeschichten, keine Menschen aus seinem oder ihrem Leben. Das ist ein klares Zeichen, dass etwas nicht stimmt.

Abmachungen werden schon beim Kennenlernen gebrochen

Ihr habt vereinbart, euch alle zwei Wochen zu treffen. Er oder sie sagt regelmäßig kurzfristig ab. Ihr hattet ausgemacht, bestimmte Themen schriftlich festzuhalten, das wird immer wieder aufgeschoben. Wie jemand beim Kennenlernen mit Vereinbarungen umgeht, zeigt dir, wie er oder sie es nach der Geburt tun wird.

Konflikte werden komplett vermieden

Wer bei jeder Meinungsverschiedenheit sofort nachgibt oder das Thema wechselt, ist wahrscheinlich nicht besonders konfliktfähig und das ist kein gutes Zeichen. Ihr werdet in einer Co-Elternschaft oft anderer Meinung sein. Wer keine eigene Position vertreten kann oder jede Spannung vermeidet, wird im Ernstfall auch nicht standhaft sein.

Green Flags: Woran du erkennst, dass jemand es ernst meint

Konkrete, konsistente Antworten

Die Angaben zu Job, Finanzen, Wohnsituation und Familie bleiben über die Monate gleich und lassen sich nachprüfen. Konsistenz ist ein Zeichen von Ehrlichkeit – und gibt dir eine belastbare Grundlage für deine Entscheidung.

Eigene Meinung, auch wenn sie nicht passt

Er oder sie ist anderer Meinung als du, sagt das offen und diskutiert es sachlich. Das ist kein Problem. Das ist eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Co-Elternschaft.

Aktive Vorbereitung

Die andere Person bringt selbst Themen ein, liest sich ein, stellt Fragen, will die Checkliste Co-Elternschaft gemeinsam durchgehen oder kauft das Workbook Co-Elternschaft. Wer sich eigeninitiativ vorbereitet, nimmt die Sache ernst. Das Workbook begleitet euch beide durch die gesamte Vorbereitung bis zur Vereinbarung.

Workbook Co-Elternschaft

Workbook Co-Elternschaft

150 Seiten geführte Vorbereitung, von der Reflexion des Kinderwunsches bis zur schriftlichen Vereinbarung mit dem Co-Elternteil. Selbstständig, in deinem Tempo.

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Zugang zum echten Leben

Du lernst Freund*innen kennen, siehst die Wohnung, weißt wo er oder sie arbeitet und wirst in den Alltag eingebunden. Das schafft Vertrauen und gibt dir die Möglichkeit, ein reales Bild zu bekommen.

Verlässlichkeit in kleinen Dingen

Wer pünktlich ist, Absprachen einhält und sich meldet, wenn etwas nicht klappt, zeigt dir im Kleinen, wie er oder sie im Großen tickt. Das klingt banal, ist aber einer der verlässlicheren Indikatoren.

Bereitschaft zur Vereinbarung

Wer eine schriftliche Vereinbarung nicht nur akzeptiert, sondern aktiv mitgestalten will, meint es ernst. Wer das Thema immer wieder verschiebt oder kleinredet, ist ein Warnsignal.

Mehr dazu, warum eine Vereinbarung unverzichtbar ist: Verträge für Co-Eltern.

Was tun, wenn du dir nicht sicher bist?

Hör auf dein Bauchgefühl. Wenn etwas nicht stimmt, dann stimmt es nicht. Du brauchst keinen konkreten Beleg, um das Kennenlernen zu beenden.

Und wenn du dir alleine keinen klaren Blick zutraust, weil der Wunsch nach einem Kind zu groß ist, um neutral zu sein, dann ist das der richtige Moment für eine Beratung. Gemeinsam schauen wir uns die Situation an, beleuchten, was du bisher weißt, und helfen dir, eine Entscheidung zu treffen, die du in zehn Jahren noch gut findest.

Hast du weitere Red flags erlebt, die anderen helfen könnten, zu entscheiden, ob jemand ein guter Co-Elternteil sein wird? Teil deine Erfahrung gerne in den Kommentaren.

Unterschrift Jennifer Sutholt
Jennifer Sutholt

Jennifer Sutholt

Jennifer Sutholt ist psychologische Beraterin mit Schwerpunkt Co-Elternschaft, private Samenspende und alternative Familienmodelle. Sie lebt seit zehn Jahren selbst in einer Co-Elternschaft und begleitet Menschen seit acht Jahren auf dem Weg zu ihrem Wunschkind.

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