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Wenn du dich gerade durch Google wühlst, weil du eine Co-Elternschaft recherchierte, dann stößt du auch auf den Begriff Onkelfunktion. Es gibt natürlich auch die Tantenfunktion, aber die ist eher selten zu finden.
Ganz einfach erklärt definiert Onkelfunktion die Zeit, die der biologische Vater des Kindes mit dem Kind verbringt. Die Co-Elternschaft hat ein breites Spektrum, fast alles ist möglich. Bei einer Co-Elternschaft ist/sind der Vater/die Väter aktiv, das Kind verbringt einen hohen Prozentsatz des Monats beim ihm/ihnen. Manche Co-Eltern fahren gemeinsam in den Urlaub und verbringen auch so Zeit als Familie. In vielen Co-Elternschaften hat der Vater/die Väter die klassischen Besuchszeiten, jedes zweite Wochenende und Mittwochs. Jede Ausprägung ist möglich.
Der Co-Vater in Onkelfunktion hat sehr wenig Beteiligung am Leben des Kindes. Im Alltag ist er nicht beteiligt, sondern besucht das Kind eher einmal im Monat oder sogar weniger. Vom privaten Samenspender unterscheidet er sich meistens dadurch, dass er als Vater in der Geburtsurkunde eingetragen ist. Aber auch das muss nicht sein. Am Ende bleibt es der Familie selber überlassen, ob der zeugende Mann als Co-Vater oder Spender bezeichnet wird. Auch das Kind hat dazu später vielleicht eine eigene Meinung, die berücksichtigt werden muss.
Zur Verdeutlichung gibt es eine Grafik von mir und Katharina Horn. In der geht es zwar um die Definition der Solomutterschaft, die Aktivität des Vaters kann aber sehr gut abgelesen werden. Worum es in der Grafik eigentlich geht, liest du in meinem Artikel Der Unterschied zwischen Solomamutter und Co-Mutter.

In rosa/braun siehst du den Anteil, den der Vater an Erziehung, Betreuung und Lebenszeit des Kindes hat. Ein Vater, der nur eine Onkelfunktion einnimmt, ist keine Hauptbezugsperson des Kindes. Er ist dem Kind zwar als Vater bekannt, aber am Alltag des Kindes nimmt er wie gesagt nur begrenzt teil.
Oft findest du diese Regelung bei einem lesbischen Paar mit Privatspender, bei dem das Kind bei den Müttern aufwächst, den Vater aber kennt. Er ist für das Kind erreichbar. Das Kind wird im besten Fall altersgerecht aufgeklärt, warum der biologische Vater nicht aktiver Teil der Familie ist. Dazu sollte eine gute Version eurer Überlegungen gefunden werden, so dass das Kind nicht das Gefühl bekommt, dass der Vater keine Zeit mit ihm verbringen will und den Fehler bei sich selber sucht.
Alles ist Verhandlungssache
Das Schöne an einer Co-Elternschaft ist ja, dass alles Verhandlungssache ist. Nur die Beteiligten werden über die Intensität des Kontaktes mit dem Vater entscheiden. Manche Privatspender sehen gerne das Kind ab und zu, um die Entwicklung doch mitzubekommen, legen aber keinen Wert auf Alltag. Manche Mütter möchten dem Kind zwar die Möglichkeit bieten, den Vater kennenzulernen, übernehmen den Alltag aber als quasi Alleinerziehende. Wenn dich das genauer interessiert, schau doch mal den Artikel von Luisa an. Sie erzählt über ihren Weg zum Wunschkind mit privatem Spender. Der nimmt bei ihr technisch gesehen auch eine Onkelfunktion ein, auch wenn sie es anders definieren.
Auch eine Co-Elternschaft mit geplant wenig Beteiligung muss gut vorbereitet werden. Der Mann ist der biologische Vater und hat damit Rechte, auf die er freiwillig verzichtet. Er hat auch Pflichten, auf die die Mutter freiwillig verzichtet. Jede Situation im Leben kann sich aber ändern, daher ist es unbedingt nötig, euch gut abzusprechen und alle Vereinbarungen auch schriftlich festzuhalten. Dazu könnt ihr mit der Checkliste Co-Elternschaft anfangen. Diese gibt einen ersten Überblick über alle wichtigen Themen und überzeugt euch hoffentlich, intensive Vorbereitungen zu beginnen.

Checkliste Co-Elternschaft
Bekomme einen ersten Überblick über die Vorbereitung auf eine Co-Elternschaft. Die Checkliste bekommst du im Tausch gegen die Anmeldung für meinen Newsletter.
Mehr als nur Samenspender
Der reine Samenspender ist entweder über die Samenbank gefunden worden oder als Privatspender. Ob das Kind den Spender kennenlernen kann, regelt im ersten Fall das Samenspenderegistergesetz, im zweiten ist es Verhandlungssache. Dem Kind die Möglichkeit zu geben, den biologischen Vater kennenzulernen, wird mittlerweile unbedingt empfohlen. Eine altersgerechte Aufklärung ist wichtig für das Kind, damit es seine Identität und Herkunft erkennen kann. Die private Samenspende birgt viele Risiken, die unbedingt erkannt werden sollten. Hier kommt ihr um eine schriftliche Vereinbarung und eine gemeinsame Rechtsberatung nicht herum. Die Verhandlungen müssen zu euer beider Sicherheit ähnlich intensiv sein wie bei einer Co-Elternschaft. Nutzt dazu die Checkliste Samenspende:

Checkliste private Samenspende
Bereite dich auf deine private Samenspende vor. Mutter und weitere Elternteile plus Spender können gemeinsam alle Eckpunkte der Spende festlegen und ihre Vereinbarung über alle wichtigen Themen schriftlich festhalten.
Tantenfunktion
Die Tantenfunktion sollte jetzt eigentlich schon klar sein. Hier ist die Mutter die Person, die am Alltag des Kindes wenig beteiligt ist. Dass die Mutter auf den Kontakt mit dem Kind verzichtet, ist eher selten, aber auch dieses Model wird gelebt. Oft ist es dann so, dass das Kind bei einem schwulen Väter-Paar lebt und die Mutter nur zu Besuch kommt.
Diese Begriffe gelten übrigens nur, wenn diese Form der Elternschaft von vornherein so abgesprochen war. Ein Elternteil, das nach der Trennung seine Kinder nur selten sehen möchte und sich nicht am Alltag teilnimmt, lebt nicht in einer Onkel/Tantenfunktion, sondern ist ein Arschloch.
Lebst du diese Art der Co-Elternschaft? Dann berichte mir davon, besonders eine Mutter mit Tantenfunktion würde ich gerne mal kennenlernen.

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