Vorbereitung auf ein Kind als Solomama

Vorbereitung auf ein Kind als Solomama,, Kinderwunsch Coach, planningmathilda

Heute soll es um die mentale Vorbereitung auf ein Kind gehen. Und zwar von Anfang an. Über eine Solomama und ihren Weg hast du schon im Interview gelesen, jetzt kommt die professionelle Seite. Deshalb ich stelle euch heute eine tolle Frau vor, Kathrin Steinke. Kathrin ist Kinderwunsch Coach hier in Berlin. Ihr Beruf ist es also, bei der Vorbereitung auf ein Kind als Solomama zu helfenSie hilft auch Frauen, bei denen es nicht klappt mit dem Kinderwunsch.

Sie ist außerdem Heilpraktikerin, Systemische Paartherapeutin, Familientherapeutin & Hypnotherapeutin. Das Rundumsorglospaket quasi. Außerdem ist sie eine wirklich sympathische Frau, die ich mir damals sehr an meiner Seite gewünscht hätte. Wer Kathrin einmal in Aktion erleben möchte, der schaut sich bitte ihren tollen Instagram Account kinderwunsch_relax an, dort gibt sie in vielen Videos spannende und wertvolle Informationen weiter. An sie kannst du dich wenden, wenn du dir ein Kind wünschst, egal ob als Solomama in spe oder als Begleitung bei einer Kinderwunschbehandlung.

Ich persönlich bekomme ebenfalls sehr viele emails von Frauen, die mir ihre aktuelle Lebenssituation beschreiben und mich fragen, ob sie das unter den und den Voraussetzungen schaffen mit der Co-Elternschaft. Manchmal habe ich ein bisschen das Gefühl, ich soll meinen Segen geben. Frei nach dem Motto: wenn sie sagt, ich kann das, dann kann ich das. Das kann ich natürlich nicht, aber ich kann euch erzählen, wie ich es gemacht habe. Da ich alles mit mir alleine ausgemacht habe, hat meine Reise vom ersten Gedanken, dass ich mein Kind alleine bekomme bis zur Geburt meiner Tochter unbewusst ungefähr 10 Jahre gedauert, bewusst damit beschäftigt habe ich mich 5 Jahre lang. Das muss aber nicht sein, besonders, wenn du diese 10 Jahre nicht mehr hast. Du kannst/darfst/sollst dir Hilfe holen! Wenn du das Gefühl hast, du kommst nicht weiter, tut es.

Vier verschiedene Arten von Frauen

Liebe Kathrin, danke, dass du hier bist. Vorgestellt habe ich dich einfach schonmal, dann lass uns direkt anfangen. Du bist Kinderwunschcoach, welche Frauen kommen zu dir?

Liebe Jennifer, danke, dass ich hier sein darf. Ich beantworte auch direkt deine Frage. Zu mir kommen Frauen in den verschiedensten Stadien der Vorbereitung auf ein Kind. Dich interessieren die Solomamas, richtig? Die würde ich ganz grob in vier Kategorien aufteilen:

  1. Eine kleine Gruppe wünscht sich das Kind als Exitstrategie aus dem Job. Frei nach dem Motto, wenn ich endlich schwanger wäre, dann könnte ich meinen doofen Job aufgeben. Da wird wirklich gerechnet mit Kindergeld und Elterngeld, wie klappt es finanziell ohne den Job. Solchen Frauen rate ich, vorher den Job zu wechseln und die eigene Situation erstmal grade zu ziehen. Diese Art von Frau wartet ihr halbes Leben auf den passenden Partner und das resultierende Kind und hat dabei gar keinen Spaß an der Gegenwart. Die Vorbereitung auf ein Kind als Solomama ist dann der nächste Lebensinhalt. Und dann wird das Kind zum Sinnstifter und kommt quasi schon mit Auftrag auf die Welt.
  2. Die zweite Gruppe geht sehr ernsthaft und kritisch mit sich um, hinterfragt, worin der Wunsch denn wirklich begründet liegt, bin ich das, ist das mein Weg, bin ich egoistisch. Diese Frauen machen es sich sehr schwer und können irgendwann gar keine Entscheidung mehr treffen. Klassisches overthinking. Manchmal kommen sie jahrelang nicht weiter. Im schlimmsten Fall entscheidet die Natur für sie.
  3. Manche Frauen vergessen einfach Plan A, also die klassische Familie und bereiten sich sehr lange darauf vor, alleine ein Kind zu bekommen. Ohne je eine Partnerschaft in Erwägung gezogen zu haben. Auch da trägt das Kind eine große Last.
  4. Die vierte Gruppe sind Frauen, die zwar auch kritisch hinterfragen, sich lange Zeit mit dem Thema beschäftigen und die dann aber ins Handeln kommen. Das sind die Frauen, die sich wirklich praktisch auf ein Leben als Solomama vorbereiten.

