Der Ultraschall zur Bestätigung der Schwangerschaft
Ein Gummibärchen mit schlagendem Herz, ein fast ausflippender Co-Vater und die ersten Wochen im Beschäftigungsverbot. Mein erster Ultraschall und was danach kam.
Falls du den vorherigen Artikel der Serie noch nicht kennst: Schwanger nach der ersten Heiminsemination
Hinweis
Dieser Artikel stammt aus meinem Online-Tagebuch, das ich ab 2016 während meiner Schwangerschaft in einer Co-Elternschaft und den ersten Jahren mit Kleinkind geschrieben habe. Heute begleite ich als psychologische Beraterin Menschen, die dieselben oder ähnliche Wege gehen. Wenn du Fragen zu Co-Elternschaft, privater Samenspende oder Solomutterschaft hast, buch dir gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch.
Zur BeratungDa mein Berufsstand ab ‚Diagnose‘ Schwangerschaft sofort in ein Beschäftigungsverbot geht, spazierte ich mit meinem 16 Tage alten Zellklümpchen zum Frauenarzt. Die Schwangerschaft musste ärztlich bestätigt werden. Dass die Heiminsemination beim ersten Versuch geklappt hat, können wir noch kaum glauben. Da die Frauenärztin etwas weniger aufgeregt war als ich, wurde nur zum Beweis Blut abgenommen und ich weggeschickt. ‚Wir warten noch bis zur 8. Woche mit einem Ultraschall, Frau Sutholt, dann sieht man schon einen Herzschlag‘
Endlich mal wieder warten, yeah. Schwanger sein besteht tatsächlich hauptsächlich aus warten, stellte ich schnell fest. Besonders wenn man unbeschäftigt zu Hause sitzt, wird man schnell irre. Also ich. 3 Wochen lang habe ich mich wirklich gefreut -Uuuuurlaubsgefühl- dann wurde mir schon langweilig.
Spätestens als ich meine 147. To Do Liste fertig hatte, inklusive Wochenbettvorbereitung, und alle Babyutensilien ausgesucht hatte, war mir klar, ich brauche Beschäftigung. Ich arbeite jetzt im 6. Monat immer noch Listen aus dieser ersten Zeit ab. Ein Nebenjob war schnell gefunden, ich verkaufe jetzt Frozen Yoghurt. Zum Glück mag mein Baby am liebsten Pizza, Burger und Fettiges, sonst würde ich hinter der Süßigkeitentheke schon feststecken.
Erster Ultraschall
Nach 2 Wochen ist es aber endlich soweit, der erste Ultraschall war wirklich wunderbar, das Warten hat sich gelohnt, man erkennt ein Gummibärchen mit schlagendem Herz und ich war sehr gerührt. Der Co-Vater ist fast ausgeflippt vor Freude über die Bilder und die Bestätigung einer intakten Schwangerschaft. Erkannt hat er aber sicher auch nichts 😉 Dabei sein durfte er beim ersten Ultraschall allerdings nicht, da noch vaginal geschallt wird und ich das als eher unwürdig empfinden würde, dazu Gäste einzuladen. Selbst einen Partner hätte ich wohl nicht mitgenommen, machen die meisten Frauen auch eher nicht.
Dabei sein durfte er dann beim Ultraschall der Feindiagnostik, die spendiert die Krankenkasse, denn juhu, ich bin risikoschwanger. Ja, mit 35 ist man offiziell eine alte Schwangere, wobei diese Definition aus dem Jahr 1962 kommt, man sollte sich also nicht zu viele Sorgen machen. Das statistische Alter einer Erstgebärenden in Deutschland liegt mittlerweile bei ungefähr 31 Jahren, aber die Mühlen der Bürokratie mahlen bekanntlich langsam.
Beschäftigungsverbot – Fluch und Segen
Meistens freue ich mich sehr, dass ich meine Schwangerschaft zu Hause genießen kann. Ich muss mich nicht ins Büro schleppen, kann machen was ich will. Ein Geschenk! Man hat aber auch viel Zeit. Sehr viel Zeit. Zum Geld ausgeben zum Beispiel. Oder sich Sorgen machen. Dafür bin ich nicht wirklich der Typ, aber ich kann mir vorstellen, dass viele Schwangere sich über Abwechslung freuen, man landet ja schnell in einem Gedankenkarussell, besonders, wenn man zu viel Zeit hat.
Außerdem bekommt man das latente Gefühl, doch irgendwie krank zu sein. Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit, wenn es einem gut geht, kann man so ziemlich alles machen außer vielleicht Fallschirmspringen. Oder eben als Flugbegleiter arbeiten. Das liegt übrigens nicht nur daran, dass das Fliegen oder die Strahlung dem Embryo schaden, sondern daran, dass ein Arbeitgeber in Deutschland sehr strenge Auflagen für Schwangere bekommt. Die kann eine Airline nicht erfüllen und deshalb bleiben wir zu Hause. Als Passagier darf man aber ziemlich lange bedenkenlos fliegen, solange der Frauenarzt nichts dagegen hat.

Meine Geschichte
Du liest gerade mittendrin. Wenn du meinen ganzen Weg zur Co-Elternschaft von Anfang an begleiten willst, startest du am besten hier.
Zum Anfang der Geschichte
Jennifer Sutholt
Jennifer Sutholt ist psychologische Beraterin mit Schwerpunkt Co-Elternschaft, private Samenspende und alternative Familienmodelle. Sie lebt seit zehn Jahren selbst in einer Co-Elternschaft und begleitet Menschen seit acht Jahren auf dem Weg zu ihrem Wunschkind.
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