Co-Elternschaft in der Krise – so war unser Sommer mit Corona

Co-Elterschaft in der Krise, planningmathilda

Ihr Lieben,

Da bin ich wieder! Ich erzähle euch heute, was passiert ist, wie es uns geht und wie wir in unserer Co-Elternschaft die Krise gemeistert haben. Dass die letzten Monat schwierig und anders und kräfteraubend waren, brauche ich euch nicht zu sagen. Ich habe mir diese Pause genommen, nachdem ich fast einen Burnout hatte. Als diese Krise anfing, hat die Angst um meinen Job mich fast gelähmt. Mein so sicherer Job stand auf einmal auf der Kippe, tut er immer noch. Und damit der unseres Papas gleich mit. So praktisch es auch ist, im gleichen Unternehmen zu arbeiten, so wenig diversifiziert ist es auch. Wir gehen also zusammen unter. Das generiert zusätzlichen Stress.

Ich hatte schon ein paar Jahre lang die Idee für einen anderen Blog, das habe ich verwirklicht, bin aber damit gescheitert. Ich habe mir zu viel Stress gemacht, der Social Media Kram war zu viel und Panik ist kein guter Ratgeber. Die Artikel dort waren trotzdem gut und ich werde sie hier veröffentlichen. Und wenn ich Lust habe, über meine große Leidenschaft, die Ordnung, zu schreiben, dann werde ich das hier tun.

Verbucht habe ich es unter „wieder was gelernt“, denn nun weiß ich, was mir wirklich Freude macht und das ist dieser Blog. Darum geht es hier weiter, mit hoffentlich neuen Ideen und vielen guten Tipps für euch. Aber es muss sich auch etwas ändern, denn die Zeit, die ich für den Blog aufwende, ist unbezahlt. Und ein Blog mit Social Media braucht wahnsinnig viel Zeit. Ob ich mehr Kooperationen mache oder euch doch noch Werbung antue oder in jedem Beitrag auf den Spendenbutton hinweise, ich weiß es noch nicht.

Wie haben wir als Co-Eltern die Krise bis jetzt gemeistert?

Mit so einer absurden Situation wie dieser konnte keiner rechnen. Vorbereitet war also niemand. Auch ich nicht, die ich sonst wirklich jedes kleinste Detail im Voraus plane. Die Unsicherheit war anfangs kaum auszuhalten. Besonders schwierig war für mich die Anfangszeit, wir waren insgesamt 5 Wochen, nicht am Stück, aber immer mal wieder in Quarantäne, da sich durch die Flüge Erstkontakte ergeben haben. So groß war der Unterschied gar nicht, meine Tochter geht nicht in die Kita, hat ihre Freunde aber schmerzlich vermisst. Trotzdem ist eingesperrt sein kein Spaß, es macht etwas mit der Seele. Ich habe mich zusätzlich in den ersten Tagen von Corona von meinem Partner getrennt, aus anderen Gründen. Und obwohl ich über die Trennung sehr erleichtert war, musste auch das verarbeitet werden. Viel auf einmal also. Panik auch beim Papa, der ebenfalls mit der Sicherheit unseres Jobs fest gerechnet hatte. Was nun?

Gemeinsam alleine

So fühlte ich mich in unserer Co-Elternschaft. Das ist absolut nicht negativ gemeint. Fakt ist aber auch, wir sind zwei getrennte Haushalte, jeder ist alleine für seine Finanzen, Job, Miete, Essen usw. verantwortlich. Ich bin in meiner Familie, meine Tochter und ich, der Hauptverdiener. Und er in seiner Familie, seine Tochter und er. Was passiert also, wenn ich oder er kein Geld mehr verdienen? Einen Partner, der das auffangen könnte, gibt es nicht, die ganze Verantwortung liegt bei uns alleine. Hilfe! Das löste erstmal Stress aus. Bei uns beiden. Und das, obwohl ich finanziell immer sehr gut vorgesorgt habe und gute Rücklagen habe. Für immer reichen die allerdings nicht.

Aber wir sind trotz aller Trennung auch eine gemeinsame Familie. Also haben wir darüber geredet, Alternativen überlegt und beschlossen, dass wir, wenn wir sinken, es zusammen machen. Wir könnten als WG zusammenziehen, auch wenn keiner von uns das wirklich möchte, aber was solls? Die Betreuung der Kleinen kann auch anders aufgeteilt werden, dann müssen wir sie eben in die Kita schicken, um beide andere Jobs anzunehmen. Auch das geht. Wir können aus der teuren Stadt wegziehen. Auch wenn wir dafür beide unsere Komfortzone verlassen müssen, so machen wir es doch gemeinsam. Als Familie. Hier bietet die Co-Elternschaft in der Krise mehr Halt und Gemeinsamkeit als zum Beispiel der Weg als Solomama. Keiner von uns ist wirklich alleine.

Mehr Zeit mit dem Kind – und ohne

Da wir beide kaum arbeiten, haben wir auch die Betreuung etwas anders geregelt und über den Sommer ein richtiges 50/50 Wechselmodell gelebt. Bisher war die Aufteilung Jobbedingt eher so 60/40 oder auch mal 70/30, je nach Monat und unseren Flugplänen. Jetzt hatte ich richtig viel Freizeit. Ungewohnt, aber auch wichtig für mich. Ich musste viel verarbeiten, viel überlegen und mir über einiges klar werden. Dank der neuen Aufteilung hatte ich diese Zeit. Und zumindest in der Kinderfreien Zeit konnte ich den Mental Load komplett abgegeben. Ein weiterer Vorteil unserer Co-Elternschaft in der Krise. Nach dem Tief mit Burnout habe ich alles von mir geworfen. Diesen Blog, den neuen, Social Media. Digital Detox deluxe. Besonders die sozialen Medien habe ich wenig vermisst und wie es da weitergeht, habe ich mir auch noch nicht genau überlegt.

