Unvorbereitet in eine Co-Elternschaft gehen
Kein Vertrauen aufgebaut, keine Absprachen getroffen, mitten hineingestolpert. Manuel erzählt, wie aus einem holprigen Start nach zwei harten Jahren doch noch eine gute Co-Elternschaft wurde.
Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir, daher kennzeichne ich das als Werbung.
Inhalt dieses Artikels
Dieser Erfahrungsbericht ist etwas Besonderes, denn hier erzählt ein Mann, ein Co-Vater, seinen Weg zum Wunschkind. Mit der Mutter habe ich nicht gesprochen, es gibt hier also die rein männliche Perspektive.
Ich lese Manuels Geschichte mit gemischten Gefühlen, und genau deshalb wollte ich sie euch zeigen. Manuel und die Mutter seines Sohnes sind fast unvorbereitet in eine Co-Elternschaft gestolpert, kaum Absprachen, kaum Vertrauen aufgebaut, bevor überhaupt ein Kind unterwegs war. Das ging über Jahre schief, mit Jugendamt, Streit ums Sorgerecht und Leid auf allen Seiten. Genau das versuche ich in meiner Beratung und mit meinen Checklisten zu verhindern Weil ich diese Geschichten schon zu oft gehört habe.
Die gute Nachricht: Manuel und die Mutter seines Sohnes haben es trotzdem geschafft, sich zusammenzuraufen. Heute leben sie eine funktionierende, sogar freundschaftliche Co-Elternschaft. Aber der Weg dorthin war unnötig hart, und genau das lässt sich vermeiden. Lest selbst, was Manuel aus dieser Erfahrung mitgenommen hat, und was er heute anders machen würde.
Wenn ihr hier seid, weil ihr selber Probleme in eurer Co-Elternschaft habt, dann lade ich euch zum Vernetzungstreffen für Co-Elternschaften mit Konflikten ein. Dort könnt ihr euch mit anderen Co-Eltern in ähnlichen Situationen austauschen.
Vernetzungstreffen für Co-Elternschaften mit Konflikten
Zum ArtikelManuels Weg zum Wunschkind
Manuel, wolltest du schon immer Kinder? Wann war dir klar, dass du unbedingt Vater werden möchtest?
Ich wollte schon immer Kinder, schon als Kind eigentlich. Da ich schwul bin, war die Umsetzung aber nicht so einfach. Das klassische Familienmodell war mir verwehrt und damals gab es das Konzept der Co-Elternschaft so noch gar nicht. Jedenfalls nicht offiziell und in den Medien bekannt. Ich hatte also wie ganz viele Menschen auch den Pakt mit meiner besten Freundin: „Wenn wir bis 40 noch beide Single sind, dann bekommen wir ein Baby zusammen.“ Leider hat sie, als sie soweit war, einen Rückzieher gemacht.
Ja, der Deal hat bei mir auch nicht geklappt. Wie bist du denn dann an die Co-Mama gekommen?
Durch Zufall! Ich habe einer Kollegin davon erzählt und im Spaß sagte sie, dann machen wir das eben zusammen. Das haben wir beide nicht wirklich ernst genommen, aber ein Jahr später haben wir uns wiedergesehen und es dann einfach gemacht.
Uninformiert in die Co-Elternschaft
Und damals gab es keine Infos dazu im Netz.
Genau, wir sind da ziemlich blauäugig rangegangen. Wir dachten, wir versuchen es mal und wenn es klappt mit einer Schwangerschaft, dann sehen wir weiter, wie es so wird.
Ihr habt also fast gar nichts im Vorhinein besprochen? Wohnsituation, Kita, Stillen, Finanzen? Meine Checkliste war ewig lang und wir haben wochenlang verhandelt.
So war es bei uns gar nicht. Wir haben noch nicht mal in der gleichen Stadt gewohnt. Da sie sofort schwanger geworden ist, mussten wir dann quasi improvisieren. Und leicht war das nicht. Wir kannten uns kaum, hatten wenig Vertrauen zueinander. Im Nachhinein sehr unüberlegt. Das führte dann auch ziemlich schnell zu Komplikationen. Die Mutter meines Kindes zog in meine Stadt, fühlte sich aber erstmal unwohl.
Die Schwangerschaft war für sie nicht einfach, sie wollte dann lieber zu ihrer eigenen Mutter zurück. Das wäre eine Distanz von mehreren hundert Kilometern gewesen. Ich wollte aber ein aktiver Vater sein. So standen wir relativ schnell beim Jugendamt. Ich hatte die Vaterschaft anerkannt, aber kein Sorgerecht bekommen. Ich musste wirklich um meinen Sohn kämpfen. Erst nach ungefähr zwei Jahren bekam ich das halbe Sorgerecht. Das Jugendamt hat mich dabei ziemlich gut unterstützt.
Damit sowas nicht passiert, nutzt ihr zur Vorbereitung am besten mein Workbook Co-Elternschaft.
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Workbook kaufenOhne Vertrauen keine Co-Elternschaft
Das klingt sehr stressig für euch beide, die Mutter war sicher auch nicht glücklich mit der Situation.
Nein, gar nicht. Im Endeffekt haben wir den Fehler gemacht, nicht erstmal Vertrauen zueinander aufzubauen, uns wirklich gut kennenzulernen und wie du schon sagst, alle Eventualitäten abzusprechen. So sind wir direkt in der Situation gelandet, die eine Co-Elternschaft eigentlich vermeiden will, im Zerstrittenes-Paar-Modus. Total überflüssig, aber wir wussten es damals wirklich nicht besser, es gab keine Erfahrungsberichte oder Websites dazu. Es hat uns zwei Jahre gekostet, dass wir so unvorbereitet in die Co-Elternschaft geschlittert sind.
