Zum Inhalt springen

Ein Samenspender ist kein Co-Vater

Männliche Hände geben Glitzer, Samenspender ist kein Co-Vater

Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir – daher kennzeichne ich das als Werbung.

Wenn du gerade dabei bist, alleine ohne Partner*in ein Kind zu bekommen, dann wirst du erstmal erschlagen von den ganzen neuen Begriffen. Und den möglichen Familienformen. Co-Elternschaft, Solomutter, mit privater Samenspende oder von der Samenbank, es gibt mittlerweile viele alternative Familienformen. Solltest du dich für die Co-Elternschaft entscheiden, dann gilt: ein Samenspender ist kein Co-Vater.

Warum Begriffe so wichtig sind

Egal, welche Familienform du wählen wirst, die ehrliche Aufklärung des Kindes von Anfang an ist essentiell. Gut aufgeklärte Kinder gehen mit ihrer Familienform entspannt. Daher ist es so wichtig, von Anfang an die richtigen Begriffe zu benutzen, da diese auch gesellschaftlich mit Bedeutungen versehen sind. Schauen wir uns die gängigsten mal an, um dann darüber zu reden, warum ein Samenspende kein Co-Vater ist.

Was ist ein Vater?

Ein wirklich echter Vater, wie ihn sich jede*r so vorstellt, ist eine Person, die aktiv am Leben des Kindes teilnimmt. Dieser muss nicht mit dem Kind zusammenwohnen.

Ein Co-Vater in Onkelfunktion, der nur wenig Zeit mit dem Kind verbringt, dem Kind aber bekannt ist und gut erklärt seine Rolle ausfüllt, geht auch noch als Vater durch.

und Was genau ist der unterschied zwischen Vater und Papa?

Grundsätzlich ist natürlich jeder Mann erstmal Samenspender, auch der Ehemann. Bei dem wird allerdings automatisch davon ausgegangen, dass er auch der leibliche Vater ist und Papa sein möchte. Vater ist auch eine rechtliche Bezeichnung, Papa ist eher eine Bezeichnung für das Verhältnis von Kind und Vater. Damit du genau weißt, was ich meine, hier meine Definition von Papa:

Ein Papa ist der Elternteil, der sich zusammen mit der Mutter gerne und intensiv um das Kind kümmert, der ihm immer gefühlsmäßig, mental, körperlich und finanziell zur Seite steht. Er begleitet das Kind durch sein Leben, liebt und unterstützt es. Er ist eine der Hauptbindungspersonen des Kindes. Ein Papa muss nicht automatisch der biologische Vater sein.

Ein biologischer Vater, der sich wenig, widerwillig oder gar nicht kümmert, läuft bei mir unter Erzeuger.

Was ist ein privater Samenspender?

Ein privater Samenspender ist ein Mann, der gegen finanzielle Entschädigung oder auch nicht seinen Samen spendet und sich im besten Falle in einer Vereinbarung absichert, dass er im Leben des Kindes eine festgelegte Rolle oder keine spielen wird. Im Alltag ist ein privater Samenspender nicht beteiligt. Dem Kind wird er nicht als Vater vorgestellt, sondern explizit als Samenspender benannt.

Und was ist ein Co-Vater?

Ein Co-Vater unterscheidet sich ganz wesentlich von einem reinen Samenspender. Ein Co-Vater möchte sowohl der leibliche Vater als auch der Papa des Kindes sein. In der Geburtsurkunde stehen. Mit allen Konsequenzen. Emotional, finanziell, ein Leben lang. Er möchte eine Beziehung zu dem Kind aufbauen und aktiv an dessen Leben teilhaben. Einer der Unterschiede zur klassischen Familie besteht darin, dass er mit der Mutter in keiner romantischen Beziehung steht. Und dass er in den meisten Fällen nicht mit in einer Wohnung wohnt. Ob er nun 20% oder 50% des Monats das Kind betreut, macht keinen Unterschied.

Wenn du also einen Co-Vater suchst, dann solltest du genau das suchen, einen Vater für dein Kind. Einen Mann, den du so gut kennst und so gerne magst, dass du ihm euer gemeinsames Kind gerne für ein paar Tage überlässt. Stell es dir so vor: dein Kind wird dein größter Schatz sein, dein Ein und Alles, deine ganze Welt. Dein Herz läuft auf einmal außerhalb deines Körpers herum. Und wer darf deinen größten Schatz berühren? Mitnehmen? Das MUSS doch eine Person sein, der du bedingungslos vertraust.

Eine Co-Elternschaft vorzubereiten dauert läge und sollte intensiv und ausführlich gemacht werden. Dazu kannst du mein Workbook Co-Elternschaft nutzen.

Workbook Co-Elternschaft Cover

Workbook Co-Elternschaft

Bereite dich intensiv auf deine Co-Elternschaft vor. Das Workbook begleitet dich von Anfang an. Von der Reflexion deines Kinderwunsches bis zur Vereinbarung mit dem/den anderen Elternteil(en).

Ein Samenspender ist kein Co-Vater

Worauf ich hinaus möchte: wenn du als Frau eine Co-Elternschaft eingehen möchtest, also das Kind wirklich gemeinsam mit einem Mann aufziehen möchtest, dann lerne diesen Mann vorher kennen. Und vice versa. Und zwar so richtig.

