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Co-Elternschaft

5 Vorteile einer Co-Elternschaft

Für viele ein Plan B, für mich einer der besten Entscheidungen: fünf ganz konkrete Vorteile, die ich im Alltag als Co-Mama wirklich zu schätzen gelernt habe.

Jennifer Sutholt
Jennifer Sutholt
Psychologische Beraterin & Mediatorin · in einer Co-Elternschaft seit 2016

Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir, daher kennzeichne ich das als Werbung.

Ich lebe seit zehn Jahren in einer Co-Elternschaft, einem Familienmodell, das für viele noch neu und erklärungsbedürftig ist.

Definition Co-Elternschaft

Zwei oder mehr Personen bekommen und erziehen gemeinsam ein Kind, ohne dabei ein romantisches Paar zu sein. Auch eine Regenbogenfamilie mit einer Mutter und einem schwulen Väter-Paar, oder ein lesbisches Paar mit einem Vater, zählt dazu.

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, findest du alle Grundlagen in meinem Überblick Co-Elternschaft, und einen ehrlichen Erfahrungsbericht dazu, wie es nicht laufen sollte, im Bericht eines Co-Vaters, der unvorbereitet in eine Co-Elternschaft gegangen ist.

Die eigentliche Frage, um die es hier geht: Was sind die konkreten Vorteile einer Co-Elternschaft?

Für die meisten, auch für mich, ist die Co-Elternschaft ein Plan B. Für mich ein ganz hervorragender, muss ich sagen, aber nicht die erste Wahl. Weil eben doch alle erstmal die Kleinfamilie mit Mann und Haus und Hund haben möchten. Völlig ok, das wollte ich auch. Wenn das nicht funktioniert hat, dann also Plan B. Ich bin das damals komplett ohne Fahrplan und Erfahrungswerte angegangen, habe aber schnell festgestellt, dass das Konzept doch einige Vorteile hat. Weil du die als Noch-nicht-Mama vielleicht nicht kennst, stelle ich sie dir hier vor.

5 Vorteile einer Co-Elternschaft

Es gibt natürlich noch mehr Vorteile, aber diese fünf haben sich in meinem Alltag als die wirklich besten herausgestellt:

Du bist nicht alleine.

Du hast als Mutter viel weniger Rollen, als wenn du einen Partner hast.

Das Kind ist ein paar Tage beim anderen Elternteil, und du hast Ruhe, um aufzutanken.

Die weiteren Elternteile sind oft viel mehr eingebunden und präsenter.

Durch die freundschaftliche Basis sind Streit und Rosenkriege eher die Ausnahme.

Klingt gut, aber was bedeutet das genau? Gehen wir auf die einzelnen Punkte genauer ein:

1. Du bist nicht alleine

Im Vergleich zur Solomama nach einer Samenspende bist du mit dem Kind nicht alleine, ihr teilt euch die Verantwortung, das Finanzielle und die Sorge. Auch wenn ihr in getrennten Wohnungen wohnt, so bist du doch getrennt erziehend und nicht alleinerziehend. Alleinerziehend bedeutet, dass du wirklich alles alleine machen musst, keiner kommt. Wenn du ertrinkst – dein Pech. Getrennt erziehend sein bedeutet, dass du vielleicht im Wasser zappelst, der andere Co-Elternteil dich aber an einer Rettungsleine hält und dich rauszieht. Ein großer Vorteil einer Co-Elternschaft.

2. Du hast weniger Rollen

Im ersten Jahr mit meinem Baby war ich genau zwei Personen oder eher 1,5. Ich war ihre Mutter, zu 75% oder mehr und irgendwo war ich noch ich. Sonst niemand. Ich war niemandes Partnerin, musste mich nie danach richten, dass noch eine andere Person meine Aufmerksamkeit brauchte, als das Baby. Ich musste mich nicht damit befassen, wie sich meine Partnerschaft jetzt mit Baby verändert (und das wird sie ganz gewaltig). Ich bin um 18:00 ins Bett, ganz entspannt, auf mich hat niemand gewartet. Da kannst du auch mal 2 Stunden Einschlafbegleitung machen oder einfach gleich mitdenken, wenn sowieso nur die Spülmaschine auf dich wartet und nicht ein immer enttäuschter werdender Mann, der dich seit Tagen nicht gesehen hat. Duschen musst du auch nicht so oft. Und niemandem hinterher räumen oder ihn bekochen. Du kannst dich total aufs Baby konzentrieren, ich fand das wirklich easy.

3. Das Kind ist regelmäßig beim anderen Elternteil

Wenn ihr abgesprochen habt, dass der andere Elternteil auch betreut, dann hast du es als Mutter richtig gut. Eer Kinder hat, der weiß: Freizeit ist ein rares Gut. Irgendwann kommt dir drei Minuten duschen wie 2 Wochen Karibik vor. Meine Tochter ist beim Papa, wenn ich arbeite, aber eben auch so mal. Und nur Mütter wissen, wie toll es ist, wenn Frau abends ausgehen kann (as if) oder einfach im Bett liegen und 24h Netflix glotzen kann, weil alles andere zu anstrengend ist.

