Ein Samenspender erzählt

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Meine Lieben, ich denke, ich habe ein echtes Juwel ergattert, ein Mann hat sich bei mir gemeldet, der gerne Samenspender mit Onkelfunktion sein möchte und der uns hier seine Geschichte erzählt. Finde ich ganz besonders spannend, da ich die Motivation solcher Spender nur schwer nachvollziehen kann, außer dass sie den Wunsch haben, möglichst weit ihre Gene zu streuen, aber warum? Paul, der eigentlich anders heißt, erzählt uns anonym, warum er das machen möchte, welche Portale er besucht hat und wie sich die Suche gestaltet. Der Text ist zu 100% von ihm geschrieben, ich habe bewusst nichts verändert, um einen authentischen Einblick zu gewähren.

Wer bin ich?

Hi, ich bin Paul, 31 Jahre alt, verheiratet und Familienvater. Das hört sich erstmal nicht so an, als ob ich mit dem Thema Samenspender,Co-Elternschaft, Yes-Spender, Anonyme Samenspende, Onkelvater etc. viel zu tun hätte, dennoch beschäftige ich mich seit etwa einem Jahr ausgiebig mit der Thematik. In dieser Zeit habe ich viele Menschen kennengelernt, hauptsächlich natürlich Frauen. Aber ich habe auch den Dialog mit anderen Männern gesucht, einfach um ihre Sichtweisen, Vorstellungen und Beweggründe nachzuvollziehen. Ich möchte meine Erfahrungen teilen, um anderen eine Orientierung zu bieten, so dass sie herausfinden, was sie wollen und gezielter danach suchen können.

Aber wieso beschäftige ich mich als verheirateter Familienvater überhaupt mit diesem Thema? Ich befand mich in einer Art Zwickmühle. Ich habe eine Familie, für die ich dasein will, eine tolle Partnerin die ich nicht verlassen möchte, einen Sohn, den ich begleiten möchte. Aber ich habe auch meinen eigenen Wunsch nach einer Großfamilie, ich möchte mehrere Kinder haben. Also ist dies der Ausweg für mich, nochmal das schöne Gefühl genießen, Vater zu werden, ohne meine bestehende Familie zu vernachlässigen.

Warum weitere Kinder?

Nun, woher kommt der Wunsch weiterer Kinder? Ich denke man kann es ähnlich sehen wie Peter Fox im ‚Haus am See‘, einfach eine schöne Vorstellung, dass man mehrere Kinder und später Enkelkinder hat mit denen man ein Leben lang mehr oder weniger verbunden bleibt. Einfach Teil eines Größeren zu sein. Dazu kommt, dass ich es als sehr großes Glück empfand, ein eigenes Kind zu haben. Dieses Glücksgefühl würde ich natürlich gern wieder erleben, dazu würde ich auch gern anderen dieses Gefühl ermöglichen. Es ist wohl auch ein schönes Gefühl, gebraucht zu werden. Außerdem ist es doch eines der größten Komplimente, dass man als Mann erhalten kann, wenn man von einer tollen, attraktiven, sympathischen Frau ausgewählt wird, ihr dabei zu helfen. Frau möchte ja auch nur einen tollen Mann als Kindsvater haben.

Ich denke nicht, dass es die eine Motivation gibt, sondern viel mehr ein ganzes Bündel auf der Habenseite steht. Auf der Gegenseite stehen natürlich auch schwerwiegende Punkte bezüglich Risiken (sozial wie finanziell). Wieso ich Kontakt halten möchte? Ich finde die Vorstellung, dass irgendwo ein Kind von mir rumläuft, von dem ich nichts weiß, sehr erschreckend. Außerdem finde ich es fürs Kind nicht fair, wenn es nicht weiß,  von wem es abstammt. Wenn ich in so einer Rolle wäre, würde mich das sehr belasten, denke ich.

Wieso ich keine aktive Vaterrolle anstrebe?

Diese habe ich bereits eingenommen und es wäre unfair meiner Partnerin und meinem Sohn gegenüber, wenn ich diese aufgrund meiner Wünsche vernachlässigen würde. Ich könnte diese Rolle nicht für mehrere Familien einnehmen und würde damit nur mehr Schaden zufügen als ich helfen würde. Daher die klare Trennung. Gern als erweiterte Bezugsperson wie ein Onkel, aber nicht als Hauptbezugsperson. Vergleichen würde ich das in etwa so, als würde man Hundewelpen haben. Klar findet man sie süß und würde gern alle behalten, aber man kann es nicht und würde den Tieren nicht gerecht werden können. Schön, wenn sie eine tolle neue Familie bekommen und schön, wenn man sie hin und wieder sieht, aber man möchte nicht die volle Verantwortung tragen.

Meine Partnerin und ich hatten also viele Gespräche darüber und sie kann mich verstehen. Sie möchte mir in der Hinsicht auch nicht reinreden, wenn ich weitere Kinder zeugen möchte, solange ich weiß, wo meine „Hauptfamilie“ ist. Damit war die Idee der Samenspende geboren.

Mit dem Thema Samenbank habe ich mich schon während des Studiums beschäftigt. Diesen Gedanken habe ich aber damals wie heute relativ schnell verworfen, einfach weil ich den Gedanken sehr befremdlich finde, dass irgendjemand, den ich nicht kenne, ein Kind mit meinem Samen zeugt und ich nichts davon mitbekomme. Das fühlt sich einfach willkürlich und falsch an. Außerdem finde ich den Gedanken beängstigend, dass ich in 18-20 Jahren unangekündigten Besuch bekomme und eines meiner Kinder vor meiner Haustür auftaucht.

