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Checkliste

Checkliste Co-Elternschaft

Bevor ihr eine Co-Elternschaft eingeht, gibt es viel zu klären. Diese Checkliste zeigt euch im Überblick, welche Themen ihr unbedingt besprechen solltet.

Jennifer Sutholt
Jennifer Sutholt
Psychologische Beraterin & Mediatorin · in einer Co-Elternschaft seit 2016

Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir, daher kennzeichne ich das als Werbung.

Wer sich für eine Co-Elternschaft entscheidet, der hat viel Planung vor sich. Wenn ihr den oder die anderen Co-Elternteil(e) im Internet über eine Plattform kennengelernt habt, braucht es oft Zeit, den oder die anderen kennenzulernen. Es ist nicht leicht, einem Menschen zu vertrauen, besonders, wenn die angehenden Eltern sich erst kurz kennen. Dazu ist die Checkliste Co-Elternschaft da, sie gibt euch einen ersten Überblick darüber, was ihr beachten solltet.

Den Kennenlernprozess kann euch niemand abnehmen. Die Vorbereitung schon. Dazu gibt es mein Workbook Co-Elternschaft. Auf über 150 Seiten werdet ihr durch 18 Kapitel geführt, die alle wichtigen Themen enthalten, die vor einer Co-Elternschaft besprochen werden sollten. Unterschrieben von allen Elternteilen habt ihr eine erste Vereinbarung, die Sicherheit und ein stabiles Fundament eurer Elternschaft bietet. Die Checkliste Co-Elternschaft ist ein kurzer Auszug aus dem Workbook.

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150 Seiten geführte Vorbereitung, von der Reflexion des Kinderwunsches bis zur schriftlichen Vereinbarung mit dem Co-Elternteil. Selbstständig, in deinem Tempo.

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Checkliste Co-Elternschaft

Wenn ihr noch ganz am Anfang seid und euch erstmal in das Thema einlesen möchtet, dann ist die Checkliste Co-Elternschaft für euch das geeignete Tool. Als Einstieg in die Verhandlungen ist sie gut geeignet. Wenn ihr hier schon merkt, dass ihr bei den Fragen nicht zusammenkommt, brecht den Kennenlernprozess ab, das spart euch Zeit. Hier könnt ihr euch die Checkliste im Tausch gegen einen Eintrag in meine Newsletterliste kostenlos herunterladen:

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Ein erster Überblick über alle wichtigen Themen der Co-Elternschaft. Kostenlos, kompakt und der ideale Einstieg, bevor du tiefer einsteigst.

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Elternschaft ist Eine Verbindung fürs Leben

Zwei Menschen binden sich mindestens so lange aneinander, wie das Kind sie braucht, am besten natürlich lebenslänglich. Du gründest zwar eine andere Art von Familie, aber Familie ist es dann doch. Im besten Fall fahrt ihr zusammen in den Urlaub und verbringt auch sonst viel Zeit miteinander. Es geht ja eben darum, dem Kind soviel normale Familie zu bieten, wie es eben geht, ohne das klassische Modell zu leben.

Um so eine enge Beziehung einzugehen, müsst ihr Vertrauen zueinander finden. Da hilft meist nur Zeit und viele Treffen. War(en) euch die andere(n) Personen sofort sympathisch, hilft das sicher. Aber eine gute Vorbereitung hilft euch, den oder die potentiellen anderen Elternteil(e) intensiv kennenzulernen. Habt ihr eine Liste mit Dingen, die euch wichtig sind, so könnt ihr schneller rausfinden, ob die/der andere(en) zu euch passt und ob sich ein Kennenlernen über mehrere Monate überhaupt lohnt.

Kapitelübersicht

Ihr solltet eine ausführliche Vorstellung davon haben, wie ihr euch eurer Elternschaft vorstellt. Alle zukünftigen Elternteile bereiten sich erstmal selber vor, um ihre Grundeinstellung und Werte zu bestimmen und gehen dann in die gemeinsame Vorbereitung.

  • Kennenlernen und Werte
  • Betreuung
  • Beziehung untereinander
  • Erziehung
  • Sorgerecht
  • Gesundheit Eltern und Kind
  • Sicherheit und Rechtliches
  • Zeugung
  • Finanzen und Unterhalt
  • Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

Die wichtigsten Kapitel möchte ich euch näher vorstellen:

Finanzen

Erstmal ganz nüchtern und pragmatisch, das liebe Geld. So schnöde das Thema auch sein mag, als so wichtig wird es sich erweisen, denn ein Baby braucht zwar nicht viel, ein Kind, Schulkind, Student*in aber schon. Alle Beteiligten sollten absolut ehrlich sein, wie ihr euch die Verteilung der Kosten vorstellt. Das fällt besonders Frauen oft sehr schwer, aber bei einer Co-Elternschaft läuft es etwas anders als bei einer Beziehung. Hier spricht man über Geld. Ihr müsst mit offenen Karten spielen, alle Beteiligten. Besonders bei diesem Thema ist Ehrlichkeit das A und O.

