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Die sogenannte Samenspende mit natürlicher Methode bedeutet einfach nur Zeugung durch Geschlechtsverkehr und genau deshalb sollte sie in Co-Elternschaften und bei privater Samenspende konsequent ausgeschlossen werden.
Was zunächst nach einem einfachen Weg klingt, bringt eine Ebene in die Beziehung, die sich später vielleicht nicht mehr sauber trennen lässt. Sex schafft Nähe, Erwartungen und der Wunsch danach ist vielleicht ein Anzeichen für unausgesprochene Ansprüche und verheimlichte Wünsche. Bei Familienmodellen, die bewusst ohne romantische Beziehung funktionieren sollen, sollte Sex keine Rolle spielen.
Da diese Situation eher bei einer privaten Samenspende ansteht, reden wir zuerst über diese.
Warum die natürliche Methode nicht die motivation sein darf
Private Samenspende
Wenn ein privater Samenspender auf Samenspende mit natürlicher Methode besteht, ist das kein neutraler Wunsch, sondern ein klares Motiv des Spenders. Der „Preis“ für eine Spende sollte niemals der Körper der Mutter sein. Wenn ein Spender nicht aus altruistischen Motiven spendet (also weil er helfen möchte und mehr nicht), dann sollte diese Person nicht als Spender in Betracht gezogen werden. Auch die verkürzte Methode solltet ihr ablehnen. Dabei masturbiert der Spender bis kurz vor Samenerguss, der dann in der Vagina stattfindet. Dass das besser funktioniert als der Becher, ist nur eine Ausrede der Spender.
Die meisten Frauen wählen den Weg der privaten Samenspende, weil sie dem Kind den Spender früher als bei der Samenbank möglich präsentieren möchten. Was, wenn der Spender das ausnutzt und immer weiter Sex fordert? Und euch damit droht, den Kontakt zu verweigern, wenn ihr es nicht tut? Oder die Vaterschaft anerkennen lassen will, wenn ihr es nicht tut?
Klare Grenze: Sex ist keine Option
Du brauchst hier eine einfache Regel, die du nicht verhandelst: Sex ist ausgeschlossen.
Alle Argumente, die dafür genannt werden, halten einer genaueren Betrachtung nicht stand. Häufige Begründungen sind:
- „Es ist natürlicher“
- „Die Chancen sind höher“
- „Es ist unkomplizierter“
Dazu die Einordnung:
- Die Erfolgsraten sind bei korrekt durchgeführter Heiminsemination wahrscheinlich vergleichbar mit natürlichem Geschlechtsverkehr im fruchtbaren Fenster. Sollte es nach ein paar Zyklen nicht geklappt haben, kann immer noch eine IUI in einer Kinderwunschklinik in Betracht gezogen werden. Deren Erfolgschancen sind mit Sex gut vergleichbar. Ein Spermiogramm kann euch schnell sagen, ob die Spermienqualität ausreichend ist.
- „Natürlich“ ist kein Argument, wenn es strukturell Konflikte erzeugt.
- „Unkompliziert“ stimmt nur kurzfristig. Die langfristigen Folgen sind oft das eigentliche Problem.
Co-Elternschaft
Eine Co-Elternschaft lebt davon, dass alle Rollen klar definiert sind. Ihr wollt gemeinsam Eltern sein, Freunde und Weggefährten oder gute Bekannte, mehr nicht. Sobald Sexualität ins Spiel kommt, können sich diese Rollen verschieben. Aus einer geplanten Elternkooperation wird schnell etwas Unklares. Genau das führt später zu Konflikten. Auch hier sollte Sex konsequent ausgeschlossen werden.
Wer auf eine Samenspende mit natürlicher Methode besteht und Sex einfordert, ist raus. Egal, ob es um eine Co-Elternschaft oder eine private Samenspende geht.
Die gesamte Vorbereitung auf eine Co-Elternschaft findest du in meinem Workbook Co-Elternschaft:

Workbook Co-Elternschaft
Bereite dich intensiv auf deine Co-Elternschaft vor. Das Workbook begleitet dich von Anfang an. Von der Reflexion deines Kinderwunsches bis zur Vereinbarung mit dem/den anderen Elternteil(en).
Auswahl des Spenders: Genau hinschauen
Die Motivation eines Spenders ist eine der wichtigsten Werte, die es herauszufinden gilt. Nur eine wirklich altruistische Einstellung zur Samenspende schützt Wunschmutter und Kind.
Achtet besonders auf:
- Motivation: Warum will diese Person spenden?
- Haltung zur Elternrolle
- Verlässlichkeit über einen längeren Zeitraum
- Bereitschaft zu klaren Absprachen und zu einer schriftlichen Vereinbarung
Klare und kleinteilige Vereinbarungen sind Pflicht
Lange vor der Zeugung solltet ihr euch gut und intensiv kennengelernt haben. Egal ob Co-Vater oder privater Samenspender. Auch einen Samenspender solltet ihr am besten ein Jahr lang kennenlernen. Warum? Weil er der biologische Vater ist und damit auch ggf. rechtlicher Vater werden kann. Warum das so ist und was sonst noch schiefgehen kann, liest du im Artikel: „Risiken der privaten Samenspende“.
Wie ihr euch intensiv auf eine private Samenspende vorbereitet und wo ihr die Checkliste private Samenspende findet, lest ihr hier:

Die gesamte Vorbereitung auf eine private samenspende
Die Alternative zu Geschlechtsverkehr: die Heiminsemination
Die praktikable und in der Praxis etablierte Alternative ist die Heiminsemination, meist mit einem Becher und einer Spritze. Leider gibt es keine Studien dazu, allerdings zeigen die Erfahrungen aus den Vernetzungstreffen, dass diese Methode bei gesunden Wunscheltern zuverlässig zu Schwangerschaften führt. Passend dazu kannst du meinen Erfahrungsbericht: „Schwanger nach der ersten Heiminsemination“ lesen.
Die Heiminsemination trennt Fortpflanzung und Beziehung konsequent. Genau das braucht ihr in diesem Kontext. Außerdem ist sie einfach und kostengünstig durchzuführen.
Nochmal: es gibt keinen Grund für eine Samenspende mit natürlicher Methode!
Wichtig ist trotzdem: Auch die Heiminsemination ist nicht risikofrei. Es bestehen weiterhin gesundheitliche Risiken durch übertragbare Infektionen von Spender auf Wunschmutter. Informiert euch daher im Vorhinein intensiv, welche Gesundheitstests unbedingt nötig sind:

So führt ihr eine sichere heiminsemination duch
Fazit zur Samenspende mit natürlicher Methode
Wenn ihr eine Co-Elternschaft oder private Samenspende plant, braucht es ganz klare Werte und Grenzen, die alle Beteiligten respektieren sollten. Der Wunsch nach Sex widerspricht genau der angestrebten Trennung zwischen Elternschaft und einer intensiveren Beziehung der Wunscheltern untereinander
Wer Sex als Teil der Zeugung sieht, ist als Co-Vater oder Samenspender nicht geeignet.
Haltet die Trennung sauber. Das wird eine Grundlage dafür sein, dass eine wie auch immer gestaltete Elternschaft ohne romantische Beziehung langfristig funktioniert.
Manche Spender vermischen auch Co-Elternschaft und private Samenspende. Wie das aussehen kann, liest du im Erfahrungsbericht zu einem sogenannten Massenspender, der als Co-Vater auftritt.
Habt ihr Erfahrungen mit missbräuchlichen Spendern gesammelt? Schreibt es in die Kommentare.

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