Keine Samenbank, sondern eine Privatspende

Also fing ich an mich mit dem Thema private Samenspende zu beschäftigen. Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Portalen und Angeboten. Ich habe viele davon ausprobiert und bin auch heute noch in 2-3en aktiv. Es ist wirklich schwierig jemand zu finden, mit dem die Vorstellungen übereinstimmen. Es ist nunmal ähnlich wie eine Partnerwahl jedoch mit einem sehr engen Korsett. Bei einer Partnerwahl können Attraktivität und Anziehung über vermeintliche Schwächen hinwegtäuschen, beim Thema Kinderwunsch hilft dies jedoch nicht. Da liegt der Schwerpunkt darauf, ob die Vorstellungen übereinstimmen.

Die Idee war nun da, jedoch fehlte natürlich das Wesentliche: Die Frau mit Kinderwunsch. Das Thema Kinderwunsch bzw. unerfüllter Kinderwunsch ist jedoch ein Tabu Thema, über das man nicht mit jedem redet. Das ist auch verständlich, da es natürlich emotional sehr aufgeladen ist. Selbst oder gerade bei Menschen die mir nahe stehen, wo ich mir sicher bin, dass dort ein unerfüllter Kinderwunsch vorherscht, würde ich mich schwer tun das Thema anzuschneiden.

Für mich selbst würden Menschen aus meinem Verwandtenkreis oder nahen Bekanntenkreis aber ohnehin rausfallen. Das wäre mir persönlich zu nah. Ich möchte die späteren Berührungspunkte selbst dosieren, so dass keine zu starken Vatergefühle in mir geweckt werden. Ich möchte das Kind natürlich kennenlernen und dass es weiß wo seine Wurzeln sind, aber ich trage eben schon die Verantwortung für meine Familie.

Meine Recherche

Also finge ich an, mich schlau zu machen. Hauptanlaufstelle sind natürlich diverse Internetseiten, die meist mit Kosten verbunden sind. Als kritischer Nutzer, der eigentlich nie für Online Inhalte bezahlt hat, war das eine Hemmschwelle. Man weiß eben nicht, was einem im Vorfeld erwartet. Neben Online Portalen gibt es auch die Möglichkeit, über Zeitungsannouncen (Vorzugsweise Sie sucht Ihn oder umgekehrt) das Thema Kinderwunsch klar zu äußern.

Eine weitere Möglichkeit ist es, einfach mit Bekannten oder fremden Menschen in Kontakt kommen und das Thema sanft anschneiden, um zu schauen wie die Reaktion ist. Tatsächlich habe ich das in Betracht gezogen, ich wollte mir eine Lesbenparty suchen und schauen, ob sich dort ein sympathisches Paar aufhält. Allerdings wusste ich nicht wo ich hin soll, und nach näherer Überlegung gehen auf Partys ja meist auch Singles und keine Langzeitpaare mit Kinderwunsch. Also konzentrierte ich mich auf die Online Möglichkeiten:

Kostenlose Seiten

Facebook

Über Facebook kann man verschiedene Gruppen finden. Wenn man nach Samenspende(r), Spermaspende(r), Kinderwunsch etc. sucht wird man fündig. Der Umgangston ist dort oft etwas rauer, aber die Admins versuchen es sauber zu halten. Ich stand mit 30-40 Frauen in Kontakt, mit 2-3 habe ich auch telefoniert.

http://www.samenspender-info.de/

Diese Seite ist kostenlos. Man kann zwar ein Premium Account erstellen, allerdings ist es nicht nötig. Man muss sich nichtmal anmelden. Es funktioniert in etwa wie Anzeigen in der Zeitung, Frauen und Männer geben Gesuche/Angebote und man kann sich direkt bei denen melden. Aufgeteilt ist das ganze nach PLZ Anfangsziffern. Es ist jedoch relativ wenig Fluktuation hier und es ist auffällig, dass 90% der Männer die natürliche Zeugung bevorzugen und 90% der Frauen die Bechermethode wünschen. 1-2 mal monatlich schaue ich jedoch rein, um zu schauen ob ein passendes Gesuch dabei ist. In 10 Monaten habe ich etwa 30 Frauen angeschrieben, 8 haben geantwortet, 1 Paar habe ich getroffen und mit einem weiteren telefoniert.

https://www.spermaspender.org/

Die  Seite ist ebenfalls kostenlos. Erstellt hat sie ein südländischer Samenspender, der auch viele Kinderbilder hochgeladen hat und recht offen dafür wirbt, wie schön gemischtrassige Kinder doch sind. Er selbst bevorzugt auch die natürliche Methode und er teilt seine Erfahrungsberichte. Auf der Seite gibt es auch den Reiter Anzeigen, wo ebenfalls Gesuche beidseitig veröffentlicht werden können. Die Fluktuation ist hier noch niedriger, ich schaue jedoch auch 1-2 mal monatlich vorbei, ob evtl doch ein passendes Gesucht dabei ist. Kontaktiert habe ich etwa 10 Gesuche von denen 4 geantwortet haben. Es ist jedoch nur bei Nachrichten schreiben geblieben.