Der Podcast zum Thema

Wahnsinn, die erste Gruppe kenne ich auch, ich hatte gerade Hanna von Solomamapluseins in ihrem Podcast von so einer Begegnung erzählt. Diese Frauen gibt es um Glück sehr selten. Ich rate dann immer relativ schonungslos, erstmal diese Baustelle anzugehen. In Hannas Podcast erzählen übrigens noch andere Frauen, wie sie Solomama wurden oder wie sie sich gerade darauf vorbereiten. Wenn du gerade in der Vorbereitung auf ein Kind als Solomama bist, hör dich durch die Folgen. Den Podcast und Hannas Seite kann ich dir nur empfehlen.

In Folge 5 kannst du nach hören, was ich mit Hanna besprochen habe

Du musst alles für Plan A getan haben

So, Werbung vorbei, weiter im Text. Gruppe eins und zwei sind wahrscheinlich eher nicht geeignet als Solomama, konzentrieren wir uns auf die anderen beiden. Mir ist die Motivation hinter dem Kinderwunsch immer wahnsinnig wichtig. Warum will ich das? Was will ich denn eigentlich? Und was erwarte ich von einem Kind? Wie sieht es denn bei der dritten Gruppe aus, Frauen, die Plan A gar nicht wirklich in Erwägung gezogen haben. Was ist deren Motivation?

Das ist tatsächlich die Gruppe, die sich sehr schwer tut, zu differenzieren zwischen dem Wunsch nach einem Kind und einer Familie. Was sollte eine Frau denn von einem Kind wollen? Wünscht sie sich eine soziale Herde und möchte gerne ein Kind umsorgen, ihm ganz viel geben und nichts erwarten, ist das genau die richtige Motivation. Allerdings erwarten diese Frauen sehr viel: endlich einer da, der mich liebt, um den ich mich kümmern kann, ein Kümmerprojekt. Das sich allerdings mit 18 Jahren verabschiedet. Oder mit 40 noch da ist. Da wird es dann schwierig.

Das Kind soll ihr Leben perfekt machen. Dem Leben Sinn geben. Dafür sorgen, dass sich auf magische Weise alle anderen Probleme erledigen.

Damit ist das Kind schon von Anfang an überfrachtet. Sein eigenes Glück auf den Rücken des Kindes zu legen, ist einfach unfair. So sollte es in einer Partnerschaft ja auch nicht sein. Für das eigene Glück bist nur du selber verantwortlich.

Genau das meine ich, wenn das Kind schon mit Auftrag auf die Welt kommt, dann ist das tatsächlich egoistisch. Aber was ist denn mit den Frauen, bei denen es schlussendlich klappt mit dem Kind ohne Mann, sei es als Co-Mama oder als Solomama. Wann und mit was für Fragen kommen die zu dir?

Manche wollen einfach meinen Segen

Die einen kommen mit der Frage:“ was brauche ich noch?“ Sie haben die Vorbereitung auf ein Kind also Solomama quasi alleine zu Hause gemacht und wollen meinen Segen. Die anderen kommen ganz am Anfang. Sie wollen erstmal herausfinden, ob das in Deutschland überhaupt erlaubt ist (dazu empfehle ich Hannas Artikel Kinderwunschkliniken in Deutschland). Außerhalb von Berlin weiß das kaum jemand. Andere Frauen wissen schon genau, was sie wollen und wollen nur abklären, was sie genau erwartet und ob sie wirklich bereit sind. Manche wollen am liebsten gleich Zwillinge. Da werde ich als Beraterin hellhörig, denn da steckt meistens große Verzweiflung dahinter. Klar, jede Frau hat zwei Brüste, aber ich kenne Zwillingsmamas in Beziehungen, die trotzdem 3 Jahre lang nicht geschlafen haben. Alleine ist das wahnsinnig anstrengend. Das ist dann der Ansatz, lieber alles auf einmal und dann habe ich einen Haken an der Sache.

