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Weihnachten in getrenntlebenden Familien, zwei Weihnachtsbäume rechts und links

Weihnachten in getrennt lebenden Familien

Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir, daher kennzeichne ich das als Werbung.

Oh, Weihnachten, das Fest der Familie. Oder eher das Fest der Fallstricke. Ist es in einer ganz „normalen Familie“ schon oft eher schwierig, die Feiertage harmonisch hinzubekommen, so ist es in Familien, die etwas weniger klassisch aufgebaut sind, eine mindestens genauso große Herausforderung. Oder eben eine noch viel größere. Weihnachten in getrennt lebenden Familien kann von harmonisch bis höllisch so ziemlich jede Ausprägung annehmen.

Auf einmal ist alles anders

Ich schreibe bewusst Weihnachten in getrennt lebenden Familien, denn das sind Co-Eltern technisch gesehen ja auch. Und besonders an Weihnachten kann der Fokus sehr schnell auf getrennt statt auf Co liegen. Denn an Weihnachten besinnen sich auf einmal alle auf die familiären Werte, auch wenn ihnen die den Rest des Jahres über eher schnuppe sind. Egal in welcher Familienkonstellation. Da werden Väter, die sonst jedes Umgangswochenende meiden wie der Teufel das Weihwasser auf einmal zu Familienmenschen und pochen auf den Heiligen Abend. Wenn dann noch eine sehr engagierte Oma im Hintergrund agiert, dann wird aus Besinnlichkeit auch mal besinnungsloser Hass. Sogar manchmal bei Co-Eltern.

Das sollte eigentlich anders sein, weil sich ursprünglich mal alle einig waren und im besten Fall vorher alle Eventualitäten besprochen haben. Das meine ich ernst, bitte besprecht in eurer Vorbereitung der Co-Elternschaft all solche besonderen Tage. Auch den Geburtstag des Kindes. Dann sollten sich hoffentlich weniger Probleme ergeben. Die komplette Vorbereitung könnt ihr mit dem Workbook Co-Elternschaft machen:

Workbook Co-Elternschaft Cover

Workbook Co-Elternschaft

Bereite dich intensiv auf deine Co-Elternschaft vor. Das Workbook begleitet dich von Anfang an. Von der Reflexion deines Kinderwunsches bis zur Vereinbarung mit dem/den anderen Elternteil(en).

So läuft es bei mir

Wieviel Glück ich mit der Familie meines Co-Vaters habe, ist mir erst später bewusst geworden. In unseren Vernetzungstreffen wird jedes Jahr diskutiert und so einige Probleme mit Weihnachten geteilt. Bei uns gibt es keine Probleme, da die Eltern des Vaters irgendein christlich orthodoxes Konzept leben. Das bedeutet, sie feiern Weihnachten am 6. Januar. Das hieß bei uns von Anfang an, das arme Kind muss zweimal Weihnachten feiern, an getrennten Daten, die niemals kollidieren.

Und damit habe ich nie ein Problem an Weihnachten. Und der Papa auch nicht. Er geht arbeiten oder trifft sich mit Freund*innen am 24. Dezember, der Tag bedeutet ihm nichts. Wir haben auch schon mal gemeinsam mit dem Papa bei meiner Familie gefeiert und ich war auch schon im Januar bei seinen Eltern. Aber das bleibt die Ausnahme und wir halten mittlerweile an unserem Plan fest. Für mich damals auch eines der Hauptargumente, mich für den Co-Papa zu entscheiden. Wie viel Ärger mir das erspart hat, war mir aber nicht klar.