Semi-kostenlosen Seiten

Die Seiten können kostenfrei genutzt werden. Man kann ein Profil erstellen und auf Nachrichten antworten. Um selbst die Initiative zu ergreifen, benötigt man jedoch ein Premium Account.

https://www.spermaspender.de/

Diese Seite hab ich in der Anfangsphase genutzt. Ich habe mich vollständig angemeldet und habe für 7 Tage ein Premium Account freigeschaltet bekommen. Wieso weiß ich nicht, war leider auch nicht reproduzierbar. Auf jeden Fall habe ich in dieser Zeit etwa 30 Frauen angeschrieben, davon haben mir auch etwa 10 geantwortet und mit einem Paar habe ich mich getroffen. Man kann wie oben angegeben sein Profil vollständig erstellen. Man kann jedoch nur auf Nachrichten antworten und keine selbst verfassen als kostenfreier Nutzer. Ich habe nur die 7 kostenfreien Tage genutzt, da ich die nachrangigen Tarife als zu teuer empfunden habe.Pro:Man kann kostenlos ein Profil erstellenNicht Premium Nutzer können Nachrichten lesenContra:Viele Nutzer haben überzogene Erwartungen oder rein sexuelles Interesse,die Mitgliedschaft ist recht teuer bezogen auf die Nutzungszeit

http://wunschkind4you.com/ und http://www.spermaspender-samenspender4you.com/

Diese beiden Seiten gehören zusammen. Für 30 Euro bekommt man eine lebenslange Mitgliedschaft für beide Seiten. Nach 2-3 Wochen Bedenkzeit habe ich zugeschlagen. Diese Plattform habe ich ausgiebig genutzt. Ich habe wohl über 50 Frauen angeschrieben. Geantwortet haben mir wohl so 30. Länger ausgetauscht und telefoniert wohl mit 6-7 und getroffen habe ich 2. Vom Preis/Leistungsverhältnis her würde ich das Ganze als gut ansehen, als Frau braucht man in der Regel kein Bezahl Account, da die Männer von sich aus schreiben.

Pro: Man kann kostenlos ein Profil erstellen, keine Abo Falle, einmal zahlen = lebenslanges Konto. Nicht Premium Nutzer können Nachrichten lesen

Contra: Viele Nutzer haben überzogene Erwartungen oder rein sexuelles Interesse

Kostenpflichtige Seiten

Auf diesen Seiten müssen beide Seiten bezahlen um sie zu nutzen.

Co-Eltern.de

Ich glaub dies ist eine der größten Seiten. Ich habe nach 1-2 Monaten überlegen mich zu einem 3 Monatigen Abo durchgerungen. Kostenpunkt war glaub ich damals 35 Euro und dieses Abo verlängert sich automatisch, also rechtzeitig kündigen! Ich habe auf dieser Seite über 500 Nachrichten verschickt. Das liegt daran, dass man hier irgendwann automatisch im Copy-Paste Modus ist. 90% der Nachrichten wurden nicht geöffnet, aufgrund mangelnden Premium Account. Dennoch habe ich mit 8 Frauen telefoniert von dieser Seite und 3 getroffen

Pro:
Sehr viele Nutzertäglich kommen neueContrateuer und Abofalledie meißten Nutzer können keine Nachrichten lesen aufgrund mangelnder Premium Accounts.Viele Frauen werden von Ausländern angeschrieben (damit meine ich, der Mensch wohnt auf einem anderen Kontinent).

familiship.org

Familyship ist eine ganz angenehme Seite. Sie wurde von einem lesbischen Paar als Startup gegründet. Meine Hemmschwelle mich hier anzumelden war auch erstmal groß, da ich Geld zahlen sollte ohne zu sehen wer dort unterwegs ist. Aber ich bin das Risiko mal eingegangen und habe mich für eine lebenslange Mitgliedschaft entschieden. Insgesamt habe ich es nicht bereut, es ist eine angenehme Seite, die meisten Mitglieder sind höflich und nett. Ich habe hier mit 6 Frauen telefonischen Kontakt gehabt und 4 getroffen.

Pro: keine Fakes, hohe Antwortquote, keine Spinner

Contra: Inzwischen recht teuer

http://www.spendesperma.com/

Ich bin auf dieser Seite angemeldet ohne Premium Account. Insgesamt sieht es so aus, als wäre recht wenig dort los. Ich bekomme wöchentlich 1-2 Mails, das sind aber automatisch generierte Nachrichten um mich von einer Vollmitgliedschaft zu überzeugen. Finde ich etwas dreist.

Zusammenfassung

Dies sind lediglich meine subjektiven Wahrnehmungen. Ich würde jedem empfehlen, relativ zeitnah mit seinem Gegenüber zu skypen. Dadurch bekommt man einen persönlicheren Eindruck, schließt fakes aus und kann herausfinden, ob die Authenzität stimmt. Außerdem muss man keine weiteren Kontaktdaten preisgeben und kann das Gespräch beenden, wenn es sich in eine Richtung bewegt, die einem nicht passt.Aus meinen Erfahrungen kann ich folgende Typen von Suchenden und Spendern zusammenfassen.

Spender

  • Homosexuelles Paar: Recht attraktiv, haben aber eher wenig Interesse an der Frau, suchen eher eine Art kostenlose Leihmutter
  • Verheirateter Mann mittleren Alters: Mann(47) mit Frau(44) verheiratet, Frau hat 2 Kinder aus früherer Beziehung mitgenommen. Mann hat keine eigenen Kinder und möchte jetzt im Herbst seines Lebens nochmal Vater werden bevor es zu spät ist, meist per Co-Elternschaft
  • Massenspender: Mann(32) spendet seit 5 Jahren per Becher. Hat jährlich 5-15 Kinder gezeugt, er möchte kein Geld, nur Leuten helfen. Glaube, er hat auch einen leichten Gottkomplex 🙂 Er geht mit dem Thema sehr offen um. Partnerschaften sind deswegen zerbrochen, weil er weiter spenden will und sie es nicht akzeptieren wollte
  • Alleinstehender Mann: Mann(43), eher schlichtes Gemüt und auch optisch eher durchschnittlich, hat 2 mal per Becher gespendet. Stellt keine Forderungen. Motiv ist wohl, dass es die einzige Chance für ihn ist, Kinder zu zeugen
  • Erzeuger(28): Sieht gut aus und sein Profil macht einen offenen sympathischen Eindruck. Er würde nur Kinder zeugen, wenn die Frau ihn optisch und menschlich gefällt. Er möchte keine spätere Verantwortung tragen, hat 6 Kinder so gezeugt (Insgesamt recht ähnlich zu meinen Vorstellungen)
  • Homosexuelles Paar: Sucht Co-Elternschaft vorzugsweise mit einem lesbischen Paar. Ob 50:50 Lösung oder als Wochenendväter soll man im Laufe der Zeit gemeinsam klären.