Wie froh ich war, als ich den Vermerk „Einlingsschwangerschaft“ im Mutterpass hatte! Und ich habe einen aktiven Papa. Das wäre mir viel zu viel gewesen. Und dann noch alleine, puh!

Ja, alles in einem Aufwasch. Aber Verzweiflung ist kein guter Ratgeber.

Bin ich bereit?

Gehen wir das doch mal beispielhaft durch. Ich komme zu dir, bin soweit sortiert, habe mich informiert, der Plan steht. Meine Vorbereitungen auf ein Kind als Solomama sind abgeschlossen, Jetzt möchte ich von dir wissen: „bin ich bereit“?

Ich würde dich fragen, woran du das erkennen könntest. Woran machst du es fest, das deine Entscheidung gut war. Ein guter Aufhänger sind die Konsequenzen. Komme ich damit klar, wenn ich wirklich schwanger werde. Oder bei einer IVF vielleicht sogar mit Zwillingen. Oder einfach gar nicht. Mit all dem musst du klar kommen können. Fühlst du dich bereit für den eigentlichen Schritt, nämlich die Insemination oder IVF? Dann gibt es aber im besten Fall keinen Weg zurück mehr.

Denken denn die Frauen das bis zum Ende durch? Eins meiner Lieblingsthemen sind ja die Finanzen. Ich habe sehr offen über meine finanzielle Vorbereitung auf ein Kind geschrieben. Welche Erfahrungen hast du gemacht? Nicht nur die Kinderwunschbehandlung kostet Geld, sondern auch das Kind.

Die finanzielle Seite wird oft unterschätzt

Die finanzielle Vorstellung ist oft unzureichend. Was kostet denn ein Kind genau? Außerdem wähnen sich viele sicher mit ihrem Job und dann gibt es ja noch Elterngeld und Kindergeld und zur Not habe ich noch meine Eltern. Zumindest letztere sind aber eine unsicher Säule und auch die staatlichen Leistungen sind zwar gut, aber nicht üppig. Es will ja auch keine wieder abhängig sein von den Eltern. Klar, das Geld für die Behandlung ist schon viel, aber interessant wird es eigentlich erst danach. Dann bist du nämlich der Hauptverdiener in deiner Familie. Alleine.

Es gibt kein zweites Einkommen. Das ist viel Verantwortung. Du bist alleine verantwortlich! Und ein Kind kostet selbstverständlich viel Geld.

Leider ist die finanzielle Bildung bei Frauen noch in den Kinderschuhen (Frauen, Madame Moneypenny, schaut euch ihre Seite an). Viele haben nur eine nebulöse Vorstellung davon, was ein Kind insgesamt so kostet.

Aber immerhin tut sich ja etwas, was das Thema angeht. Welche Themen besprichst du noch mit mir?

Die letzte Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Ich kann dir von außen nicht meinen Segen geben. Ich versuche in einem Gespräch herauszufinden, wie sicher die Entscheidung schon ist. Gibt es noch unbeantwortete Fragen und Ängste. Wo kommt der Wunsch denn wirklich her? Wenn die Motivation eher aus der Ecke kommt, ich möchte aus dem Job raus oder das Kind soll mir den Partner ersetzen, dann sage ich auch ganz klar, dass ich denke, dass es noch ein paar weiterer Gespräche bedarf. Um der Frau deutlich zu machen, das das Problem fundamental anders ist. Dass das Kind nicht die Lösung aller Probleme ist. Hier müsste die Vorbereitung auf ein Kind als Solomama ganz von vorne begonnen werden.

Die meisten Frauen wissen aber sehr genau, was sie wollen und was auf sie zukommt

Was ist denn nun am besten? Overthinking oder einfach mal machen?

Am besten ein gesundes Mittelding. Du kannst dich 1000%ig vorbereiten und dann kommt das Leben um die Ecke. Und wirft alles um. Du findest den perfekten Co-Vater oder Samenspender und in dem Moment steht der Traummann vor dir. Oder du planst und planst und dann wirst du einfach nicht schwanger und musst all deine Hoffnungen gehen lassen. Du triffst eine Entscheidung, aber trotzdem kann sich alles anders entwickeln. Mit allen Konsequenzen wirst du leben müssen. Aber es gar nicht versucht zu haben, wirst du immer mehr bereuen, als gescheitert zu sein.