Vereinbarung zu Weihnachten, Silvester und Geburtstag

Trotzdem haben Co-Eltern einen großen Vorteil. Eltern, die vorher ein Paar waren und jetzt getrennt sind, haben sich wahrscheinlich vor der Geburt des Kindes keine Gedanken gemacht, was Feiertage im Falle einer Trennung angeht. Ich sage es also nochmal: als Co-Elternteil solltest du diesen Vorteil nutzen. Besprecht alle Feiertage, auch den Geburtstag des Kindes ausführlichst vorher. Und aus Gründen: haltet das schriftlich fest. Dann habt ihr im Falle einer Meinungsverschiedenheit etwas vorzuweisen. Und ihr könnt euch erinnern, wie ihr angetreten seid. Es ist nämlich bei Co-Eltern genauso wie immer, wenn Menschen beteiligt sind. Zwei Menschen – zwei unterschiedliche Erinnerungen: „Haben wir so nicht besprochen, haben wir nie besprochen, das war aber ganz anders, hab ich so nie gesagt, ich habe es eigentlich genau andersrum gemeint!“ Dazu empfehle ich euch sehr, euch mit der Vereinbarung für Co-Eltern auseinanderzusetzen. In diesem Artikel lest ihr nochmal speziell zur Vereinbarung. Im Workbook Co-Elternschaft erstellt ihr diese quasi automatisch mit.

Vertrag Co-Elternschaft

Alles über die Vereinbarung zwischen zukünftigen Co-Eltern

Eins muss dir aber klar sein: Meinungen ändern sich. Da hilft auch ein Schriftstück nicht. So wie keine Frau vorher weiß, wie sie als Mutter sein wird, so ist es auch beim zukünftigen Vater. Wenn ein Mann dachte, er legt auf Weihnachten ja gar keinen Wert, kann sich auch das komplett ändern, wenn das Kind da ist. Wenn eine Frau dachte, sie kann Weihnachten auch ohne Kind, kann sich das wirklich komplett ändern und der Gedanke wird unerträglich. Trotzdem kann es sehr hilfreich sein, sich vorher intensiv auseinander gesetzt zu haben. Übrigens auch als getrenntes Paar lohnt es sich, im April schonmal über Weihnachten zu sprechen. Mit ganz viel Reden kann Weihnachten in getrennt lebenden Familien vielleicht doch noch zumindest ok verlaufen.

Die wichtigsten Fragen im Vorhinein

  • Wo soll das Kind Heiligabend verbringen? Immer gleich oder im Jahreswechsel? Wenn jedes Jahr gewechselt werden soll, bitte auch dran denken, dass das Kind vielleicht etwas anderes möchte, wenn es älter ist. Und auch ein Mitspracherecht hat.
  • Ist ein gemeinsamer Heiligabend möglich? Vielleicht am 24. alle zusammen Bescherung machen und dann den einen Feiertag bei der einen Familie und den anderen dann bei der anderen? Oder einfach eine neue Tradition für die eigene kleine Familie erfinden?
  • Nicht zu unterschätzen sind Omas, Opas und der Rest der Kernfamilie. Wie ist die Meinung deiner Mutter? Steht sie hinter deinem Konzept? Wenn ja, sollte es entspannt sein, aber du weißt, wie das ist: „Wir haben doch schon immer so gefeiert, anders geht es nicht; aber die Tradition; also bei deinem Bruder ist das alles viel einfacher; musst du immer aus der Reihe tanzen; geht gar nicht, dass das Enkelkind nicht da ist; was, wenn das mein letztes Weihnachten ist; denk bitte auch an die Oma, die würde das nicht verkraften, was wenn das ihr letztes Weihnachten ist?“ Das sind absolut willkürlich ausgedachte Sätze, aber ich denke, du weißt, was ich meine.
  • Was ist mein Plan B, wenn sich einer umentscheiden sollte. Angenommen, ihr habt abgesprochen, dass der Vater das Kind alle zwei Wochen am Wochenende hat und er eher weniger aktiv sein möchte. Und jetzt will er auf einmal das Kind an jedem Heiligabend haben? Etwas überspitzt, aber sicher Realität in ziemlich vielen getrennten Familien. Erscheint ziemlich ungerecht? Ist es auch, aber eine Lösung müsst ihr finden. Vielleicht ganz offen mal darüber reden, was hier die Motivation ist. Ob vielleicht einer Druck von der Familie bekommt, sich eigentlich doch lieber mehr einbringen möchte oder eben denkt, ein Heilig Abend macht 12 Monate Abwesenheit wett. Genauso bei Co-Eltern. Plötzlich will ein Elternteil alle vorher ausgehandelten Regeln über den Haufen werfen? Dann müsst ihr reden. Und reden. Und schauen, wie es klappt, dass alle nur von Weihnachtsgelage Bauchschmerzen haben.

Kompromisse, Kompromisse

Ein Kompromiss muss aber auch für alle ok sein. Zumindest halbwegs. Ihr seid ja angetreten, das Kind entspannt zu teilen, als Freunde. Jetzt müsst ihr tatsächlich auch so handeln. Wenn ein Elternteil extreme Bauchschmerzen mit der Situation hat, soll das natürlich nicht sein. Sowas merkt ja auch das Kind. Du hast ja eigentlich mit deinem Co-Vater das Glück, dass ihr eben nicht wie ein getrenntes Paar jeden Anlass zur Entfachung eines Rosenkrieges nehmen wolltet. Die Emotionen kochen tendenziell bei Co-Eltern nicht ganz so hoch wie bei ehemaligen Paaren, die vielleicht insgeheim den anderen zum Teufel wünschen. Aber auch hier kann es ziemlich unchristlich zugehen, wenn ein Ego oder ein Herz verletzt wird.

Trotzdem ist es wichtig, das Problem genau zu besprechen und nicht einen für dich faulen Kompromiss zu schlucken, nur damit Ruhe herrscht. Denn Weihnachten wird wieder kommen. Every. Fucking. Year. Wenn es dieses Jahr nicht geklappt hat, dann nächstes Jahr rechtzeitig in neue Verhandlungen reingehen. Am besten emotionsfrei, soweit das geht. Im Spätsommer oder so.

Lasst euch helfen

Wenn sich gar keine Lösung findet, egal ob für Weihnachten oder andere Situationen, dann holt euch Hilfe. So wie eine Kinderwunschberatung im Vorhinein eine Unterstützung ist, so kann euch ein Elterncoaching oder eine Mediation vielleicht an den Punkt zurückbringen, von dem ihr gestartet seid: als Freunde gemeinsam ein Kind zu begleiten. Oder kann bei einem getrennten Paar daran erinnern, dass auch noch andere beteiligt sind an der Situation, nämlich kleine Menschen, deren Wohl ganz oben stehen sollte auf der Prioritätenliste. Oder ihr macht eure Vorbereitung schon begleitet und lasst euch bei der Erstellung eurer Vorbereitung unterstützen.

Weihnachten in getrennt lebenden Familien

Vielleicht hast du auch die Möglichkeit, mit deinem eigenen Kind etwas anders zu machen als schon immer. Denn dass immer das gleiche Weihnachten gefeiert werden muss, das ist zwar die Regel, aber in Stein gemeißelt muss sie ja nicht sein. Generell haben junge Eltern meistens nicht die Chance, eine eigene Weihnachtsroutine zu entwickeln, einfach weil Weihnachten „eben so gefeiert wird“. Das knallt ja schon bei Paaren, denn wenn deren Eltern wie immer feiern, ist das Paar an Weihnachten getrennt. Und die Enkeln? „Wieso sind die denn an Weihnachten immer bei der anderen Oma???“

Du siehst also, Weihnachten ist ein Minenfeld, versteckt unter Tannenzweigen, Lametta und jeder Menge Keksen.. In fast allen Familie. Und irgendwie bekommen es alle am Ende doch hin. Auf die ein oder andere Weise. Du hast ja sowieso schon alles anders gemacht, dann tu das doch hier auch. Du findest ganz bestimmt eine Lösung.

Hast du als ähnliche Probleme oder willst so etwas gleich im Vorhinein vermeiden? Dann komm zu uns in die Vernetzungstreffen:

Vernetzung Co-Elternschaft, Solomutterschaft

Vernetzung

Tritt mit anderen Personen in einer Co-Elternschaft oder Solomutterschaft, in Vorbereitung oder mit Interesse an diesen Familienmodellen in Verbindung. Stelle deine Fragen, suche einen Co-Elternteil und profitiere von den Erfahrungen der anderen.

Magst du erzählen, welche Lösung ihr gefunden habt? Ich freue mich darauf, von dir zu hören!


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