Mutmachertext. Für tolle Singlefrauen auf dem Weg zum Wunschkind.

Wisst ihr,

ich finde es ganz toll, wie viele von euch wunderbaren Frauen sich schon an mich gewendet haben, um sich Rat, Hilfe, Mut oder Bestätigung zu holen. Ich kann nicht immer so schnell und umfangreich antworten, wie ich es gerne würde und bestimmt ist auch die ein oder andere untergegangen, was mir mehr als Leid tut, aber ich tue mein Bestes, allen gerecht zu werden.

Warum? Weil ich finde, dass es an der Zeit ist, dass wir alle, Frauen und Männer, endlich anfangen, so selbstbestimmt zu leben, wie es in unserer Gesellschaft zum Glück immer möglicher wird. Noch nicht in jedem Bereich, leider, aber immer mehr und hey, zum Glück leben wir nicht in den 50ern, als es außer der klassischen Vater-Mutter-Kind Familie keine Option gab. Abgesehen von alte Jungfer und Mitfünfziger, der noch bei Mama lebt. Ich bin wirklich froh, in der heutigen Zeit zu leben, mit einem eigenen Job, einer eigenen Wohnung und eigener Altersversorgung. In einer Welt, die zwar noch bunter und offener sein dürfte, wenn es nach mir geht, aber doch schon auf einem guten Weg ist. Jeder darf theoretisch tun und lassen, was er möchte, wenn du also alleinstehend bist, aber trotzdem gerne ein Kind hättest, warum nicht? Warum nicht einfach springen statt zu hadern, warum nicht selber aktiv werden, warum nicht das Schicksal in die eigenen Hände nehmen? Warum nicht das Leben am Schlafittchen packen statt zu warten bis das Universum endlich liefert? Warum nicht einfach machen statt zu warten bis es sich ergibt?

Ab dem Moment, in dem ich beschlossen habe, selber meines Glückes Schmied zu werden, selber zu bestimmen, was passieren soll, mich mit viel Mut und Wodka aus der gewohnten Bahn geworfen habe, ab dem Zeitpunkt lief es gut für mich. Ja, ich hatte wirklich Glück, aber ich habe auch selber eine Menge dazu beigetragen. Ich war mutig, obwohl ich geschlottert habe vor Angst, ich habe nach vorne gesehen statt zurück, ich habe gesucht statt mich finden zu lassen. Klingt angeberisch? Ist es auch, ich bin sehr stolz darauf. Was ich aber eigentlich sagen will, ihr könnt das auch. Vielleicht gibt es nicht für jede Misere, Lebenslage oder Situation eine Patentlösung, aber wenn euer Problem der unerfüllte Kinderwunsch ist, der fehlende Partner oder eine tickende Uhr, die weggelaufene Zeit, die einem auf einmal schmerzlich bewusst wird, dann gibt es Auswege! Löst euch vom klassischen Bild einer Familie, es gibt noch andere Möglichkeiten. Entkoppelt Kind und Traummann gedanklich und schon tun sich die Möglichkeiten nur so auf. Und es alleine oder mit einem alternativen Familienkonzept zu versuchen, das hat so gar nichts mit Versagen zu tun, mit Unfähigkeit oder Unvermittelbarkeit, sondern es ist mutig und revolutionär, es ist Pionierarbeit. Feiert euch für den Entschluss, es selber anzugehen, selbstbestimmt einen Lebensweg zu finden, der dann halt nicht gewöhnlich ist. Es kann wie bei mir das Co-Parenting sein oder die Entscheidung, es als Singlemama zu rocken wie Hanna oder entspannt und elegant als Alleinerziehende wie Janina. Lasst euch inspirieren, sucht Gleichgesinnte, tauscht euch aus, mit uns, untereinander, on-und offline. Fragt rum, findet euch, fragt uns, wir helfen gerne. Ein Wunsch kann zu einem Plan werden, der Plan zu einem Abenteuer und die Hoffung kann sich erfüllen.

Nie ging es mir besser, als ab dem Zeitpunkt, an dem ich beschlossen habe, aktiv in das Geschehen einzugreifen, mich nicht mehr vom Universum rumschubsen zu lassen. Mit einem tollen Papa und unserem größten Wunder hat sich für mich alles zum Guten gewendet, ich bin endlich angekommen im Leben, in meiner Rolle als Mama fühle ich mich pudelwohl und extra Features wie der Traumprinz sind erwünscht, aber auch ohne versinkt diese Frau hier nicht mehr in Tränen.