Also redet offen miteinander, wieviel verdient ihr, wer kann was stemmen? Wie viel seid ihr bereit zu investieren? Habt ihr ähnliche Vorstellungen, was ein Kind braucht und kosten kann?

Im besten Fall ist jede Partei finanziell so unabhängig, dass sie alles alleine stemmen kann. Wenn das nicht möglich ist, begebt ihr euch auch in einer Co-Elternschaft in eine Abhängigkeit. Das gilt es zu vermeiden bzw. gut zu besprechen.

Wie ihr euch einigt, das ist sehr individuell, in jedem Fall haltet ihr bitte alles schriftlich fest. Auch beim Notar, wenn das Sicherheit gibt. Ein solcher Vertrag ist zwar rechtlich nicht bindend, wenn er gegen das deutsche Sorgerecht verstößt, kann aber im schlimmsten Fall bei einer Gerichtsverhandlung als Beweis dienen, dass man sich mal so und so geeinigt hatte.

Themen wie Betreuungsunterhalt, Unterhalt und weitere dürfen intensiv besprochen werden. Und separat unterschrieben werden. Wenn es hier schon irgendwie nicht stimmig ist, dann ist es wahrscheinlich besser, die Verhandlungen abzubrechen.

Sicherheit

Da draußen laufen viele komische Leute herum, ihr solltet euch also erstmal so gut es geht absichern. Denn wenn jemand einen Betrug veranstalten will, dann wird es wahrscheinlich mit Geld zu tun haben. Hat der Vater die Vaterschaft anerkannt, so ist er unterhaltspflichtig. Auch der Mutter gegenüber übrigens. Und vice versa, je nach Vermögensverhältnissen. 3 Jahre lang müsste sie/er ihm/ihr Unterhalt zahlen. Dem Kind bis zur Vollendung der Ausbildung.

Besonders in finanzieller Hinsicht ist also Vorsicht geboten. Zeigt euch gegenseitig eure Steuererklärung oder legt eure Finanzen von einer Rechtsanwältin begleitet offen. Was man ganz sicher nicht will, ist ein Rechtsstreit kurz nach der Geburt, weil da auf einmal jemand arbeitslos ist und Unterhalt möchte. Egal, ob es die Mutter oder der Vater ist.

Deshalb ist es so wichtig, dass ihr alle Punkte, die ihr besprochen habt, aufschreibt, ausdruckt und unterschreibt. So hab ihr ein Dokument, das euch im Zweifel hilft, zu schauen, was geplant war. Was rechtlich alles möglich ist und wie genau das mit Unterhalt und Umgang ist, das liest du in meinem Artikel Verträge für Co-Eltern. Übrigens auch alles zur privaten Samenspende.

Was kann die Lösung für anfangs wenig Vertrauen sein? Vielleicht mal auf der Arbeit besuchen? Sich irgendwie bestätigen lassen, dass der andere Co-Elternteil auch korrekte Angaben gemacht hat. Ihr lernt euch ja über mehrere Monate kennen, da wird es immer schwieriger, irgendwelche Lügen aufrecht zu erhalten.

Meines Erachtens ist Sicherheit der zweitwichtigste Punkt auf der Checkliste Co-Elternschaft. Hast du hier Zweifel, lass es lieber.

Sorgerecht ja oder nein?

Je nach Verteilung der Betreuung kann es Sinn machen, das Sorgerecht zu teilen oder es bei einer Elternperson zu lassen. Unterhalt und Umgang sind vom Sorgerecht unabhängig. Die Entscheidung ist sehr individuell und kann nur von euch getroffen werden. Passend dazu lest gleich nach wie man in Deutschland die Vaterschaft anerkennen lässt.

Betreuung

Auch in diesem Punkt solltet ihr euch einig sein. Die Kombinationsmöglichkeiten sind endlos, sollten aber zueinander passen. Ich kenne Co-Eltern, die sind in eine WG gezogen und betreuen das Kind gemeinsam. Bei anderen ist das Kind 2 Tage die Woche bei den Vätern, ansonsten bei der Mutter. Bei einem lesbischen Paar kommt der Vater alle 2 Wochen zu Besuch. Das Spektrum der Betreuung und Wohnsituation ist groß. Eine Kombination, in der der Vater mehr betreut als die Mutter kenne ich persönlich nicht.