Was ist denn eine Sorge der zukünftigen Solomamas, die du oft hörst?

Viele machen sich Gedanken, ob der Traummann sie mit Kind noch nehmen wird, ihre Sorge ist es, ihren Marktwert zu verringern, wenn sie sich dafür entscheiden, ein Kind alleine zu bekommen.

Aber ganz ehrlich, sorry, wenn er dich mit Kind nicht will, dann ist er nicht der Traummann. Punkt. Den stört nämlich das Kind überhaupt nicht, denn es ist ein Teil von dir und kein Störfaktor.

Das perfekte Leben kann man sich erarbeiten, es steht aber keinem einfach zu

Genau. Da muss ich dann auch wieder die Motivation hinterfragen. Wenn eine Frau eigentlich Mutter-Vater-Kind möchte, mit dem Kind vorgreift und jetzt erwartet, das das Schicksal sie dafür bestraft, dann muss auch wo ganz anders angesetzt werden. Auch ist es nicht so, dass das Kind den Traummann nach sich zieht. Wir leben in keiner Märchenwelt, wo das eine das andere bedingt oder jedem ein perfektes Leben zusteht. Und jeder, der es nicht schafft, bestraft wird. Jede muss für ihre Entscheidungen grade stehen.

Aber die meisten Frauen, die zu mir kommen, haben sich wahnsinnig viele Gedanken gemacht, sind gut vorbereitet, wissen ungefähr, was auf sie zukommt und wollen das Ganze einfach mal mit jemandem besprechen. Oft erzählt die Frau der Familie oder dem Freundeskreis erst von ihrem Plan, wenn sie schon schwanger ist. Da ist ein Gesprächspartner, auch ein neutraler, einfach eine gute Idee, die eigenen Gedanken mal laut auszusprechen, zu sortieren und zu formulieren. Oft setzt genau das dann auch den Prozess in Gang.

Das ist doch ein gutes Schlusswort. Liebe Kathrin, ich fand es sehr schön, mit dir zu sprechen. Ich wünschte, ich hätte dich in meinen schweren Jahren an der Seite gehabt. Jetzt wissen aber einige mehr, dass es dich und deinen Beruf gibt. Vielleicht können wir beide mit diesem Gespräch einer anderen Frau helfen.

Ich war sehr gerne bei dir. Danke für die Einladung.

Die Vorbereitung auf ein Kind als Solomama

Ich fasse nochmal ganz kurz zusammen, was für dich wichtig ist in der Vorbereitungsphase:

  1. Sei dir deiner Motivation sehr sicher. Lieber etwas länger überlegen und tiefer graben, als überstürzt zu handeln
  2. Nicht ins overthinking kommen. Wenn du zu lange wartest, kann dir die Natur einen Strich durch die Rechnung machen
  3. Du wirst von niemandem einen Segen bekommen, die Entscheidung und alle Konsequenzen liegen bei dir
  4. Sei finanziell nicht nur auf die Behandlung vorbereitet. Ein Kind kostet viel Geld und du wirst der einzige Ernährer sein.
  5. Überlege dir alle Konsequenzen und ob du mit ihnen leben kannst. Bei einer Kinderwunschbehandlung ist die Chance auf Zwillinge viel größer, bist du dem gewachsen? Oder wenn du dich letztendlich gegen ein Kind als Solomama entscheidest und kinderlos bleibst, wirst du das bereuen?
  6. Hol dir Hilfe, wenn du dich noch unsicher fühlst. Einen Kinderwunsch als Singlefrau zu haben, ist keine Schande.

Viel Erfolg bei deiner Vorbereitung auf ein Kind als Solomama. Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, schreib mir hier unter dem Artikel, melde dich bei Kathrin Steinke, lies bei Hanna und Katrin (beide Solomamas mit Blog) nach oder melde dich im SFMK-Forum an.

3 Kommentare zu „Vorbereitung auf ein Kind als Solomama

  1. Wow, so viele liebe und zugleich ehrliche Worte! Hammer! Noch nie habe ich mich so verstanden gefühlt, oder entschlossen gefühlt, einer Seite so sehr mein Vertrauen zu schenken! Das Interview mit Katrin zu lesen tat gerade so gut für meine Seele! Danke!

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