Suchende Frauen

  • Lesbisches Paar 1: Das Paar habe ich getroffen. Sie wollten die Samenspende so anonym wie möglich halten. Personenbezogene Daten sollten beim Notar hinterlassen werden und ab dem 16. Geburtstag des Kindes freigegeben werden. Grund waren Ängste bezüglich Sorgerechtsforderungen des Mannes. Für mich kam es nicht in Frage, dass irgendwo ein Kind rumläuft, von dem ich nichts weiß.
  • Lesbisches Paar 2: Das Paar wünschte sich einen nahen Kontakt zum Mann. Am liebsten eine Art Wochenendvater oder eine 50:50 Lösung. Theoretisch ein schönes Modell, allerdings kann ich dieser Rolle nicht gerecht werden, da ich meine eigene Familie damit vernachlässigen müsste.
  • Lesbisches Paar 3: Dieses Paar wünscht sich lockeren Umgang mit dem Mann, ohne jedoch Sorgerecht oder Unterhalt. Einfach, weil es schön ist, dass das Kind den Vater frühzeitig kennenlernt, die Hauptbezugspersonen jedoch die Frauen bleiben inklusive Stiefkindadoption. Ein gutes Model für mich.
  • alleinstehende Frau 1: Diese Frau ist Single oder gerade im Trennungsprozess (oft aufgrund des Themas Kinderwunsch). Oft sind es tolle attraktive sympathische Frauen, die einfach an den falschen Mann geraten sind. Sie wollen sich den Kinderwunsch jetzt allein erfüllen, am liebsten alleine mit lockeren Kontakt zum Mann. Ein für mich passendes Model. Oft scheitert es später an Details, dass dann doch mehr oder weniger Umgang gewünscht wird, als ich bieten kann oder dass ich die Vaterschaft anerkennen soll. Manchmal stellt sich leider auch heraus, wieso die Frauen Single sind. Ich bin an sehr attraktive Frauen geraten, die alles als eine Selbstverständlichkeit angesehen haben, dass der Mann zu ihnen nach Hause kommt, alle Atteste auf eigene Kosten organisiert, eine Anfahrt von 3-4 Stunden unentgeltlich auf sich nimmt, jederzeit für sie verfügbar ist etc.. Auf meine Frage, wieso ein Mann ihnen helfen soll und so ein Risiko auf sich nehmen sollte, kam meist keine Antwort oder so ein Quatsch, dass es doch eine Ehre sein soll, ihr zu helfen. Na ja, da sich das Verhalten nicht änderte habe ich verzichtet.
  • alleinstehende Frau 2: Diese Frau wünscht sich ein Kind, würde das Ganze aber ungern allein angehen. Darum sucht sie einen Mann für eine Co-Elternschaft. Verstehe den Wunsch, respektiere das, aber passt nicht für mich. Ich persönlich glaube bei manchen Gesuchen auch, dass wir leider in einer Generation Beziehungsunfähig leben und illusorisch hohe Erwartungen an die Co-Elternschaft bestehen. Auch hier hat das Gegenüber einen eigenen Kopf, Vorstellungen und Erwartungen. Toll, wenn es klappt, aber es ist keine Allzwecklösung.
  • Heterosexuelles Paar: Der gemeinsame Kinderwunsch besteht, aus Kostengründen oder aus Überzeugung heraus wird ein privater Samenspender gesucht. Die meisten verheirateten Paare wenden sich, glaube ich, an Samenbanken, einfach weil es finanziell von den Krankenkassen unterstützt wird und weil Männer nicht dem Mann ins Auge sehen wollen, von dem das Kind gezeugt werden würde. Denke im Internet sind nur 5-10% der Gesuche hiervon. Habe 2 nette Paare kennengelernt, die sich dann aber doch für die Samenbank entschieden haben.

Spezialfälle

Darüber hinaus habe ich noch paar besondere Fälle kennengelernt. Frauen, die einen Mann suchten, der Unterhalt zahlt, aber sonst kein Kontakt hält. Frauen, die mich nach einem 10 minütigen Treffen fragen, ob ich nächste Woche vorbeikommen will, auf meinen Einwurf, ob wir uns nicht besser kennenlernen sollten, kam nur: wozu? Siehst gut aus und machst einen anständigen Eindruck, das reicht mir. (Mir reichte es nicht, auch wenn die Frau attraktiv war, damit war der Kontakt dann auch zu Ende).

Ein Paar wollte mich zu einem Casting einladen(gemeinsam mit 4 anderen Männern), haben wohl zuviel Bachelor gesehen, habe dankend abgelehnt.Aber man kann festhalten, dass 80% der Gesuche normal sind. Die meisten passen nicht zu mir, aber ich denke nicht, dass sie schlechte Eltern wären. So ist es eben immer, wenn man jemanden kennenlernt, aus welchen Gründen auch immer, mal gibt es Gemeinsamkeiten, aber die Gründe, wieso es nicht gepasst hat, waren auch recht unterschiedlich.

Mal hat es menschlich nicht gepasst, mal waren die Vorstellungen über die Zukunft zu unterschiedlich, mal wurden Forderungen gestellt, die ich nicht erfüllen wollte, mal hat sich die persönliche Situation verändert(neuer Job/Partner/Gesundheitliche Probleme etc.), mal haben sich die Vorstellungen im Lauf der Zeit verändert oder Ängste kamen auf, als es konkreter wurde etc.