Ihr seht also, alles ist möglich, es muss nur für alle Eltern passen. Es soll ja fair zugehen. Wenn ihr verschiedene Vorstellungen habt, sind natürlich kleine Kompromisse möglich. Möchte aber die Frau drei Jahre zu Hause bleiben und erwartet vom Vater die Finanzierung, obwohl es anders abgesprochen war, dann ist Streit vorprogrammiert. Auch wenn eine regelmäßige Betreuung durch den Vater vorgesehen war, der dann aber auf einmal doch nicht möchte, wird es Ärger geben.

Wichtig sind auch hochemotionale Tage im Jahr wie Weihnachten oder der Geburtstag des Kindes. Wie wollt ihr das handhaben? Sprecht euch vorher gut ab. Und es kommt oft vor, dass sich die Meinung im Bezug auf dieses Thema ändert. Dann ist ein Kompromiss gefragt. Und zwar einer, der alle Parteien befriedigt, alle Elternteile UND das Kind. Aber es hängen eben vielleicht auch noch total enttäuschte Großeltern an einem Elternteil, die von hinten Druck machen. Also die Feiertage gut absprechen.

Seid da bitte sehr sehr ehrlich miteinander. Und bitte auch bedenken: da kommt zwar ein sehr kleiner Mensch, aber auch der hat Ansprüche, die er vehement durchsetzen wird. Meine Tochter sollte ab 12 Monaten beim Papa übernachten, das wollte sie aber partout nicht. Mit 16 Monaten ist sie dann ganz entspannt und erfreut mit ihm von dannen gezogen. Der Faktor X sollte also das Kind sein, nicht ein Elternteil, der sich auf einmal nicht an Abmachungen hält.

Erziehung

Auch dies ein wichtiger Punkt. Ihr müsst euch nicht in jedem kleinsten Detail einig sein, aber dem Kind sollte schon eine ähnliche Linie präsentiert werden. Also schaut darauf, was euch wichtig ist, wer hat welche Werte. Mal ganz vereinfacht gesagt, wenn eine Person bedürfnisorientiert mit dem Kind umgehen will und die andere(en) meinen: „Ein Klaps hat mir damals ja auch nicht geschadet“, dann solltet ihr euch das nochmal überlegen.

Ein Kind ist ziemlich flexibel und lernt schnell, in welcher Wohnung welche Regeln gelten. Das Kind weiß das und richtet sich nach den Eltern, das ist bei Kindern so einprogrammiert. Eine unterschiedliche Erziehung kann gut funktionieren, es gibt aber einiges zu beachten. Hauptsächlich darf der Elternteil, dem sich das Kind weniger zuwendet, nicht beleidigt sein. In die Tiefe geht dieser Artikel „Erziehung, kann es gut gehen, wenn Eltern eine unterschiedliche Haltung haben?“

Beziehung zueinander

Viele zukünftige Co-Eltern denken, die Verbindung zueinander müsste beziehungsähnlich sein. Also der Funke muss sofort überspringen, ihr müsst euch unfassbar sympathisch sein und als beste Freunde an die Sache herangehen. Das muss aber gar nicht sein. Natürlich müsst ihr euch mögen, genug, um in den Urlaub zusammen zu fahren. Aber je nach Konstellation werdet ihr euch auch gar nicht so viel sehen.

Wichtig ist, genau zu besprechen, was alle von der Co-Elternschaft erwarten. Eine Co-Elternschaft ist zum Beispiel keine platonische Ehe, in der die Elternteile sich den oder die Ehepartner*in(nen) ersetzen. Besprecht, was ihr von den Erwachsenen erwartet.

Medizinisches

Besprecht, ob jemand Erbkrankheiten in der Familie hat. Außerdem müssen auch vor der Bechermethode vom zeugenden Vater alle Tests auf Krankheiten wie HPV und weitere gemacht werden.

Stillen ist ein großes Thema, darüber solltet ihr unbedingt sprechen, denn es bedingt die Zeit, die das Kind ohne Mutter sein kann. Über Wochenbett und das erste Jahr darf besonders intensiv verhandelt werden.

Wochenbett

Für das Wochenbett empfehlen viele Hebammen das Zusammenziehen der Eltern. Die Erfahrung zeigt aber, dass das nur bedingt eine gute Idee ist. Oftmals leben die betroffenen Personen seit Jahren auf eigenen Wunsch allein, und besonders für die Mutter ist die Umstellung groß. Auf einmal hat sie ein abhängiges Baby, das 24/7 da ist. Wohnt dann noch in einer dafür nicht geeigneten Wohnung ein Mann, den sie erst seit ein paar Monaten kennt, wird es schnell stressig. Hier ist es wichtig, dass Grenzen gewahrt werden und alle eine Rückzugsmöglichkeit haben und diese auch allen anderen zugestehen.