Ich hoffe sehr, ihr schafft das auch, mit ein bisschen Glaube an die eigene Stärke, mit Mut und im Zweifel viel Alkohol klappt es bestimmt!

Verfasst von

35, alleinstehend, mit Kinderwunsch. Da diese Kombination so ziemlich jeden Mann verschreckt, habe ich mich entschlossen, alleine ein Kind zu bekommen. Über diese Reise werde ich schreiben.

4 Kommentare zu „Mutmachertext. Für tolle Singlefrauen auf dem Weg zum Wunschkind.

  1. Ich finde diesen Beitrag sehr schön geschrieben, denn Du hast völlig recht, dass man das im Leben tun kann, was man gern tun möchte. Nur sollte man sich auch bewusst sein, dass das Leben als Single Mama nicht immer das leichteste ist. Mit Sicherheit sehe ich es auch so, dass ein Kind das schönste Geschenk auf Erden ist, doch aus Erfahrung weiß ich, dass die Erziehung und auch das Leben mit nur einem Elternteil für Kinder auch etliche Nachteile mit sich bringen kann. Dem entgegen können wir halten, dass wahrscheinlich genauso viele Kinder sehr unglücklich sind, wenn sie mit einem Elternpaar leben, dass sich eigentlich schon gar nicht mehr leiden kann und eine Trennung der bessere Weg wäre. So oder so darf das aber jeder für sich selbst entscheiden und ich finde, dass man auch als Single Mama eine gute Mutter sein kann. Das gilt natürlich auch für die alleinerziehenden Väter. Nur ist es eben nicht immer leicht und das sollte doch auch erwähnt sein, denn Kind und Job unter einen Hut zu bekommen, kann schon manchmal einem echten Spagat gleichen, zumal man dann neben dem Beruf manchmal nicht mehr weiß, wo man die Zeit für sein Kind her nehmen soll und einem das schlechte Gewissen dann übel mitspielen kann… Ich glaube aus diesem Grund gibt es auch die ein oder andere Frau, die sich dagegen entscheidet und beschließt niemals Kinder haben zu wollen. Auch das ist jedem selbst überlassen.

    Der letzte Satz… Der mit dem „viel Alkohol“ ist jedoch etwas, das ich nicht wirklich in Betracht ziehen würde. Aber schmunzeln muss ich darüber… 🙂

    Ganz liebe Grüße Nicole 🙂

  2. Hallo Jennifer,
    spannender Beitrag und insgesamt ein sehr spannender Blog.
    Es ist wirklich eine gute Sache, dass es heute möglich ist auch alternative Lebensmodelle auszuleben. Du und Matilda zeigt ja dass es möglich ist.
    Ich habe aber das Gefühl, dass man beim Co-Parenting als Mann leider weniger beteiligt sein kann als eine Frau.
    Wie siehst Du dies? Deine Meinung dazu würde mich sehr interessieren.

    Gruß Tobias

    1. Hey Tobias,

      Ich glaube, dass gerade ein Co-Papa besonders viel Zeit mit seinem Kind verbringen kann, es kommt immer auf die Absprache an, das muss jedes Elternpaar selber regeln.
      Bei uns ist die Kleine im Moment auch jede 2. oder 3. Nacht bei Papa, um sich daran zu gewöhnen, wenn ich wieder arbeite. Vorher war sie mehr bei mir, das stimmt, passte aber für uns beide so am besten. Ich kenne auch Paare, da ist das Kind im Wochenwechsel jeweils beim anderen und dann ist ja der betreuende Elternteil 100%ig beim Kind. Es ist wie gesagt eine Frage der Absprache. Schau doch mal bei Jochen König vorbei, der ist auch Co-Papa und bei ihnen war die Kleine von Anfang an auch viel beim Papa.
      Ich denke, man muss sich nur im Vorhinein genau überlegen, wie man es gerne hätte und dann natürlich den gegensätzlichen Partner finden. So bietet das Co-Parenting eigentlich eine sehr gute Möglichkeit, sich als Vater noch mehr einzubringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.