Die verschiedenen Phasen

Wie sich bei mir die Suche über die Zeit entwickelt hat? Wer sich damit beschäftigen möchte, im Internet wen passendes zu suchen, der sollte wissen was auf ihn zukommt. Am Anfang ist man total euphorisch, wow, so viele tolle Männer/Frauen….aber die Ernüchterung kommt schnell, da man dann merkt, dass die Vorstellungen doch zu unterschiedlich sind. Nach 6 Wochen intensiven Bemühungen und unzähligen Gesprächen mit Suchenden und auch anderen potentiellen Spendern habe ich gemerkt, dass es wirklich schwierig ist. Ich habe für mich folgende Phasen festgestellt:

  • Die Neugierde
    Der Gedanke, ein Kind zu zeugen, ist neu. Zaghaft fängt man an sich bei verschiedenen Portalen zu registrieren, immer betonend, dass man sich erstmal ein Bild machen möchte. Man ist sehr neugierig und schaut wer sonst so da ist, wie sind die Vorstellungen der anderen, was erwartet man, was will man überhaupt? Irgendwie eine schöne Phase, alles ist möglich, nichts wird ausgeschlossen, man geht mit offenen Augen heran.
  • Die Euphorie
    Man ist mit den ersten Anderen in Kontakt getreten. Wow, was für eine Vielfalt an Menschen, die hier sind. Unglaublich attraktive, charmante, sympathische Menschen. Die Frage ist nicht, ob ich hier jemand finde mit dem ich ein Kind zeugen möchte, sondern mit wem will ich es? So viel Auswahl, mal schauen was auf mich zukommt. Es scheint einfach zu werden. Man hat sich mit wem getroffen und es hat alles gepasst in den Vorstellungen. Die Spenden laufen an und evtl. ist das erste Kind gezeugt. Die Frau ist zufrieden, der Mann ist es endweder auch oder verfällt in den Rausch (wow, ich konnte ein Kind zeugen, ich will noch eins zeugen/ Ich habe gerade 250 Euro für einmal mastubieren bekommen, leichtverdientes Geld, mache ich nochmal) und wird zum Massenspender oder beide Seiten hatten ein gutes Verhältnis im Vorfeld (Habe einer tollen Frau geholfen, wir bleiben in Kontakt, das ist und bleibt was besonderes).
  • Die Ernüchterung
    Okay, hier sind echt viele Leute unterwegs, aber 90% passen mal gar nicht. Die Menschen lügen, erzählen falsche Vorstellungen, sind unzuverlässig. Man gerät aneinander, versteht den anderen nicht.
    Als Frau denkt man: Endweder notgeile Männer, die eine schnelle Nummer wollen oder Massenspender, die Kind Nummer 96 mit mir zeugen wollen.
    Als Mann denkt man: Endweder Frauen, die im Mann lediglich ein Werkzeug sehen um ihren Wunsch zu erfüllen und am liebsten komplett auf einen Mann verzichten würden oder Frauen, die einfach nicht zu einem passen.
  • Die Profilschärfung
    Der blauäugige Blick in die Welt der Kindeszeugung ist einer leicht skeptischen Grundeinstellung gewichen. Man blickt zurück, woran es gescheitert ist. Man findet heraus, was man eigentlich möchte, was man erwartet. Was sind Kann-Punkte, was sind Muss-Punkte. Anhand dieser Erfahrungen kann man sein Gesuch neu ausrichten und klarer kommunizieren. Im Anschluss kommt hoffentlich der Erfolg.

Meine persönliche Entwicklung

  • Neugierde
    Okay, ich würde gern anderen zum Kind helfen, Hauptsache sympathisch und man hat einen guten Draht zueinander. Keine Ahnung was ich genau will, mal schauen.
  • Euphorie
    Wow, hier sind echt viele tolle Frauen, habe in der Zeit 10-15 Frauen gefunden die mir echt gut gefallen haben, wo ich es mir hätte vorstellen können.
  • Ernüchterung
    Okay, von den Frauen, die mir zusagten haben mir 8 zu verstehen gegeben, dass sie wenig Interesse an mir haben und ich halt nur eben einen Becher für sie füllen sollte. Das hat mir nicht gefallen.
    Drei Frauen wollten mich als Co Vater in der Wochenendrolle einnehmen oder dass ich es publik machen würde in meinem Familien und Freundeskreis.
    Mit 2 habe ich mich super verstanden, Telefonnummer und Fotos getauscht, telefoniert, Treffen vereinbart, und bis jetzt wurde ich 2 mal kurzfristig versetzt, ohne genauere Angabe von Gründen.
  • Profilschärfung
    Da bin ich gerade bei, ich möchte als Erzeuger verstanden werden, nicht als Samenspender. Ein Mann, der als ferner Onkel in Kontakt bleibt per mail und 2-3 Besuche im Jahr. Da ich dafür lediglich 3-6 Frauen helfen möchte, um alle Kinder kennenzulernen, habe ich aber auch hohe Ansprüche an diese. Sie sollten mir optisch wie menschlich zusagen. Eine attraktive unabhängige Frau, die offen ist einen Mann für eine kurze Zeit in ihr Leben zu lassen, um ein gemeinsames Wunder zu erschaffen und im Anschluss einen lockeren Draht zueinander aufrecht zu erhalten. Dafür biete ich einen sympathishen, attraktiven, intelligenten Mann, der versucht dich bis zum Erfolg zu begleiten und darüberhinaus Interesse an dir und dem Kind behält. Ob Paar oder Single Frau ist für mich unerheblich.

