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Gründe, die gegen eine Co-Elternschaft sprechen

Gründe gegen eine Co-Elternschaft, altmodische Waage

Hinweis in eigener Sache: Ich verlinke in diesem Beitrag auf Inhalte und Produkte von mir – daher kennzeichne ich das als Werbung. Außerdem erhält dieser Artikel Affiliatelinks.*

Eine Co-Elternschaft kann ein guter Weg zum Wunschkind sein. Aber sie ist keine Notlösung, besonders, wenn es ungeklärte Wünsche gibt. In meiner Beratung sehe ich immer wieder Situationen, in denen eine Co-Elternschaft einfach nicht der richtige Weg ist, weil der Zeitpunkt, die Motivation oder die Erwartungen nicht stimmen.

Die meisten Personen brauchen viel Zeit, oft Jahre, um sich von ihrem Idealbild ihrer Familie zu lösen. Es ist ein Prozess. Der Verlust des eigentlichen Traumes, Ehepartner*in+Haus+Kind, muss betrauert werden. Wenn diese Zeit nicht bleibt, weil die Erkenntnis zum Beispiel erst mit Anfang 40 kommt, kann es schwierig werden. Meiner Erfahrung nach ist es besonders für Frauen wie ein Schock, zu erkennen, dass sich ihr Zeitfenster schließt und sie schnell handeln müssen. Und dann kann es passieren, dass vorschnelle Entscheidungen getroffen werden.

Die folgenden Punkte basieren auf meiner eigenen Erfahrung, auf vielen Vernetzungstreffen und auf Beratungen mit Personen, die genau an diesen Stellen gestrauchelt sind. Es wird hier hauptsächlich die weibliche Seite behandelt.

Die Vorteile einer Co-Elternschaft kannst du hinter dem Link nachlesen. Hier geht es bewusst um die Gründe, die dagegen sprechen können.

Welche Gründe sprechen gegen eine Co-Elternschaft?

  1. Du hast das Gefühl, nicht mehr genug Zeit zu haben und willst jetzt sofort starten
  2. Du hast Kinderwunsch vom Wunsch nach einer romantischen Partnerperson noch nicht entkoppelt
  3. Du hast die gleichen Erwartungen an eine Co-Elternschaft wie an eine romantische Beziehung
  4. Du möchtest es eigentlich alleine machen, aber es gibt Gründe wie Finanzen oder ähnliches, die dir das nicht möglich machen
  5. Du machst zu viele Kompromisse

Gehen wir die einzelnen Gründe gemeinsam durch.

1. Lass dir so viel Zeit wie möglich

Ich verstehe die Panik, die sich auf einmal einstellte, wenn plötzlich die Erkenntnis kommt, das der „normale“ Weg nicht funktioniert. Viele erkennen erst mit Ende 30 plötzlich, dass sie einen Plan B brauchen. Vielleicht, weil sich die Partnerperson endlich klar äußert und nicht mehr hinhält oder weil sie selber merken, dass die Person genau das gemacht hat. Oder weil das 47.000 Online Date auch nicht die Traumperson war. Genau in diesem Moment kommt die Panik.

Die kann helfen, ins Handeln zu kommen und einen anderen Weg zum Wunschkind zu suchen, aber bitte nicht in den nächsten zwei Wochen. Erstmal solltest du in Ruhe den Trauerprozess durchlaufen, dir alternative Familienmodelle anschauen und dich mit Bedenkzeit entscheiden. Du kannst auch sowohl eine Co-Elternschaft und als Frau auch den Weg der Solomutter in Betracht ziehen und parallel laufen lassen. Die Vorbereitung auf ein Kind als Solomama und die finanzielle Vorbereitung auf ein Kind helfen auch einer künftigen Co-Mutter, denn in einer Co-Elternschaft teilt ihr euch zwar die finanzielle Verantwortung, aber für deinen Lebensunterhalt und den des Kindes musst du trotzdem selber aufkommen.

2. Der Wunsch nach einem Partner darf da sein, aber der nach einem Kind sollte in Vordergrund stehen

Die Entkopplung von Partnerwunsch und Kinderwunsch ist der Erfahrung nach der schwierigste Teil. Das dauert. Also nimm das bitte ernst. Wenn du dir insgeheim weiterhin eine Person wünschst, die dich unendlich liebt, dein Leben mit dir teilt und für immer bei dir bleibt, dann kommt dein Kind mit einem großen Auftrag auf die Welt. Das ist ziemlich ungerecht dem Kind gegenüber. Ein Kind sollte niemals einen Partner ersetzen. Der Wunsch, ein Kind zu begleiten, sollte unabhängig von der Partner*innensituation sein.

Du bist mit deinem Leben soweit zufrieden? Job, Familie, Freunde, alles stimmt irgendwie? Wenn du jetzt noch das Gefühl hast, dass du in deinem Leben Platz hast, zeitlich und finanziell, dass du Lust hast, einen kleinen Menschen auf seinem Weg durchs Leben zu begleiten, ohne Auftrag, dann bist du bereit. Aber nochmal, ein Kind kann und soll keinen Partner ersetzen.

3. Ein Co-Elternteil ist keine Partnerperson

Natürlich sollst du einen Co-Elternteil nach Sympathie aussuchen, aber nicht nach romantischem Potential. Und nicht nach dem romantischen Beuteschema. Es ist nicht leicht, zu lernen, wie du eine Person nach Elternqualitäten aussuchen kannst. Wir alle sind nur auf die romantische Suche trainiert.