Was war denn der schlimmste Punkt, an dem ihr gelandet seid?
Durch das fehlenden Vertrauen hatten wir irgendwann beide Vorbehalte der/dem anderen gegenüber. Ich sage mal überspitzt, ich dachte, ich sei für sie nur der Samenspender, sie dachte, sie sei für mich nur die Leihmutter. Da ich zufällig kurz nach der Geburt meines Sohnes meinen Partner kennenlernte, entstand auch noch ein zusätzliches Ungleichgewicht. Wir als Paar gegen sie alleine, dabei wollte das eigentlich keiner von uns dreien. Mittlerweile ist das auch kein Problem mehr, wir sind eben ein Mutter-Vater-Partner-Kind-Gespann.
Solltet ihr euch in dieser Situation befinden, passt das Vernetzungstreffen für Co-Elternschaften mit Paar plus Co-Elternteil:
Vernetzungstreffen für Paare plus Co-Elternschaft/Solomutterschaft
Zum ArtikelTrotzdem habt ihr es geschafft, euch zusammenzuraufen und seid heute beste Freunde, die Co-Elternschaft läuft richtig gut.
Ja, das war ein langer Weg und nur möglich, weil wir uns irgendwann alle darauf besonnen haben, was das Beste für das Kind ist. Und was wir ihm eigentlich bieten wollten, eine Familie, die dem klassischen Model so nah kommt, wie es uns irgend möglich ist. Wenn die Basis erstmal nicht stimmt, dann hilft nur reden, reden, reden. Und Hilfe suchen, wenn es gar nicht anders geht. Heute gibt es zum Beispiel außer dem Jugendamt noch Regenbogenfamilien Zentren, die auch explizit zur Familiengründung beraten.
Hilfe in Anspruch nehmen ist der nächste Schritt
Ich habe das Jugendamt eingeschaltet, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste und dachte, ich verliere mein Kind, wenn sie wegzieht. Das wäre für mich das Schlimmste überhaupt gewesen. Ich wurde auch gut unterstützt, da hatte ich Glück mit der Betreuerin. Damals wurde eher davon ausgegangen, dass der Vater zahlt, aber nicht mehr Kontakt möchte als das obligatorische Wochenende alle zwei Wochen. Ich wollte aber mehr, ich wollte ein aktiver Vater sein. Heutzutage ist das etwas anders, Väter haben generell mehr Rechte, das geteilte Sorgerecht ist normal und nicht mehr exotisch.
Was würdest du deinem Ich von vor 10 Jahren raten?
Auf keinen Fall so unvorbereitet an eine Co-Elternschaft heranzugehen. Viel besser kennenlernen, mehr Absprachen treffen, alle Eventualitäten durchsprechen. Ich würde sogar ein Dokument beim Anwalt oder Notar unterschreiben lassen, in dem alle Punkte festgehalten sind.
Co-Parenting Vertrag: Was du wissen musst
Zum ArtikelDas rate ich auch allen, am besten alles schriftlich festhalten, damit beide im Streitfall schwarz auf weiß sehen, wo sie eigentlich mal herkamen.
Das hätte uns sicher auch geholfen. Auch weil beim Aufsetzen ja reflektiert werden muss, was beide eigentlich wollen. Und es ist gut, im Vorhinein alles zu besprechen, was einem einfällt, vom Impfen bis zur Wahl der Schule..
Manuel, vielen dank für deine Geschichte und alles Gute für deine Familie.
Danke, dass ich erzählen durfte. Eins wollte ich noch sagen, mittlerweile läuft es so gut, dass wir seit ein paar Jahren versucht haben, ein zweites Kind zusammen zu bekommen. Leider hat das nicht funktioniert.
Vorbereitung ist alles
Bei Manuel ist alles gut ausgegangem aber Ich sage es nochmal: bereite dich gut vor auf eine Co-Elternschaft. Wenn ihr überstürzt handelt oder eben so unvorbereitet in die Co-Elternschaft geht, dann kann das sehr schnell schiefgehen. Wenn du einen Co-Elternteil suchst, dann lass dir Zeit.
Beginne deine Vorbereitung mit meiner Checkliste. Sie gibt dir einen ersten Überblick über die wichtigsten Themen:
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Kostenlos holenSicher ist zu bedenken, auch Menschen ändern sich. Ein Vater, der vielleicht im Vorhinein dachte, alle zwei Wochen ein Nachmittag reicht ihm mit seinem Kind, der kann seine Meinung auch noch ändern, wenn das Kind da ist. Es geht um Familie, da ist nichts in Stein gemeißelt.
Hast du eine ähnliche Erfahrung gemacht? Oder es komplett anders geregelt? Dann schreib mir doch, ich freue mich, deine Geschichte zu hören.

Willst du dich besser vorbereiten als Manuel? Dann buche eine Beratung bei mir. Gemeinsam stellen wir deine Co-Eltenschaft auf ein sicheres Fundament.
Jennifer Sutholt
Jennifer Sutholt ist psychologische Beraterin mit Schwerpunkt Co-Elternschaft, private Samenspende und alternative Familienmodelle. Sie lebt seit zehn Jahren selbst in einer Co-Elternschaft und begleitet Menschen seit acht Jahren auf dem Weg zu ihrem Wunschkind.
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