Das war Pauls Geschichte bis heute. Die passende Frau hat er noch nicht gefunden. Ich hoffe, dass er berichten wird, wenn er es geschafft hat.

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19 Kommentare zu „Ein Samenspender erzählt

  1. Hallo Jennifer,
    ich weiß ja nicht, ob Paul schon Erfolg hatte…aber falls nicht…ich bin auf spendesperma.de angemeldet und habe dort viele seiner beschriebenen Profiltypen entdeckt.
    Dich Paul wohl leider noch nicht.
    Ich würde gern mit paul in Kontakt treten, falls du das vermitteln könntest?
    Würde mich sehr freuen.

    Ich finde übrigends den Blog nicht mehr in den ich zuerst geschrieben habe….leider…
    Status bei mir…erster Versuch über Samenbank und diersklinik….negativ…Ich bleib dran:-)

    Liebe Grüße
    wishanangel

    1. Liebe Wishanangel,

      es tut mir leid, dass es nicht geklappt hat. Ich kann mir vorstellen, dass du traurig bist, weil ja auch immer viel Hoffnung und Geld daran hängt.

      Falls es mit Paul nicht klappen sollte, kann ich dir die Berliner Klinik an der Gedächtniskirche empfehlen. Das Team um Dr. med. Silke Marr und Dr. med. Matthias Bloechle nimmt auch Singles an (http://www.kinder-wunsch.org) und konnte mir super helfen 🙂

      Solltest du Fragen haben, schreib mir gerne an hallo [ätt] solomamapluseins.de.

      Ansonsten wünsche ich dir jetzt erstmal ganz viel Glück und weiterhin viel Optimismus.

      Viele Grüße
      Hanna

      1. *seufz*

        Ach ja, leider wieder ein Fall der zeigt was heute mit der Gesellschaft nicht stimmt und wieso viele Frauen kinderlos bleiben….

        Also die ganze Geschichte ist, dass wir uns gestern getroffen haben. Zwei Stunden sind wir spazieren gegangen und haben uns ausgetauscht. Gegen Ende hat man sich signalisiert das der Abend ganz nett war.

        Ich von meiner Seite aus habe gesagt bevor ich mich pro Kind entscheide möchte ich eine gewisse emotionale Bindung zu einer Frau aufbauen, da ich mich fremd fühle ein Kind mit einer Frau zu zeugen zu der ich keine gewisse Basis habe. Dazu gehört für mich auch ein gewisses Maß an körperlicher Nähe. Wenn es sich fremd und unangenehm anfühlt in der Nähe eines Menschen zu sein dann passt man vielleicht nicht zusammen.

        Sie muss nachdenken. Am Abend schreibt sie mir ne sie möchte die Distanz halten und das passt für sie nicht. Kurze Zeit später kommt der Kommentar hier und ich werde blockiert.

        Wo ist also der Fehler?

        1. Die Frau ist mit einer Erwartungshaltung ins treffen gegangen ohne sich darüber klar zu sein das für diese Entscheidung zwei Personen gehören. Jegliche Abweichung ihrer Position wird scheinbar als verrat gesehen…. Die sichtweise des Mannes wird hier nicht berücksichtigt sondern lieber die pauschal Keule „er will nur Sex“ raus geholt. Schubladen denken macht das Leben eben leichter.

        2. Kontakt danach: es ist vollkommen okay wenn man sich nicht einig ist das man sich verabschiedet. Einfach hier ein Kommentar posten und den gegenüber zu blockieren zeigt einfach mangelnde sozial Kompetenz. Man kann sich höflich verabschieden und gut ist.

        Leider ist in der heutigen Zeit blockieren und tschüss eine verbreitete Form des Kontakt Abbruchs. Es ist bequem und einfach weil man unangenehme Gespräche fürchtet.

        Ich denke blockieren tut man wenn eine beleidigung oder Belästigung kommt und nicht preventiv. Damit stößt man nur dem gegenüber vor dem Kopf.

        Aber das ist nur meine Auffassung die nicht jeder teilen muss.

      2. Hey ihr Beiden,

        Es tut mir leid, dass euer Treffen schiefgelaufen ist. Ich kenne ja keine Details, deshalb kann ich nicht vermitteln, sehe das auch nicht als meine Aufgabe.
        Wenn allerdings die Frau die Situation so beurteilt, dass da einer nur Sex haben möchte unter dem Deckmantel des Spenders, dann ist das nicht gut. Ich weiss nicht, was du dir unter ‚gewisser körperlicher Nähe‘ vorstellst, aber das wichtigste bei einer Privatspende ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass das Kind per Bechermethode gezeugt wird. Sonst bekommt das Ganze sofort einen merkwürdigen Anstrich und du verlierst jede Professionalität. Davon gibt es in den Foren wirklich genug, die ihr Sperma gegen Sex ‚verkaufen‘ möchten. Sollte der natürliche Zeugungsakt für dich dazugehören, dann solltest du auf jeden Fall deine Intention überdenken und ggf darauf verzichten, eine Privatspende zu geben. Vielleicht gehst du beim nächsten Treffen etwas anders vor und versuchst, anders auf die Frau einzugehen. Sie befindet sich bestimmt in einer sehr angespannten emotionalen Lage, da können schlecht gewählte Worte schnell missverstanden werden. Da hat der Spender eine besonders schwere Aufgabe, das Vertrauen zu gewinnen ohne irgendwie fischig rüberzukommen.
        Schade, dass ihr ein Missverständnis hattet.

      3. Ich empfinde den Kommentar leider nicht als neutral formuliert. Die Frau hat eine sonderrolle weil sie eine emotional schwierige Situation hat und der mann muss der vollprofi sein?

