Die Bechermethode funktioniert nicht

Bechermethode funktioniert nicht, planningmathilda
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Schwanger werden sollte eine entspannte und schöne Sache sein. Wenn eine Frau mit ihrem Partner auf natürlichem Wege alle Zeit der Welt hat, es zu versuchen, dann reicht es ihr wahrscheinlich, eine Zyklus App zu benutzen und den Eisprung so ungefähr zu bestimmen. Dann hat das Paar passend Sex – schwanger. So die Idealvorstellung. Aber was ist, wenn ein Paar es schon Monate lang versucht und nichts passiert? Obwohl medizinisch nichts gegen eine Schwangerschaft spricht? Und was ist, wenn man nur wenige Halme sehr teures Spendersperma zur Verfügung hat? Oder ein Co-Vater der Spender ist und die Bechermethode verwendet wird. Dann wird viel mehr geplant, der Druck ist hoch und es ist nicht einfach, entspannt zu bleiben. Wenn dann die Bechermethode mehrfach nicht funktioniert, machen sich meist die Frauen viele Gedanken.

Erstmal ein Satz zur Beruhigung: bei mir hat es beim ersten richtigen Versuch geklappt, trotz Verschiebung des Eisprungs, trotz ziemlicher Unentspannung meinerseits, trotz meines unfassbar hohen Alters von 35 Jahren. Mit der Bechermethode. Ich habe dazu recherchiert und es einfach versucht. Wie genau die Bechermethode funktioniert, liest du in meiner Artikelsammlung Heiminsemination. Da findest du wirklich alle Informationen. Und damit sind wir schon bei Punkt eins:

Kenne die biologischen Grundlagen

Das klingt vielleicht überheblich, aber ich sage das aus Gründen. Ich rede sehr viel mit sehr vielen Frauen über das Schwanger werden generell und die Bechermethode im Besonderen und manchmal ist es doch erschreckend, wie wenig frau weiß, was im eigenen Körper vor sich geht. Mich selber nehme ich da gar nicht aus. Bis ich schwanger werden wollte war mir so ungefähr klar, dass zwischen Ende der einen Periode und Anfang der anderen der Eisprung liegt. Mehr nicht. Da ich viele Jahre hormonell verhütet habe, war das für mich auch gar nicht relevant.

Mittlerweile weiß ich es besser, höre aber immer wieder haarsträubende Aussagen um den weiblichen Zyklus. Ich wurde schon sehr oft befragt, weil die Bechermethode nicht funktioniert. Dabei kamen interessante und auch abwegige Sachen zu Tage. Zum Beispiel, dass der Eisprung immer am ersten Tag ohne Blutung ist. Oder dass am Tag des Eisprungs das Sperma präsentiert werden sollte. Dass Mann Sperma sparen soll. Dass es reicht, eine Heiminsemination durchzuführen. Ich empfehle dann nochmal alle meine Artikel zur Heiminsemination. Mir geht es hier eher um den Seelenzustand der beteiligten Personen.

Einen günstigen Zeitpunkt wählen

Wenn ein Co-Vater oder Partner bereit steht, braucht man am Sperma nicht zu sparen. Beste Vorraussetzungen. Kostenloses Sperma! Mit Kanonen auf Spatzen zu schießen bedeutet hier Quantität statt Qualität. Wir haben bei unserm erfolgreichen Versuch insgesamt 7 Mal Becher und Spritze bemüht, jeweils morgens und abends. Sogar nicht mal zum idealen Zeitpunkt.

Das ist meine Zykluskurve mit der erfolgreichen Befruchtung. Der Ovulationstest war am 19. Februar positiv, wir haben am 18. Februar abends und dann 19./20./21. jeweils morgens und abends nachgelegt. Eigentlich viel zu spät. Ich habe mich sehr geärgert, weil mein Eisprung eigentlich am 23. sein sollte und der Plan war, am 18.-23. zu „bechern“. Wir haben trotzdem einfach weitergemacht und das hat zum gewünschten Wunschkind geführt. Es ist also auch eine Portion Glück dabei.

Don’t overthink

Frauen tendieren bei diesem wichtigen Thema dazu, vom Hundertsten ins Tausende zu kommen, statt es einfach mal zu machen. Da wird jeder Schritt so lange zerdacht, bis Panik auf allen Ebenen herrscht. Vielleicht kann ich dir die hier ein bisschen nehmen. Erstmal gilt: alles entspannt angehen und erstmal schauen wie es läuft.

Bitte auch nicht von Kleinigkeiten irritieren lassen. Die Größe der Spritze ist mehr oder weniger egal, sie sollte eine Restentleerung haben, alles andere ist Geschmacksache. Zu tief wirst du sie auch nicht einführen können, immer dran denken, da kann erstens ein Penis rein und zweitens ein Kind raus. Es gibt also genug Platz für eine 10ml Spritze.

Die Bechermethode ist ein simulierter Geschlechtsverkehr. Bedeutet: Sperma an Muttermund mit möglichst wenig Umwegen. Wir wollen nun den Penis das nicht selber erledigen lassen, also machen wir doch den Umweg über Becher und Spritze. Der Becher sollte einen Deckel haben, damit so wenig Sauerstoff wie möglich an die Spermien kommt, während das Sperma sich 10 Minuten lang verflüssigt. Becher und Spritze bekommst du in der Apotheke oder in meinem Kinderwunsch-Shop.