Das Wochenbett ist eine Zeit der Ruhe, des Ankommens und Kennenlernens. Das geht aber auch an ein paar Stunden am Tag. Hier zählt eher die Qualität als die Quantität. Babys schlafen und essen, viel mehr machen sie nicht. Die Zeit für Kennenlernen, Spielen und Spazierengehen wird kommen. Auch die Großeltern bekommen ihre Zeit, nur vielleicht nicht im Wochenbett. Details darf jede Familie selber entscheiden.

Das erste Jahr

Viele Co-Eltern sind sehr engagiert und freuen sich sehr auf die Zeit mit dem Baby. Hier darf nur nicht vergessen werden, dass auch das Baby Bedürfnisse hat. Die ändern sich mit der Zeit, was ein Säugling zum Beispiel möchte, ist schlafen, essen, Bezugsperson. Viel mehr nicht. Ist die erste Bindungsperson die Mutter, wie in den meisten Familien, dann sollte diese auch in den ersten Monaten zuverlässlich zur Verfügung stehen. Das heißt nicht, dass sie nicht duschen darf oder der Papa nicht mit dem Baby spazieren gehen kann, sondern einfach nur, dass Babys die erste Bezugsperson brauchen, selbst wenn sie nicht gestillt werden.

Die Zeit des Vaters oder der Väter wird kommen, keine Sorge. Eine 50/50-Aufteilung ist allerdings bei den meisten Babys nicht in deren Sinne und sollte in den ersten Monaten nicht forciert werden. Der Grundgedanke sollte immer sein: Wir möchten, dass es unserem Kind gut geht, und dahinter stellen sich die Bedürfnisse der Eltern an.

Gut vorbereitet und in kleinen Schritten geplant sollte der Übergang zu Übernachtungen beim anderen Elternteil sein. Ein Kind braucht eine stabile Beziehung zum anderen Elternteil, bis es vertrauensvoll auch dort seine Zeit verbringt. Noch einmal: Das Wohl des Kindes steht über den Bedürfnissen der Eltern, solange dies möglich ist. Findet gemeinsam Möglichkeiten, wie ihr allen Bedürfnissen gerecht werden könnt. Auch dazu findet ihr Anregungen auf der Checkliste.

Checkliste Co-Elternschaft zum Download

Ich hoffe, ich konnte euch mit dieser Liste eine Vorauswahl an Themen bereitstellen, die wichtig bei der Suche nach einem Co-Elternteil sind. Damit ihr euch in das Thema einlesen und erste Punkte abfragen könnt, steht euch die kurze Version der Checkliste hier als kostenlosen Download zur Verfügung.

Checkliste Co-Elternschaft

Ein erster Überblick über alle wichtigen Themen der Co-Elternschaft. Kostenlos, kompakt und der ideale Einstieg, bevor du tiefer einsteigst.

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Für die eigentliche Vorbereitung könnt ihr das Workbook Co-Elternschaft kaufen und damit eure Vorbereitung machen und so eurer Elternschaft ein sicheres Fundament geben. Unterschrieben von allen Elternteilen habt ihr so eine Vereinbarung, die euch durch die gesamte Elternschaft begleitet.

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Weitere Themen zur Vorbereitung

Co-Elternschaft, Solomutterschaft und private Samenspende: Dein Weg zum Wunschkind
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Wenn ihr eure Vorbereitung lieber begleitet werden möchtet, unterstütze ich euch gerne dabei.

Jennifer Sutholt

Jennifer Sutholt

Jennifer Sutholt ist psychologische Beraterin mit Schwerpunkt Co-Elternschaft, private Samenspende und alternative Familienmodelle. Sie lebt seit zehn Jahren selbst in einer Co-Elternschaft und begleitet Menschen seit acht Jahren auf dem Weg zu ihrem Wunschkind.

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8 Kommentare zu „Checkliste Co-Elternschaft“

  1. Aus der Check-Liste:
    Brauche ich als Mutter Unterhalt? Sei ehrlich deswegen
    Kann ich mir als Vater den Unterhalt leisten? Sei ehrlich deswegen

    Warum so einseitig? Mir ist es schon öfters aufgefallen, dass in dem doch so unkonventionellen Bereich Co-Parenting die Ideen von Mutter/Vater-Rollen teils sehr konventionell bleiben. Das finde ich sehr schade. Ich fühle mich als Mann nicht wirklich in meinem KInderwunsch und meiner Idee von Elternschaft ernstgenommen, wenn unhinterfragt davon ausgegangen wird die Care-Verantwortung trägt immer die Mutter.