Ich höre immer mal wieder von Frauen, die sich eine Co-Elternschaft vorstellen und dann aber schon beim ersten Treffen einen Versuch zur Zeugung des Kindes zulassen. Das ist KEINE Co-Elternschaft. Das ist eine private Samenspende und ich rate euch sehr sehr dringend, euch hier sehr intensiv abzusichern. Nach Rücksprache mit eurem Anwalt, nicht mit Papieren, die er vielleicht mitbringt. Wenn ihr das nicht tut, kann es passieren, dass ihr in Teufels Küche kommt. Denn es ist schwammig geregelt, weil eine private Samenspende im Gesetzbuch nicht mitgedacht wird. Also kann der Mann von euch Unterhalt einklagen oder Kontakt zum Kind, den ihr nicht wollt. Achtung! Dazu gibt es bald einen ganzen Artikel zusammen mit Andreas Wucherpfennig, Anwalt für Familienrecht und auf genau solche Fälle spezialisiert. Er wird euch von Erbrecht, erzwungenen DNA-Tests und Unterhaltsklagen berichten.

Besonders eine private Samenspende muss intensiv vorbereitet werden, damit allen Beteiligten klar ist, worauf sie sich einlassen. Denn rechtlich gesehen gibt es keine private Samenspende. In Deutschland gilt: biologische Eltern gleich rechtliche Eltern. Welche Konsequenzen das haben kann, lest ihr im Artikel „Checkliste private Samenspende“.

Auch eine Co-Elternschaft bedeutet eine Beziehung, nur eben keine romantische

Macht euch bei der Auswahl eines Co-Vaters bitte bewusst, was es genau bedeutet, ein Kind zu teilen. Wie kann ich einem Mann, den ich nicht kenne, so sehr vertrauen? Wenn es wirklich darum geht, das Kind gemeinsam als Eltern großzuziehen, egal wieviel Prozent Betreuung der Vater übernimmt, dann will ich diesen Mann oder die Männer, falls ihr euch mit einem Paar zusammentut, doch gut kennen. Nicht nur von mehreren Telefongesprächen und/oder E-Mails. Er oder sie werden Teil deines Lebens. Unser Papa und ich telefonieren mehrmals pro Tag und schreiben hunderte Nachrichten, jede Woche. Solltest du nach ein paar Monaten merken, dass du den/die andere*n echt nicht magst, werden das nervige Jahre.

Deshalb rate ich ganz dringend: überlege dir als Frau sehr genau vorher, welchen Status der private Samenspender haben soll. Soll es eine private Samenspende sein? Mit Kontakt oder ohne? Eine Co-Elternschaft? Eine Co-Elternschaft light? Und wenn du dann einen eventuell passenden Co-Vater gefunden hast, dann lernt ihr euch kennen, geht in Verhandlungen, arbeitet meine Checkliste ab. Sprecht über alles mögliche, Geld zum Beispiel. Sehr viel über Geld bitte. Da ist Ehrlichkeit unabdingbar, denn: vor dem Gesetz werdet ihr wie ein unverheiratetes Paar behandelt. Hat der betreuende Elternteil weniger Einkommen, kann er/sie Unterhalt einklagen. Sogar Betreuungsunterhalt. Und wird ihn wahrscheinlich bekommen. Werden Schulden vererbt, zahlt das Kind diese vielleicht sein Leben lang ab, wenn nicht bekannt war, dass das Erbe ausgeschlagen werden muss. Dem leiblichen Vater steht Kontakt zu, auch wenn dir schon bei dem Gedanken daran schlecht wird.

Bekomme meine Checkliste nach der Anmeldung zu meinem Newsletter direkt kostenlos zugeschickt:

Checkliste Co-Elternschaft Cover, mit Schreibblock und Kalender und Inhaltsverzeichnis

Checkliste Co-Elternschaft

Bekomme einen ersten Überblick über die Vorbereitung auf eine Co-Elternschaft. Die Checkliste bekommst du im Tausch gegen die Anmeldung für meinen Newsletter.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, das gilt auch in einer Co-Elternschaft. Denn mit dieser anderen Person wirst du die nächsten 20 Jahre Kontakt haben, ihr teilt euch schließlich ein Kind, ihr seid Eltern. Und der Kontakt sollte doch lieber freundschaftlich entspannt sein, als ein regelmäßiges Treffen vor Gericht. Also lieber vorbereitet, aufgeklärt und informiert an die Sache herangehen, als sich vorschnell und naiv vom brennenden Kinderwunsch leiten zu lassen. Dass die Hormone dich verleiten, vorschnell zu handeln, das kann ich gut verstehen. Die haben mich damals auch sehr geplagt und getrieben. Aber: better safe than sorry.

Deshalb ist ein Mann, den ihr kaum kennt, aber als Erzeuger wählt, erstmal ein privater Samenspender, aber kein Co-Vater. Natürlich kann er es werden, aber das Risiko, einen fremden Menschen in dein Leben und an dein Kind zu lassen, wäre mir zu hoch.

Vernetz dich mit anderen Frauen!

Wie kannst du dich besser vorbereiten, als dich mit anderen Co-Mamas und Frauen, die den gleichen Weg gehen, zu besprechen? Komm in meine WhatsApp Gruppe Co-Eltern im Austausch und teile deine Erfahrungen oder lerne von anderen Personen in ähnlichen Situationen. Du hast schlechte Erfahrungen gemacht? Dann teil sie mit uns! Entweder hier als Kommentar oder geschützt in der Gruppe.


Entdecke mehr von planningmathilda

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Teile deine Meinung mit uns

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Entdecke mehr von planningmathilda

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen