Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir, daher kennzeichne ich das als Werbung.
Wenn wir uns die gängigsten alternativen Wege zum Wunschkind anschauen, ist die private Samenspende im Vergleich zu einer Co-Elternschaft oder der Samenbankspende der Weg mit den meisten Stolpersteinen, besonders im Bezug auf rechtliche Fragen, Gesundheit und Perspektive des Kindes. Und das aus Sicht von Mutter und Spender. Die private Samenspende kann richtig vorbereitet allerdings auch ein sehr schöner Weg für alle Beteiligten sein. Damit das funktioniert, haben Katharina Horn und ich eine Checkliste für private Samenspenden zusammengestellt, die auf unseren Erfahrungen aus unserer Community, unseren Vernetzungstreffen und Beratungen beruht.
Die Checkliste richtet sich hauptsächlich an alleinstehende Frauen, die als Solomutter ihren Weg gehen möchten. Oder in einer Co-Elternschaft mit Onkelfunktion den Spender zumindest in sehr kleinen Dosen am Leben des Kindes teilhaben lassen möchten. Nimmt ein heterosexuelles oder homosexuelles Paar oder Ehepaar eine private Samenspende in Anspruch, gibt es rechtliche Unterschiede. Diese werden im Abschnitt Rechtliches erläutert. Die Checkliste kann bei jeder privaten Samenspende genutzt werden, nicht passende Aspekte ignoriert ihr einfach.
Inhaltsverzeichnis
- Warum haben wir die Checkliste für private Samenspenden erstellt?
- Was ist eine private Samenspende?
- Wieso ist die private Samenspende so anfällig für Missbrauch?
- Inhalt der Checkliste für private Samenspenden
- Gründe für eine private Samenspende
- Gesundheit
- Perspektive und Aufklärung des Kindes
- Rechtliches
- Spendersuche
- Die private Samenspende kann gut funktionieren
Du möchtest direkt zur Checkliste? Hier kannst du sie erwerben, ich empfehle allerdings dringend, den Artikel zu Ende zu lesen.

Checkliste private Samenspende
Bereite dich auf deine private Samenspende vor. Mutter und weitere Elternteile plus Spender können gemeinsam alle Eckpunkte der Spende festlegen und ihre Vereinbarung über alle wichtigen Themen schriftlich festhalten.
Warum haben wir die Checkliste für private samenspenden erstellt?
In unseren Beratungen hören wir immer öfter von den zum Teil katastrophalen Folgen, die eine private Samenspende haben kann. Für Mutter, Spender und Kind. Das liegt meistens daran, dass die Beteiligten Erwachsenen nicht genug über die rechtlichen Probleme wissen, die mit einer privaten Samenspende einhergehen. Oder wusstet ihr, dass die Mutter in einem Privatspendeszenario, bei dem der Spender nicht angegeben wird, bis zum Ende der Unterhaltspflicht des Kindes (ca. 25 Jahre) kein Bürgergeld, kein Wohngeld und keinen Kinderzuschlag beantragen kann? Also auch nicht arbeitslos werden kann, keinen Unfall haben sollte, nie ihre bezahlbare Wohnung verlieren darf?
Bevor wir in die eigentliche Materie, fangen wir ganz vorne bei den Grundlagen an:
Was ist eine private Samenspende?
Von einer privaten Samenspende sprechen wir, wenn der Samen nicht über eine Samenbank gekauft wird, sondern von einer Person im privaten Umfeld ohne zwischengeschaltete Kinderwunschklinik gespendet wird. Dabei kann entweder ein Freund, Bekannter oder ein fremder Mann aus dem Internet gewählt werden. Zur Befruchtung wird meistens die Heiminsemination genutzt, seltener Geschlechtsverkehr, auch als natürliche Methode bezeichnet. Wie die Co-Elternschaft auch, befindet sich die private Samenspende auf dem Spektrum der Solomutterschaft. Der Spender kann regelmäßigen oder sporadischen Kontakt zum Kind haben oder vollkommen anonym bleiben.

So unterschiedlich kann eine Solomutterschaft aussehen
Und schon damit fangen die Probleme der privaten Samenspende an. Sie kann absolut anonym ablaufen, was dem Kind das Recht auf Kenntnis der Abstammung verweigert. Während bei der Samenbankspende dem Kind Auskunft über den Spender zusteht, sind Mutter, Spender und Kind außerdem rechtlich durch das Samenspenderregistergesetz abgesichert. Im Gegensatz dazu ist eine private Samenspende absolute Vertrauenssache, da beide Seiten entweder Unterhalt oder Umgang einfordern können. Dazu mehr unter rechtliche Aspekte.
Außerdem gibt es viele weitere Risiken, wenn Spender aus dem Internet gewählt werden, wie zum Beispiel Massenspender, Vortäuschung falscher Tatsachen, sexuelle Belästigung, Bedrängen, was die Zeugungsmethode angeht, keine Angabe von Personendaten, die Liste ist endlos.
Wieso ist die private Samenspende so anfällig für Missbrauch?
Anders als bei gut vorbereiteten Co-Elternschaften nehmen sich die beteiligten Parteien einer privaten Samenspende selten genug Zeit, sich kennenzulernen und die Samenspende mit ihren individuellen Konditionen abzusprechen, vorzubereiten und schriftlich festzuhalten. Auch rechtliche Aspekte werden nicht recherchiert, ignoriert oder verschwiegen. Außerdem wird die Perspektive des Kindes in vielen Fällen komplett außer acht gelassen. Von beiden Parteien.
Und anders als bei einer Samenbankspende, greift bei einer privaten Spende nicht das Samenspenderregistergesetz, das alle Beteiligten absichert. Ein im Samenspenderregister eingetragener Spender kann nicht rechtlicher Vater des Kindes werden. Das heißt, weder kann er von Mutter oder Kind zu Unterhaltszahlungen verpflichtet werden, noch kann er Umgang mit dem Kind einfordern. Bei einer privaten Samenspende ist beides möglich.
Das Informationsportal Kinderwunsch des BMFSFJ bietet generell viele wichtige Informationen an und äußert sich zur privaten Samenspende so:
Der private Weg lässt viele juristische, finanzielle und emotionale Fragen erst mal offen und ist deshalb nicht zu empfehlen. Ein Kind kann beispielsweise nicht per Vertrag rechtlich von einem biologischen Elternteil losgelöst werden. Das ist im Hinblick auf Vereinbarungen zu Unterhalt oder Umgang ein wichtiger Faktor.
Die Samenspende im medizinischen Setting ist in Deutschland dagegen durch das Samenspenderregistergesetz klar geregelt: Der Spender ist nicht unterhaltspflichtig… Das Samenspenderregistergesetz deckt vor allem einen besonders wichtigen Aspekt ab, nämlich den der Identitätsfrage des Kindes.
Inhalte der Checkliste für private Samenspenden
Da wir wissen, dass der Weg über eine Kinderwunschklinik nicht für alle Personen finanziell machbar ist und aufgrund des späten Kontaktes zwischen Kind und Spender auch einfach nicht gewollt ist, möchten wir mit der Checkliste für private Samenspenden ein Hilfsmittel bereitstellen, das dabei unterstützt, eine private Samenspende so gut und sicher wie möglich vorzubereiten und durchzuführen.
Wenn du dich als zukünftige Mutter oder Spender über die private Samenspende informieren möchtest, dich vorbereiten willst und gemeinsam mit der anderen Partei die private Samenspende so sicher wie nur möglich machen möchtest und gleichzeitig die Perspektive des Kindes im Blick haben möchtest, dann ist diese Checkliste für privaten Samenspenden genau das Richtige für dich. Sie geht auf folgende wichtige Punkte ein:
- Generelle Informationen
- Der persönliche Rahmen
- Kennenlernen und Werte
- Beziehung untereinander
- Gesundheit
- Perspektive/Aufklärung des Kindes
- Kontakt zu Halbgeschwistern
- Rolle des Spenders
- Motivation des Spenders
- Spendersuche
- Spenderwechsel
- Spender aus dem Bekanntenkreis
- Sorgerecht
- Rechtliches und Sicherheit
- Finanzielle Entschädigung
- Umgang mit Konflikten
- Vereinbarung
- Wenn die Beziehung sich ändert
Am besten bearbeitet ihr sie zuerst alleine, damit ihr vorbereitet seid auf Gespräche mit der anderen Person und dann gemeinsam. Die Checkliste bietet viel Platz für Notizen, die euch als Fundament für eure schriftliche Vereinbarung dienen sollen. Wenn ihr das Vereinbarte nicht extra ausformulieren möchtet, könnt ihr die Checkliste als Vereinbarung nutzen, darauf ist sie ausgelegt.
Auch wenn diese nur eine private Vereinbarung ist, kein rechtskräftiger Vertrag, solltet ihr IMMER wenigstens die Checkliste ausfüllen und beide unterschreiben. Es muss kein ausformulierter Vertrag sein, der klingt wie vom Rechtsanwalt. Eure Intentionen, Ideen und Herangehensweisen sollen aber klar erkennbar sein. So kann keine Partei im Nachhinein behaupten, ein Detail vergessen zu haben. Warum das so wichtig ist, lest ihr hier im Interview mit Rechtsanwalt Andreas Wucherpfennig:

enthält wichtige informationen für die private samenspende
Gründe für eine private Samenspende
Wenn das ganze eine so unsichere Sache ist, warum entscheiden sich Personen für die private Samenspende? Erstens weil vielen die Konsequenzen gar nicht bewusst sind. Zweitens gibt es auch einige Gründe, die für eine Privatspende sprechen. Hierbei möchte ich gerne unterscheiden zwischen zukünftigen Müttern und Spendern.
Für die meisten Wunschmütter gibt es diese Gründe, sich für einen privaten Spender zu entscheiden:
- Der Spender ist greifbar, ein echter Mensch (nicht nur ein Online Profil bei einer Samenbank), kann getroffen und kennengelernt werden.
- Die Samenbankspende ist mit zum Teil enormen Kosten verbunden, eine private Samenspende ist eventuell sogar kostenlos.
- Das Kind hat bei entsprechender Absprache früher die Möglichkeit, Spender oder zum Beispiel Halbgeschwister bereits früh kennenzulernen.
- Zukünftige Mütter können die Zeugungsmethode frei wählen, was zB. bei einem One Night Stand (mit dem Ziel schwanger zu werden) nicht möglich ist.
- Ein guter Spender wird aktuelle Gesundheitszeugnisse vorlegen, die Gesundheit steht also im Vordergrund.
- Anders als in einer Co-Elternschaft ist die Mutter unabhängig vom biologischen Vater und trifft alle Entscheidungen für das Kind alleine.
- Von einem privaten Spender kann unter gewissen Umständen Unterhalt eingefordert werden, auch wenn das nicht so abgesprochen war.
Wie eine erfolgreiche private Samenspende ablaufen kann, findet ihr im Interview mit Luisa:

Eine erfolgreiche private Samenspende
Und das können Motive der Spender sein:
- Altruismus, also der ehrliche Wunsch zu helfen.
- Wunsch nach Nachkommen ohne damit einhergehende Verantwortung (oder maximal Onkelfunktion),
- finanzielle Motive (Spenden als Einnahmequelle oder spätere Unterhaltsforderungen an die Mutter)
- Die exzessive Verbreitung der eigenen Gene: (Gottkomplex)/ Massenspender*.
- Vermehrung trotz oder genau wegen Erkrankungen.
- Kompensation der eigenen Schwächen, Hass auf Frauen/Mütter,
- Breeding Kink (sexuelle Lust am Schwängern einer Frau)
- kostenloser (regelmäßiger) Sex
- Sex ohne Kondom
- Das Kind als Instrument, um die Frau in eine Beziehung zu drängen.
Dass diese Liste wenig positive Motive enthält, zeigt direkt die Probleme, die entstehen können, besonders, wenn Spender aus einschlägigen Foren gewählt werden. Mittlerweile sind diese überflutet von Angeboten von Spendern, die nur über die natürliche Methode, also Sex, spenden wollen. Ist Sex das Motiv des Spenders, kann das bedeuten, dass ihm das entstehende Kind egal ist, er auf Anonymität pocht und das Kind später darunter leidet, dass es nicht die Möglichkeit hat, seine genetische Herkunft zu recherchieren und den Spender kennenzulernen.
Außerdem werden immer häufiger Frauen von den Spender bedrängt, doch die natürliche Methode zu verwenden, obwohl die Bechermethode vereinbart war. Meistens mit dem Argument, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft so viel höher ist, was nicht stimmt, manchmal sogar mit körperlicher Gewalt. Aus diesen Gründen sollten Wunschmütter auf die Bechermethode bestehen.

So funktioniert die Insemination zu hause
Gesundheit
Die Bechermethode ist der pragmatischste und emotional am wenigsten belastende Weg, eine Schwangerschaft mittels privater Samenspende herbeizuführen. Wir sagen mittlerweile lieber Heiminsemination oder Insemination zu Hauset, da so entstandene Kinder den Begriff als diskriminierend empfinden. Besonders Paare bestehen meistens auf diese Methode und das zu Recht. Die Bechermethode sichert allerdings nur den Spender vor allen Krankheiten ab, die Wunschmutter nicht. Daher ist ein aktuelles Gesundheitszeugnis, in dem alle gängigen STD’s (durch Geschlechtsverkehr übertragbare Krankheiten) getestet werden. Und zwar sehr regelmäßig. Nach jedem ungeschützten Geschlechtsverkehr des Spenders, um genau zu sein. Sollte Geschlechtsverkehr zur Zeugung genutzt werden, müssen sich beide Parteien regelmäßig testen.
Welche weiteren Tests gemacht werden sollten, welche medizinischen Details der Spender unbedingt offenbaren sollte und warum es für die Gesundheit des Kindes so wichtig ist, Kontakt zum Spender aufnehmen zu können, findet ihr auf der Checkliste unter dem Punkt Gesundheit.

Checkliste private Samenspende
Bereite dich auf deine private Samenspende vor. Mutter und weitere Elternteile plus Spender können gemeinsam alle Eckpunkte der Spende festlegen und ihre Vereinbarung über alle wichtigen Themen schriftlich festhalten.
Perspektive und Aufklärung des Kindes
Bevor wir uns dem größten Thema, Recht und Sorgerecht zuwenden, sprechen wir über das Kind, für dessen Wohl ihr beide verantwortlich seid. Bevor ihr einen Spender sucht oder Spender werdet und auch während des gesamten Prozesses, solltet ihr euch unbedingt mit der Perspektive der wichtigsten beteiligten Person auseinandersetzen, der des Kind. Sowohl Wunschmutter als auch Spender müssen sich darüber im Klaren sein:
Ein Kind ist kein Produkt, dass von einer anonymen Person im Internet gekauft wird!
Grundlage aller Vorbereitung auf eine private Samenspende sollte die Einnahme der Perspektive des Kindes sein. Wunschmutter und Spender sollten sich vor allen Entscheidungen vorstellen, wie ein Kind sich fühlen wird, wenn es seine (wahre) Entstehungsgeschichte erzählt bekommt:
- Wie fühlt es sich an zu wissen, dass meine Mutter von einem Fremden schwanger wurde, ohne auch nur nach seinem Namen zu fragen?
- Wie fühlt es sich an, 10, 50, 100 Halbgeschwister zu haben? Bin ich einzigartig oder beliebig? Welche Motive hatte der Spender?
- Wieso möchte der Spender mich nicht sehen?
Das Ziel sollte es sein, dem Kind eine schöne authentische Geschichte über seine Entstehung zu erzählen. So zum Beispiel.
Mein Schatz, ich habe mir dich so sehr gewünscht, dass ich einen etwas anderen Weg eingeschlagen habe. Ich habe im Rahmen meiner damaligen Möglichkeiten alles getan, um dir eine tolle Familie zu bieten und die sieht so aus: ein freundlicher Mann hat mir seinen Samen gegeben, damit du in meinem Bach wachsen kannst und ich dich durch dein Leben begleiten kann.
Wenn hier die Geschichte sein muss: „ich wollte ein Kind, also bin ich in einen Club gegangen und hatte mit irgendjemandem auf dem Klo Sex“, dann ist das für das Kind eher nicht so schön, oder? Auch das komplette Verschweigen der Entstehungssituation kann für das Kind im Zweifel wirklich schlimm sein.
Mittlerweile wissen wir durch Studien, dass aufgeklärte Kinder aus Samenspenden sich nicht anders entwickeln als Kinder aus heteronormativen Kleinfamilien. Die Aufklärung ist unbedingt zu empfehlen, um Familiengeheimnisse zu vermeiden und einen daraus vielleicht entstehenden Vertrauensbruch zur Familie oder eine Identitätskrise des Kindes. Auf der Checkliste findet ihr Anregungen zur altersgerechten Entstehungsgeschichte und ganz wichtig zur Bezeichnung des Spenders. Auf der Seite des BKiD findet ihr Informationen zur Samenspende, Kontakt zwischen Kind und Spender und Aussagen von Spenderkindern und Spendern.
Rechtliches
Die rechtliche Lage unterscheidet sich je nachdem, in welcher Konstellation die private Samenspende stattfindet. Möglich sind:
- alleinstehende Frau mit Spender
- Paar mit Spender, hetero-, homosexuell oder queer
- Ehepaar mit Spender, hetero-, homosexuell oder queer
- Drei oder mehr Elternkonstellation
Alle unterscheiden sich rechtlich. Als Beispiel reden wir hier kurz über die alleinstehende Frau, alle anderen Konstellationen werden auf der Checkliste besprochen.
In den meisten Fällen von privaten Samenspenden wird der Spender nicht als rechtlicher Vater betrachtet und nicht in die Geburtsurkunde eingetragen. Es ist wichtig zu beachten, dass sowohl biologische als auch rechtliche Eltern das elterliche Sorgerecht nicht durch Verträge regeln können. Die Rechte des Kindes sind in Deutschland klar festgelegt. Das Kind hat ein Recht auf Kenntnis der Abstammung, es hat ein Recht auf Unterhalt und auf Pflege.
Alle Rechte von Kindern findest du in der Broschüre Kindschaftsrecht des Bundesjustizministeriums:
Grob zusammengefasst bedeutet das, dass Mütter niemals sicher sein können, dass der Spender keine Rechte geltend macht, wenn er dies wünscht. Ebenso sind Spender nicht vor möglichen Unterhaltsforderungen seitens der Mutter geschützt. Es ist daher entscheidend, dass alle beteiligten Parteien die rechtlichen Aspekte sorgfältig prüfen und gegebenenfalls professionellen Rat einholen, um mögliche Konflikte oder Missverständnisse zu vermeiden.
Nachrangige Leistungen
Der am wenigsten bekannte Punkt, der allerdings die weitreichendsten Folgen haben kann, ist die Tatsache, dass es der Mutter bei versprochener Anonymität des Spenders (nicht in der Geburtsurkunde, nicht als Vater bekannt) nicht möglich ist, nachrangig Leistungen vom Staat wie Bürgergeld, Wohngeld oder Kinderzuschlag zu beantragen. Das braucht es einen Bescheid über den abgelehnten Unterhaltsvorschuss, der wahrheitsgemäß nicht unterschrieben werden kann. Tut die Frau es trotzdem, gilt das als Sozialbetrug, der Geldstrafen und sogar eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen kann.
Die Exklusivspende
Aktuell beobachten wir, dass immer mehr Mütter und Spender sich für eine Exklusivspende entscheiden, um ihre private Samenspende abzusichern. Bei einer Exklusivspende spendet ein Mann gezielt für eine bestimmte Frau, die er kennt, aber über eine Samenbank. Obwohl das Samenspenderregistergesetz (SaRegG) ursprünglich für anonyme Spenden gedacht war, gilt es auch hier in der Regel. Es stellt klar: Der Spender ist nicht der rechtliche Vater und hat keine Unterhaltspflichten. Das gibt beiden Seiten rechtliche Sicherheit – besonders wichtig für Solomütter und Spender, die keine spätere Vaterschaft übernehmen möchten:

Weitere Informationen findet ihr im Interview mit Constanze Bleichrodt von der Cryopbank München
Spendersuche
Wie findet sich also ein Spender, der gute Motive hat und auch bereit ist, die Perspektive des Kindes mitzudenken? Oder eine Wunschmutter, die nicht nur auf den Unterhalt aus ist und später das Kennenlernen verweigert? Schwarze Schafe gibt es auf beiden Seiten, daher empfehlen wir die Suche nach einem Spender oder einer Empfängerin ausschließlich im engeren und erweiterten Freund*innenkreis, nicht im Internet.
Sollte doch dort gesucht werden, beschränkt euch bitte auf Seiten mit Bezahlschranke. Bedenkt auch, dass Foren auf Facebook oder von Spendern selber erstellte Seiten absolut unreguliert sind und außerdem eure Mitgliedschaft in solchen Foren öffentlich einsehbar ist.
Eine Person aus dem Bekannt*innenkreis ist vorausgewählt durch euch bekannte Personen, kann schwieriger einfach verschwinden und die Gefahr des Betruges ist geringer. Auch wenn es euch komisch erscheint, das Thema einfach anzusprechen, habt ihr hier die sicherste Ressource. Weitere Gründe für eine private Samenspende im engeren Umfeld findet ihr auf der Checkliste, außerdem Tipps wie ihr euch mit jemandem vorbereitet, den ihr schon länger kennt.
Checkliste für die private Samenspende
Auf der Checkliste findet ihr auf 42 Seiten alle Fragen, die ihr euch selber und euch gegenseitig stellen solltet, um eure private Samenspende so vorzubereiten, dass später möglichst wenig Konflikte entstehen.
Ein guter Spender mit altruistischen Motiven wird keine Probleme haben, mit euch gemeinsam die Punkte zu bearbeiten, schriftlich festzuhalten und danach zu leben. Ebenfalls wird jemand, der gute Motive hat, die Zahl der schon gezeugten Kinder offenlegen, den Kontakt zu Halbgeschwistern ermöglichen und wird von sich aus die Zahl der Kinder begrenzen.