Wer erstmal das Sperma in ein Kondom befördert und von da auf die Spritze zieht, scheint Nachteile zu haben, das habe ich nun schon mehrfach gehört. Wissenschaftlich bestätigt ist das nicht, aber ein Kondom ist eben ein Verhütungsmittel, selbst wenn kein Spermizid enthalten ist, scheint es doch ungeeignet zu sein. Damit funktioniert die Bechermethode anscheinend nicht. Sollte der Mann mit einem Becher Probleme haben, gibt es Spezialkondome*, die extra für die Insemination gemacht sind.

Ein Penis hat keine Augen

Das heißt, der sieht auch nicht, wo er hinschießt. Wahrscheinlich war dabei noch keine Kamera anwesend, aber ich lehne mich so weit aus dem Fenster und behaupte, niemals drückt sich die Öffnung des Penisses genau auf den Muttermund und schießt das Sperma direkt in die Gebärmutter. Wenn ich bedenke, wo sich mein Muttermund während des Zyklusses überall rumtreibt , wäre das schon ein Wunder. Du siehst also, auch beim Sex landet das Sperma nicht genau da, wo es hinsoll. Deshalb können die Kollegen schwimmen und die Vagina stellt ein Sekret zur Verfügung, in dem sie sicher bis an ihren Bestimmungsort kommen. Vertrau also auf die Kunst der Schwimmer, die kommen schon dahin, wo sie hinsollen. 45min den Popo hochlagern hilft ihnen am besten.

Es muss alles gar nicht so exakt sein. Spermien wollen befruchten, Eier wollen befruchtet werden, die kümmern sich schon. Wieviele Frauen sind einfach so schwanger geworden? Wieviele aus Versehen? Das klappt schon, wenn medizinisch nichts dagegen spricht. Mit einer ungefähren Wahrscheinlichkeit von 25-30% pro Zyklus.

Quantität statt Qualität

Wenn das Sperma nicht bezahlt wird, dann kannst du dich da großzügig zeigen. Früher sagte man eher, Sperma sparen, damit im Schuss möglichst viel drin ist, diese Information ist aber überholt.

Getreu dem Motto „Weniger ist mehr“ gehen immer noch viele davon aus, dass es beim Kinderwunsch helfen kann, Samen aufzusparen. Das ist allerdings widerlegt: Schon nach ein bis zwei Tagen ohne Erguss sinkt die Qualität des Spermas, die Anzahl der zeugungsfähigen Samenzellen nimmt dann deutlich ab, sie sind weniger beweglich. Das längere „Verweilen“ im Hoden wirkt sich offenbar auf die Fitness der Spermien aus. Gegen regelmäßigen Sex auch außerhalb der fruchtbaren Tage ist also gerade in der Kinderwunschzeit nichts einzuwenden.

Helios Klinikum Duisburg, Link weiter unten

Diesen und weitere Mythen zur Spermaqualität findet ihr hier. Also ruhig großzügig sein. Und selbst wenn die Spritze ein paar Spermien zerstören sollte, so sind noch genug da. 20-150 Mio/ml.

Was ist mit der Menstruationstasse?

Die kann man auch benutzen, um das Sperma genau da zu halten, wo es sein soll. Ich selber habe keine Menstruationstasse genutzt, habe aber zu Recherchezwecken versucht, eine mit Wasser gefüllte unfallfrei da hin zu verfrachten, wo sie hingehört. Relativ schwierig, wenn du das machen möchtest, ist vorher Üben angesagt. Ich habe von Frauen, die diese Methode genutzt haben, gehört, dass dabei Sperma in der Tasse zurückbleibt. Das scheint mir normal zu sein, nach dem Sex läuft ja auch ein Rest wieder heraus. Auch wenn man danach noch liegenbleibt. Alles im Rahmen. Deshalb legt man ja mehrmals nach, damit sich bei jedem Mal etwas Sperma in der Gebärmutter sammeln kann. Dort überlebt es bis zu 5 Tagen.

Und wenn es monatelang gar nicht funktioniert mit der Bechermethode?

Dann hilft nur noch ein Besuch beim Arzt. Ich habe schon bevor wir angefangen haben, alles einmal durchchecken lassen. Ein Ultraschall ergab direkt, dass noch Eizellen da sind und vorbildlich in einer Reihe auf ihren Einsatz warten. Das ist der erste Schritt bei der Frau. Beim Mann wird ein Spermiogramm gemacht, das Aufschluss gibt über die Qualität der Spermien. Sind die faul und schwimmen ungern, kann eine IUI, eine intrauterine Insemination, gemacht werden. Hierbei wird das Sperma von einer Ärztin mittels Katheter direkt in die Gebärmutter gespritzt. Wem der Stress der Bechermethode zu viel ist, kann es auch so machen. Allerdings ist das schon der Bereich der künstlichen Befruchtung. Ich persönlich würde es erstmal stressfrei und kostenlos zu Hause probieren. Wenn nach 9-12 Monaten gar nichts passiert ist, solltest du aber eine Ärztin aufsuchen.

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