Und wir haben Urlaub gemacht. Den ganzen Sommer lang. Mit liebsten Freunden auf Fehmarn, mit Oma und Opa auf Balkonien, mit unserem Papa und den Großeltern auf Usedom. Unser jährlicher Familienurlaub. Machen wir jedes Jahr. Letztes Jahr sogar als Patchworkfamilie. Dieses Jahr als Großfamilie. Alles Corona konform natürlich. Für mich eine wirkliche Leistung, die Angst einfach loszulassen und die große Unsicherheit hinzunehmen. Ist sonst gar nicht meins. Ich bekomme normalerweise schon Stress, wenn ich nicht weiß, was nächste Woche sein wird. Aber ich habe es genossen und für den bestimmt harten Winter aufgetankt.

Den Stress teilen

Das fiel mir ja schon immer schwer, ich in eher der Typ Einzelkämpfer, „Ich schaffe alles alleine“, „lass mich, ich kann das“. Auch nicht die beste Einstellung, denn es ist keine Schande, nicht alles alleine zu können oder zu wollen. Gemeinsam macht es viel mehr Spaß. Und geteiltes Leid und so. Für mich ganz neu und was in meiner Beziehung eher nicht geklappt hat, funktioniert in meiner neuen „Partnerschaft“ hervorragend. Da wir beide alleine sind, haben Janina, meine geliebte Perlenmama, und ich uns zusammengetan. Was heißt das? Wir telefonieren jeden Abend, berichten uns von unserem Tag. Wie in einer Fernbeziehung auch. Für mich hat sich also nicht viel geändert nach meiner Trennung, nur, dass ich mich jetzt mit jemandem unterhalte, der meine Probleme nachvollziehen kann und den sie auch wirklich interessieren.

Die Welt einer alleinlebenden Mama ist einfach mit sehr speziellen Problemen gespickt, die versteht am besten eine andere Mama ohne Partner. Janina ist ja nicht nur wie ich getrennt erziehend, sondern mit K2 auch alleinerziehend. Trotzdem sind wir uns mit unseren Sorgen, Nöten und Freuden ziemlich nah. Die beste Freundin als Teil der Familie, denn Familie bedeutet so viel mehr als Blutsverwandte und Angeheiratete. Familie bedeutet für mich, mich mit Menschen zu umgeben, die mir gut tun, die für mich da sind. Und eine gute Freundin ist auch deutlich mehr wert als ein mäßig interessierter Partner. Also, meine Damen, tut euch zusammen, bildet Frauengruppen, helft euch gegenseitig. Enge Kontakte, wenn auch nur über das Telefon sind so wichtig und wer weiß schon, wie düster dieser Winter werden wird.

Co-Elternschaft in der Krise klappt ziemlich gut

Obwohl also das letzte halbe Jahr wirklich krass war, ist meine Bilanz bis jetzt deutlich positiv. Die Co-Elternschaft klappt immer noch reibungslos, eher noch besser im Moment, da Papa so viel mehr Zeit hat für die Kleine.

Die Kleine ist übrigens ziemlich wenig beeindruckt von dem mistigen Mistvirus, wie sie es nennt. Außer dem bisschen eingesperrt sein mit Mama und weniger Kontakt zu Freunden hat sie wenig Änderungen in ihrem Alltag. Während einige ihrer Freunde sehr unter dem Lockdown und Wegfall der Kita litten, hatten wir das natürlich gar nicht. Ängste hat sie auch keine entwickelt, da wir ihr zwar immer erzählt haben, was die Krankheit ist und wie wir uns und Oma schützen, aber doch wenig Berührungspunkte hatten. Sie fährt draußen zum Glück noch am liebsten im Wagen, da brauchte ich mir auch keine Gedanken über anfassen zu machen. Park statt Spielplatz stört sie auch nicht. Nur Oma und Opa hat sie sehr vermisst, trotz täglicher Telefonate. Da waren wir sehr froh, als wir uns wiedersehen durften.

Nach einem sehr turbulenten Sommer kann ich sagen, dass sich unsere Co-Elternschaft auch in der Krise bewährt hat. Ich in ziemlich froh, dass es so gut läuft und wir auch schwierige äußere Umstände so gut meistern können.

2 Kommentare zu „Co-Elternschaft in der Krise – so war unser Sommer mit Corona

  1. Schön wieder etwas von dir zu lesen! Dein Blog ist soooo wichtig und echt einzigartig. Aus meiner Sicht unglaublich, dass du all dein Wissen und deine Erfahrungen kostenlos teilst. Meine Meinung zum Finanziellen: Ich finde die Idee mit dem Kaffee sehr charmant, aber passende Kooperationen oder Werbung würde mich auch nicht stören. Hauptsache du machst weiter 🙂

    1. Liebe Sylvia,
      Danke für deinen Input! Es freut mich zu hören, dass Verständnis herrscht für meine Situation.

      Liebe Grüße

      Jennifer

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