Aus Erfahrung noch ein Tipp: bitte auf gar keinen Fall eine Co-Elternschaft vorschützen und eigentlich doch auf eine Beziehung aus sein. Das ist einer der wichtigsten Gründe, die gegen eine Co-Elternschaft sprechen.

Das machen Männer, die gehört haben, dass Frauen mit akutem Kinderwunsch besonders leicht zu manipulieren sind. Also als Frau bitte aufpassen. Wenn dir der potentielle Co-Vater nach 3 Treffen sagt, er habe Gefühle für dich, nichts wie weg. Eine neutrale Co-Elternschaft ist wird das unter diesen Umständen nicht mehr.

Auch Frauen machen sowas. Da wird direkt beim ersten Treffen nach der natürlichen Methode und der Aussicht auf Beziehung gefragt. Das ist dann aber keine Suche nach einer Co-Elternschaft, sondern immer noch die nach einem Partner. Und schon sind wir wieder bei Punkt 1 und 2. Eine Beziehung kann entstehen, das gibt es, aber eher selten und es sollte niemals das Ziel einer Co-Elternschaft sein.

4. In einer Co-Elternschaft bist du finanziell für dich und dein Leben verantwortlich

Ihr teilt euch zwar in den meisten Fällen die Kosten für das Kind oder eine Person zahlt der anderen Unterhalt, aber für dein Leben und deinen Teil des Kindes bist du selber verantwortlich. Du musst ggf. in Teilzeit gehen, um die Kinderbetreuung zu stemmen?

Ihr habt nur eine Onkelfunktion ausgemacht? Dann bist du als Mutter finanziell alleine auf dich gestellt. Egal, welches Modell ihr ausgemacht habt, du solltest dir vorher genug Gedanken gemacht haben, welche Kosten auf dich zukommen, wieviel Elterngeld du bekommst, wieviel Kinderbetreuung in deiner Region kostet. Mit genug finanzieller Vorbereitung landest du auch nicht in der Teilzeitfalle.

Wenn du dir das Kind nicht alleine leisten kannst, aber eigentlich diesen Weg alleine gehen möchtest, dann kann es in der Co-Elternschaft schwierig werden. Ein Co-Elternteil wird da sein und am Leben des Kindes teilnehmen. War das nicht dein Plan, sondern ein Kompromiss, dann wird dich diese Person immer mehr stören.

5. Keine Kompromisse

Ich sage hier nicht, dass Kompromisse schlecht sind. Kompromisse sind super und auch in einer Co-Elternschaft notwendig. Aber eben nicht auf Teufel komm raus. Du hast eine Person gefunden, mit der du dir ein Kind vorstellen kannst, aber nach drei Monaten stellst du fest, dass sie doch ganz andere Vorstellungen hat? Dann nicht an dieser Person festhalten, sondern weiter suchen.

Mach dir auf deiner Checkliste Punkte, die für dich nicht verhandelbar sind. Und dann werden die auch nicht verhandelt. Liebe in romantischen Beziehungen kann Kompromisse einfacher ertragbar machen, aber wenn du mit einem Co-Elternteil einen Weg einschlägst, den du eigentlich nicht möchtest, dann wird der Frust schnell riesig werden.

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So kannst du Problemen vorbeugen

Auch als Co-Eltern solltet ihr euch gut kennenlernen, das beugt Missverständnissen vor und leider ist es auch notwendig, wenn du dir sicher sein möchtest, dass alle Parteien ehrlich sind. Bitte lieber 12 als 6 Monate lang kennenlernen. Die Zeit braucht es, um Vertrauen aufzubauen, euch, die Familien, die Freunde, die Werte gut kennenzulernen. Auch um herauszufinden, ob der andere mit offenen Karten spielt, ist wirklich wichtig. Ihr möchtet ein Kind zusammen zeugen, das verbindet euch auch zB. finanziell. Hat ein Elternteil richtig viele Schulden und verstirbt, ohne, dass die/der andere das wusste, erbt das gemeinsame Kind. Oder ein Elternteil möchte Unterhalt erschleichen. Versuchen übrigens Männer wie Frauen. Also bitte richtig kennenlernen, besonders, wenn ihr euch auf einer der Internetseiten kennengelernt habt.

Du hast keine Ahnung, wie du an alles denken sollst? Dann kannst du mein Workbook Co-Elternschaft nutzen. Es begleitet dich auf 150 Seiten durch den gesamten Prozess der Vorbereitung. Von der eigenen inneren Arbeit über die Suche, das Kennenlernen und die Ausarbeitung der Vereinbarung eurer Co-Elternschaft:

Workbook Co-Elternschaft Cover

Workbook Co-Elternschaft

Bereite dich intensiv auf deine Co-Elternschaft vor. Das Workbook begleitet dich von Anfang an. Von der Reflexion deines Kinderwunsches bis zur Vereinbarung mit dem/den anderen Elternteil(en).

Hast du noch Fragen? Oder selber schon gemerkt, dass du eines der Probleme hast? Dann schreibe mir gerne in die Kommentare, was dich bis jetzt von einer Co-Elternschaft abgehalten hat.


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