    1. Aus dem Artikel:
      Ich werde meist aus der Sicht einer Frau schreiben, meiner Sicht, so wie ich es gemacht habe. Weil meine Leserinnen hauptsächlich Frauen sind. Männer denken einfach genau gegensätzlich mit und fühlen sich bitte trotzdem mit angesprochen.

      Da wirklich 90% meiner Leserinnen Frauen sind, habe ich mich meinem Publikum orientiert und extra darauf hingewiesen, dass Männer hier mit gemeint sind. Das ist sicher ungewohnt.

      Ansonsten ist die Verteilung der Care-Arbeit eine Frage der Absprache. Sicher wirst du auch eine Frau finden, die nur ein paar Monate beim Kind bleiben möchte und dann wieder arbeiten geht. Das ist das Schöne an der Co-Elternschaft, Mann muss nicht mit der Betreuungsidee der Frau auskommen, sondern kann die Betreuungsidee priorisieren und danach eine Mutter suchen. Ich finde diese Freiheit toll.

      1. An der Stelle, die ich zitiert habe adressierst Du eindeutig Mutter und Vater und eben nicht nur potentielle Mütter:

        „Brauche ich als Mutter Unterhalt? Sei ehrlich deswegen
        Kann ich mir als Vater den Unterhalt leisten? Sei ehrlich deswegen“

        Wenn Du Texte aus Deiner Erfahrung schreibst, ist ja klar, dass Du aus Deiner Perspektive als Mutter in einem Co-Parenting-Modell mit einem Vater schreibst. Aber bei einem Text, der in seiner Überschrift viel allgemeingültiger klingt als ein persönlicher Erfahrungsbericht („Checkliste für Co-Eltern“), wäre es ja schon cool sich davon zu lösen und in einer gleichberechtigten Form zu formulieren. Eine geschelchtsneutrale Formulierung in der Personen als Elternteil adressiert werden, würde nicht nur anderen Rollenausteilngen entgegenkommen, sondern auch Menschen einbeziehen, die in einer Mutter-Mutter oder Vater-Vater-Konstallation planen/leben oder sich gar nicht in der geschlechtlichen Zuschreibungen Mutter/Vater wiederfinden können.

        1. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass Mann auch da einfach umdenken kann und sich mit gemeint fühlen kann. Aber stimmt, geschlechterneutral ist die Liste nicht formuliert. Ich werde das ändern.

    2. Ein sehr interessantes Thema, das mir hier gerade zufällig über den Weg gelaufen ist. Ich finde die Idee sehr nachvollziehbar und wahrscheinlich wesentlich tragfähiger, als so manche Elternschaft, die unüberlegt in einer Partnerschaft zustande gekommen ist.
      Als Mutter zweier Kinder (in der klassischen Konstellation) möchte ich allerdings noch einen weiteren Punkt zu bedenken geben:
      Ich habe mir vor der Geburt meines ersten Kindes nicht vorstellen können, wie sehr mich ein Kind emotional vereinnahmen wird. Meine Vorstellung war (unter anderem), ich gehe nach sechs Monaten wieder arbeiten (bin ich auch) und später ist das Kind im Kindergarten von 8 bis 17 Uhr prima aufgehoben. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen „total auf Mutti“ umzuschalten. Wohl habe ich tatsächlich immer gesagt „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so werde. Wenn doch, ist es aber auch in Ordnung, denn dann will ich es ja nicht anders“. Was soll ich sagen, es ist anders gekommen und zwar in ziemlich vielen Bereichen 🙂
      Bisher gehe ich nur in Elternteilzeit wieder arbeiten, denn ich möchte auf keinen Fall, dass meine Kinder acht Stunden am Tag und mehr im Kindergarten sind und das ist nur ein kleiner Teil, dessen, was anders läuft als gedacht.
      Nur – in einer Partnerschaft kann man für sich beanspruchen, jetzt eben seine Ansicht geändert zu haben. Bei einer festen Absprache, wie sie bei einer Co-Elternschaft getroffen wird, ist das vielleicht schwieriger.
      Gerade weil da der finanzielle Teil einfach auf sachlichere Beine gestellt wird.

      Sicher kein Grund, sich gegen eine Co-Elternschaft zu entscheiden. Aber vielleicht ein Punkt, den man auch in Betracht ziehen und mal ansprechen sollte.

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