        Davon ab, etwa jede vierte alleinstehende Hetero Frau fragt von sich aus ob natürlich auch eine Option sei. Sie schreiben das nicht offen ins profil weil sie nicht wie eine schlampe wirken wollen und um sich vor notgeilen zu schützen.

        Die Gründe die mir genannt wurden waren:

        Ich mag Sex und möchte auch auf meine kosten kommen

        Ich finde es unnatürlich ein kind per becher in mich einzuführen

        ich möchte den Moment mit dem Mann teilen

        Ich finde die Handhabung von Becher/Spritze blöd und die Chance ist niedriger

        Wenn mir der Mann gefällt, wieso nicht? bin doch single

        ich kann jede Frau verstehen die gern über die Bechermethode schwanger werden möchte und ich kann jede Frau verstehen die es gern natürlich machen möchte.

        Umgekehrt scheint da keine Akzeptanz zu herschen. Endweder steriler Profi Becherspender oder Triebtäter….

        Du kannst ja auch 20 Männer in deinem Umfeld fragen:

        Hey eine attraktive sympathische Frau wünscht sich ein Kind und du möchtest ihr helfen, sie bietet dir an allein ins Badezimmer zu gehen und zu mastubieren und dann zu gehen oder einen schönen Abend mit ihr zu verbringen und schauen was der Abend so hergibt. Wie würdest du dich entscheiden?

        Bitte vom Tunnelblick lösen und nicht die eigene Weltanschaung als Allgemeingültig ansehen…..

  2. Mal eine Frage an Paul: Du schreibst, du hast bereits mit deiner Frau
    ein Kind und ein Motiv für die Samenspende wäre der Wunsch nach mehr Kindern – warum gründest du nicht einfach mit deiner Frau eine Großfamilie? Es gibt doch Familien mit fünf, sechs Kindern.
    Und dann – auch als Frage an die Mutter: Es ist doch recht wahrscheinlich, dass das durch Samenspende gezeugtes Kind – da es den Vater ja kennen wird, da er losen Kontakt zu der Mutter weiter halten möchte – wenn es etwas älter ist, plötzlich Sehnsucht nach ihm als seinem leiblichen Vater entwickelt, mehr Zeit mit ihm verbringen möchte, ihn besser kennenlernen möchte usw. – wie macht ihr das, sagt ihr dann einfach „nein, papa wollte dich zeugen, weil er es gut fand, viele Kinder zu haben, aber wirklich Zeit mit ihnen verbringen möchte er nicht, denn er hat ja sein eigenes Kind?“ Ich kann mir das schlecht vorstellen. Wie geht man mit der vermutlich auftretenden Sehnsucht des Kindes nach dem leiblichen Vater um? Oder wie geht man damit um, dass, wenn diese Sehnsucht nicht auftritt, sie vermutlich deshalb nicht auftritt, weil das Kind mit der Mutter kooperiert und merkt, dass ihr das nicht recht wäre? Über eine Antwort würde ich mich freuen.

    1. Liebe Annette,
      Ich habe deine Frage an Paul weitergegeben, er hat auch schon geantwortet. Ich würde gerne noch dazu sagen, wie ich es sehe. Eine solche Privatsamenspendep ist die Alternative zu einer eventuell sogar anonymen Spende durch eine Samenbank. Warum eine Frau das so macht, das sei ihr selber überlassen, aber ich persönlich finde, es ist ein wesentlicher besserer Weg, als quasi Samenraub zu begehen und zB von einem One Night Stand schwanger zu werden. So hat das Kind die Möglichkeit, den Vater kennenzulernen und seine Fragen beantwortet zu bekommen. Sicher aber wird die Mutter nicht an die Sache herangehen wie mit einem getrennten Partner, sondern es wird immer klar sein, dass der Erzeuger kein Vollzeitvater ist und auch nicht sein wird. Wenn man sich zB Adoptivkinder anschaut, die möchten meistens die leiblichen Eltern kennenlernen, um ihren Ursprung zu erkunden, aber ihre wahre Familie ist meistens doch die, bei der sie groß geworden sind. In so einer Onkelkonstellation, wie Paul sie anstrebt, wird die Mutter sicher dafür sorgen, dass das Kind ein erfülltes Familienleben erhält und nichts vermisst. Sei es mit einer lesbischen Partnerin oder mit einem neuen Partner oder eben nur als Zweierfamilie. Wenn man sich für ein solches Familienmodell entscheidet, hat man sich meistens sehr viel Gedanken gemacht und gibt sich sehr viel Mühe, dem Kind alles zu geben was es braucht. Ja, einen Vater zu haben ist toll, aber wie viele Kinder wachsen ohne auf, Weidas Interesse erloschen ist oder ein solcher Streit herrscht, dass ein Kontakt nicht möglich oder auch nicht gewünscht ist. Ein Spendervater hat das Kind nicht aktiv verlassen, sondern die Mutter hat das Kind aktiv bekommen, vielleicht muss man es mal so sehen.
      In Pauls Fall möchte seine Frau keine weiteren Kinder, er schon. Ich finde, er hat einen sehr guten Weg gefunden, beiden Wünschen zu entsprechen. Ich musste meinen Ex wegen des Kinderwunsches verlassen, die beiden haben ein anderes Agreement gefunden.
      Auch für mich ist es eher schwer, nachzuvollziehen, warum jemand ein Kind zeugen möchte, aber dann nicht jede Sekunde mit ihm verbringen möchte.Der weibliche Ansatz ist ja meistens komplett konträr. Genau deshalb habe ich den Artikel auf dem Blog, weil ich schon finde, dass es sich lohnt, sich damit auseinanderzusetzen und die andere Meinung zu hören.