Checkliste private Samenspende
Bereite dich auf deine private Samenspende vor. Mutter und weitere Elternteile plus Spender können gemeinsam alle Eckpunkte der Spende festlegen und ihre Vereinbarung über alle wichtigen Themen schriftlich festhalten.
Die private samenspende kann gut funktionieren
Ich möchte noch einmal betonen, dass wir die private Samenspende nicht grundsätzlich ablehnen, sondern auf die Risiken hinweisen möchten. Wir treffen in unseren Beratungen auf Personen, die krasse Erfahrungen gemacht haben und möchten diese weitergeben, um zu verhindern, dass andere ebenfalls in bekannte Fallen tappen oder auf Massenspender reinfallen, die aus welchen Motiven auch immer hunderte von Kindern zeugen. Wir möchten euch aufrufen, gemeinsam mit uns über die Besonderheiten der privaten Samenspende zu sprechen.
Wird unwissend um die Risiken an die Samenspende herangegangen, sowohl von der Wunschmutter, als auch vom Spender, ansteht im schlimmsten Fall ein lebenslanger Konflikt, der sowohl den Eltern, als auch dem Kind schaden kann.
Solltet ihr das Gefühl haben, nicht weiterzukommen in euren Verhandlungen, dann empfehle ich eine Begleitung. Oft fällt es leichter, die Vereinbarung zu treffen, wenn eine dritte Person anwesend ist, die sich mit der Materie gut auskennt und neutral und aus der Perspektive des Kindes eure Vereinbarung betrachtet. Bucht euch dazu gerne einen Termin bei mir. Als psychologische Beraterin und Mediatorin kann ich euch dabei unterstützen, alle Fragen zu klären und eine für alle Beteiligten gute Lösung aller Fragen zu finden. Gemeinsam stellen wir eure private Samenspende auf ein sicheres Fundament.

Buche deine individuelle Beratung bei Jennifer Sutholt, Expertin für Co-Elternschaft, psychologische Beraterin für Personen mit Kinderwunsch mit und ohne romantische*n Partner*in und Mediatorin
Co-Elternschaft in Onkelfunktion
Wenn ihr eine Co-Elternschaft mit sehr wenig Kontakt eingehen wollt, dann profitiert ihr sowohl von der Checkliste private Samenspende als auch von der Checkliste Co-Elternschaft. Ihr könnt sie in Kombination benutzen. Nicht für jede Konstellation sind alle Punkte relevant, aber lieber eine Sache mehr besprochen, als einen wichtigen Punkt vergessen.
Die Checkliste für Co-Eltern erhält du im Austausch gegen deine Email Adresse kostenlos zugeschickt. So bekommst auch gleich meinen Newsletter, der neben wichtigen Infos auch die Links zu unseren Vernetzungstreffen enthält.

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UND ERHALTE ZUM DANK
DIE CHECKLISTE Co-Elternschaft
Planst du, den Spender in die Geburtsurkunde eintragen zu lassen, um den Verlust der staatlichen Leistungen zu umgehen, dann ist eine Vorbereitung wie auf eine Co-Elternschaft wichtig. Dazu kannst du das WORKBOOK CO-ELTERNSCHAFT nutzen, das begleitet dich von Anfang an.

Workbook Co-Elternschaft
Bereite dich intensiv auf deine Co-Elternschaft vor. Das Workbook begleitet dich von Anfang an. Von der Reflexion deines Kinderwunsches bis zur Vereinbarung mit dem/den anderen Elternteil(en).
Vernetzung
Vernetzung ist für alle Eltern wichtig, für Personen mit einem besonderen Familienmodell umso mehr. In unseren Facebookgruppen findest du Anschluss, Rat, Erfahrungsberichte, Antworten auf deine Fragen und vielleicht Menschen aus deiner Stadt oder Region. Hier findest du alle Gruppen, für die private Samenspende gibt es eine eigene Frauengruppe, zu der auch alle zwei Monate Vernetzungstreffen angeboten werden. Außerdem gibt es eine WhatsApp Gruppe für die private Samenspende.
Hast du Fragen zu diesem Artikel? Dann schreib mir gerne eine Email und wir besprechen dein Anliegen. Ich freue mich, von dir zu hören.

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