Ich genieße diese Pausen sehr und brauche sie auch, um mit meiner Tochter entspannt umzugehen. Ich bekomme dann ein ganz kleines bisschen mein altes Leben zurück, ein bisschen Freiheit und Me-Time. Es ist nämlich keine Me-Time, wenn Mama in den 2 Stunden, die der Papa mit dem Kind auf dem Spielplatz ist, mal in Ruhe aufräumen darf. Nee, nee. Der Mental Load verteilt sich bei Co-Eltern allein durch die getrennten Wohnung so automatisch etwas besser. Denn auch wenn ich alle Termine auf dem Schirm habe, ist es doch auch eine mentale Entspannung, ein paar Tage nicht daran denken zu müssen, was ich dem Kind koche, wie ich sie bespaße und so weiter.

4. Väter nehmen am Leben der Kinder mehr teil

Die meisten Co-Väter oder weitere CO-Elternteile mit einer aktiven Rolle sind sehr involviert in der Betreuung des Kindes und eben dadurch, dass sie komplett die Verantwortung haben, wenn das Kind bei ihnen ist. Die Rolle des Co-Vaters ist eine ganz andere, wenn er nicht nach zwei Minuten Versuchen das weinende Kind an die Mutter abgeben kann. Er ist voll verantwortlich. Er muss seine eigenen Strategien finden und sich selber mit dem Kind auseinander setzen. Bei uns sogar ohne Backup, denn wenn ich in Buenos Aires bin, kann ich zwar via FaceTime dabei sein, aber wirklich helfen kann ich nicht. Mit dem Baby war das auch gar kein Problem, wir haben uns abgesprochen, was im Notfall wie macht werden soll und gut.

Tatsächlich ist das für Vater und Kind auch ziemlich wertvoll, denn die Nummer, dass das Kind nach der Managerin verlangt, die alles besser entscheidet und kann, die gibt es viel weniger. Klar ist, dass Kinder sich bei der ersten Bindungsperson am sichersten fühlen und immer, wenn die da ist, hat Nummer 2 weniger Chancen. Erstens, um sich zu beweisen und zweitens, um Weaponized Incompetence vorzuschützen, um sich unliebsame Aufgaben vom Hals zu halten. Einer der Vorteile einer Co-Elternschaft ist ja auch, dass solche Männer ziemlich sicher ausgeschlossen sind.

5. Wenig Streit zwischen den Co-Eltern

Wenn du dich von Anfang an auf einer freundschaftlichen Basis trifft, ist für ausufernde Emotionen, die in Rosenkriege führen, eigentlich ziemlich wenig Platz. Nur, wenn ihr Super Best Buddy seit 20 Jahren seid, könnte ein ähnliches Gefühlschaos entstehen, wie bei einem Paar, dass sich trennt, weil eine*r den/die andere*n betrogen hat. Aus meiner Erfahrung aus den Vernetzungsgruppen weiß ich, dass es eigentlich nur aus zwei Gründen Streit gibt:

Weil die beiden Partner sich im Vorhinein nicht lange genug kennengelernt haben.

Weil die beiden Partner sich im Vorhinein nicht gut genug abgesprochen haben und das Besprochene nicht schriftlich festgehalten haben.

Ich sage immer: bitte lieber 12 als 6 Monate kennenlernen, weniger auf gar keinen Fall. Und bitte alles schriftlich festhalten, die Checkliste für Co-Eltern abarbeiten, alles, wirklich alles besprechen, einen Anwalt involvieren, alles unterschreiben und im Zweifel darauf zurückkommen.

Checkliste Co-Elternschaft

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Vorteile einer Co-Elternschaft

Du siehst also, getrennt erziehend in einer Co-Elternschaft zu sein, hat schon einige Vorteile. Je besser ihr euch abgesprochen habt, umso besser werdet ihr zurecht kommen und umso mehr könnt ihr es genießen, dass ihr entspannte Eltern in getrennten Wohnungen seid.

Wie ist es bei dir? Siehst du noch andere Vorteile? Oder ist einer meiner Vorteile ein Grund, weshalb du dich gegen eine Co-Elternschaft entscheiden würdest? Schreib mir doch deine Meinung, entweder hier oder in den sozialen Netzwerken.

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Jennifer Sutholt

Jennifer Sutholt

Jennifer Sutholt ist psychologische Beraterin mit Schwerpunkt Co-Elternschaft, private Samenspende und alternative Familienmodelle. Sie lebt seit zehn Jahren selbst in einer Co-Elternschaft und begleitet Menschen seit acht Jahren auf dem Weg zu ihrem Wunschkind.

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