  3. Hallo Annette, ich verstehe ehrlich gesagt deinen Post nicht. Er liest sich etwas so, als würdest du mich auf die Anklagebank setzen und ich mich rechtfertigen soll.

    „Wieso gründe ich keine Großfamilie?“

    Ist eine Großfamilie denn wirklich der bessere Weg?

    Was ist wenn die Frau keinen weiteren Kinderwunsch hat?

    Ist es zwei Elternteilen möglich sich genauso gut und intensiv um 4-6 Kinder zu kümmern wie sie sich um 1-2 kümmern könnten?

    Würde ein Kind von einer alleinstehenden Frau oder einem kinderlosen Paar evtl besser betreut werden als wenn es das fünfte oder sechste Kind in einer Großfamilie werden würde?

    Neben dem sozialen Aspekt kommt dann natürlich noch der finanzielle Faktor hinzu.

    Allgemein würde ich dazu raten, wenn man Fragen stellt, sie dann offen zu stellen, um erst gar nicht eine Ankläger Rolle einzunehmen.

    Was ein Kind später möchte kann ich nicht sagen, es ist eine Art Glaskugel schauen.

    Es könnte den Kontakt zum leiblichen Vater suchen

    Es könnte jemand anders in die rolle hineinwachsen für das Kind (Stiefelternteil, neuer Partner oder sonst was)

    Es könnte auch gar kein Interesse haben

    Aber das sind Faktoren die ich nur bedingt steuern kann. Man sollte manchmal das Leben leben und nehmen wie es kommt anstatt alles kleinteilig zerdenken und in der Theorie blase gefangen zu bleiben. Das ist zumindest meine Meinung.

    Was wäre wenn morgen ein Meteroit einschlägt? Was wenn du morgen in der Badewanne ausrutscht?

    Das ist halt wenig hilfreich, man kann nicht auf alles perfekt vorbereitet sein.

    Wenn du Interesse hast, es gibt die Seite Spenderkinder, da kannst du Erfahrungsberichte lesen. Die meißten wollen eben gern wissen, wo ihre Wurzeln sind und das möchte ich ermöglichen.

    Ansonsten gibt es sicher getrennte Paare mit gemeinsamen Kindern im erweiterten Umfeld, wo der Mann oder die Frau nur eine Schattenrolle einnimmt. Da kannst du auch fragen wie es aussieht.

    Wahrscheinlich wirst du merken, es gibt nicht die eine Antwort, jeder Fall ist verschieden. Die einen wünschen sich mehr Kontakt zum Vater, bei den anderen die sind glücklich so wie es ist.

    Es wäre tendenziell auch gut die Hintergründe zu erfahren, wieso du dich mit dem Thema beschäftigst und wieso du dir diese Fragen stellst.

    LG

  4. Danke für eure Antworten, Jennifer und Paul! Ich bin schon überrascht davon, dass zumindest Paul sich offensichtlich davon angegriffen gefühlt hat; ich habe die Fragen aber schon als normale „Sachfragen“ gemeint und nicht damit gerechnet, dass dabei der Impuls aufkommt, sich „rechtfertigen“ zu müssen. Warum eigentlich? Aber das ist vermutlich das Problem der Kommunikation übers Internet. Und klar frage ich mich auch bei anderen Familienkonstellationen, wo der Vater oder die Mutter eine „Schattenrolle“ einnimmt, wie es aussieht.
    Klar kann es sein, dass das Kind gar kein Interesse an seinem leiblichen Vater hat. Oder dass auch bei einer „normalen“ Familienkonstellation der leibliche Vater kein Interesse an seinem Kind hat. Das leuchtet mir ein.
    Mein Hintergrund: Ich bin gut befreundet mit zwei „Kinder“ von Samenspendern, die mit dieser riesigen unerfüllten Sehnsucht nach ihrem leiblichen Vater nicht zurecht gekommen sind/zurecht kommen. Von daher hat es mich interessiert, wie „die andere Seite“ (also Eltern, die ihr Kind per Samenspende zeugen/empfangen) darüber denkt. Und natürlich ist das eine plausible/nachvollziehbare Antwort: Man weiß nie, wie es kommt, es kann ja genauso gut sein, dass der Samenspender sich als Vater voll engagieren wird, es kann auch sein, dass das Kind null Interesse an an seinem biologischen Vater hat. Von daher Danke für eure Antwort! Dass die Eltern sich das so vorstellen, ist ja auch vermutlich der einzig mögliche Weg, sich so zu entscheiden.
    Alles Gute für euch und eure kinder bzw. die noch entstehenden Kinder wünsche ich euch!

    1. Hallo Annette,

      tut mir leid wenn ich deine Nachricht zu scharf verstanden habe.

      Die Frage: „Wieso machst du xy nicht so und so“

      impliziert für mich eben, dass ich scheinbar etwas nicht so mache wie die Person es erwartet und ich damit in der Rolle bin, dass ich meine Position erklären muss und mich rechtfertigen sollte.

      Daher sind offene Fragen meißt besser. Bspw.

      „War die Gründung einer Großfamilie schonmal ein Thema für dich, wie denkst du darüber?“

      Das ist wertneutral gefragt.

      Vielleicht bin ich da aber auch einfach nur etwas empfindlicher getriggert, das weiß ich nicht.

      Ich glaube, dass 90% der Frauen die sich mit der Thematik alleine ein Kind zu bekommen beschäftigen dies nicht freiwillig tun werden.

      Sie haben von Mutter Natur schlichtweg die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen: Endweder Kinderlos bleiben oder so.

      Weil sie nur karriere gemacht haben, zu lang am falschen mann festgehalten haben oder sonst was. Gründe sind ja irrelevant, aber sie stehen irgendwann am Scheideweg. Das Leben ist leider nicht immer einfach

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